Zoll kontrolliert Tank-Touristen: Was ist beim Grenzübergang erlaubt?
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Der Zoll kontrolliert an der Grenze zu Polen gerade verstärkt sogenannte Tank-Touristen. Günstigen Sprit kanisterweise aus Nachbarländern mitbringen, kann also teuer werden. Wir klären, wann sich der Tankstopp lohnt, was erlaubt ist und was nicht.
Wenn Autofahrer derzeit Tankstellen anfahren, geht der erste bange Blick zunächst zur Anzeigentafel. Die Spritpreise liegen auf Rekordniveau, die 2-Euro-Marke ist deutschlandweit längst geknackt.
Wer aber in einer Grenzregion lebt, einen Urlaub im Nachbarland plant oder sowieso eine Landesgrenze passieren muss, legt gerne einen Tankstopp ein, wenn der Nachbar den Sprit billiger anbietet.
- Lohnt sich der Tankstopp im Ausland?
- Was kostet der Sprit im Nachbarland Belgien?
- Was kostet der Sprit gerade in NRW?
- Wieviel Liter Sprit dürfen steuerfrei eingeführt werden?
- Wo kontrolliert der Zoll gerade Tank-Touristen?
- Wieviel Kraftstoff darf mit ins Ausland genommen werden?
- Wie gefährlich ist ein gefüllter Benzinkanister im Auto?
Lohnt sich der Tankstopp im Ausland?
Trotz der aktuellen Entwicklungen gibt es weiterhin Länder, in denen man sein Fahrzeug günstiger als in Deutschland betanken kann. Das sind Länder, in denen bereits in der Vergangenheit Benzin und Diesel fast immer billiger waren als in Deutschland.
Hier ist der Sprit günstiger:
- Belgien
- Luxemburg
- Österreich
- Polen
- Tschechien
Hier ist der Sprit teurer:
- Niederlande
- Schweiz
Was kostet der Sprit im Nachbarland Belgien?
Wer in NRW nahe der belgischen Grenze wohnt, kann von den günstigeren Preisen an dortigen Tankstellen profitieren. So gab es in Eupen, das circa 22 Kilometer entfernt von Aachen liegt, Benzin für 1,64 Euro, der Diesel war dort für 1,79 Euro zu haben (Stand: 08.03.26). Zum Vergleich: In Aachen mussten Dieselfahrer am selben Tag teils 2,12 Euro pro Liter zahlen.
Lange Schlange an einer Tankstelle in Belgien
Ob sich die Ersparnis der rund 30 Cent pro Liter lohnt, hängt natürlich von der Länge der Fahrt zur Tankstelle ab. Und: Tanktouristen müssten unter Umständen viel Geduld mitbringen, denn die Schlangen an den belgischen Zapfsäulen können lang sein.
Was kostet der Sprit gerade in NRW?
Der Anstieg der Spritpreise setzt sich wegen des Iran-Kriegs weiter stark fort. Steigt der Rohölpreis, gehts auch mit dem Spritpreis nach oben. Wie sich die Tankpreise in NRW täglich ändern, könnt ihr hier sehen:
Wieviel Liter Sprit dürfen steuerfrei eingeführt werden?
Privatpersonen können zwar Benzin oder Diesel in einem anderen Mitgliedstaat kaufen und steuerfrei nach Deutschland mitbringen, aber nur für den Eigenbedarf und nur eine bestimmte Menge.
Gefüllter Reservekanister
Der Zoll weist darauf hin, dass der Kraftstoff in dem betreffenden Mitgliedstaat bereits versteuert und an einer Tankstelle käuflich erworben werden müsse. Anders gesagt: Kraftstoff darf nur dann energiesteuerfrei aus einem EU-Mitgliedstaat eingeführt werden, wenn er sich im Tank eures Fahrzeugs oder in mitgeführten Reservebehältern befindet. "Dabei wird eine Kraftstoffmenge von bis zu 20 Litern in den Reservebehältern nicht beanstandet", heißt es seitens des Zolls.
Tipp: Für eventuelle Kontrollen sollten die Tankbelege gut aufbewahrt werden.
Wo kontrolliert der Zoll gerade Tank-Touristen?
Sich den günstigeren Sprit im Ausland gleich in großen Mengen abzufüllen, kann teuer werden. Der Zoll hat gerade verstärkt die Grenzübergänge nach Polen und Tschechien im Visier. Kontrollschwerpunkte sind zum Beispiel in Brandenburg, Sachsen und Bayern.
Es gebe seit mehreren Tagen bundesweit an Grenzübergängen Stichproben, sagte Zoll-Sprecherin Lisa Pörschmann der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Dabei geht es ihren Angaben zufolge vor allem um Personen, die im benachbarten Ausland günstigeren Sprit kaufen und wieder zurück nach Deutschland kommen, ohne ihn zu verzollen.
Wieviel Kraftstoff darf mit ins Ausland genommen werden?
Andersherum gibt es übrigens auch Regeln, wie viel Sprit ihr von Deutschland aus im Reservekanister mit in ein Reiseland nehmen dürft. Hier einige Beispiele:
- Niederlande (10 Liter)
- Dänemark (10 Liter)
- Schweiz (20 Liter)
Wie gefährlich ist ein gefüllter Benzinkanister im Auto?
Ungeachtet der rechtlichen Vorschriften empfiehlt der ADAC übrigens, aus Sicherheitsgründen generell nicht mehr als zehn Liter mitzunehmen.
Der Transport von Benzin oder Diesel in Kunststoffkanistern im Auto ist nämlich nicht ganz ungefährlich, da aus diesen Behältern Dämpfe entweichen können. Selbst der kleinste Funke reicht aus, um das Gas in der Luft und somit das gesamte Fahrzeug zu entzünden, heißt es auf den Seiten der R+V Versicherung.
In manchen Ländern drohen bei Reservekanistern sogar hohe Strafen – und auf vielen Fähren gilt sogar ein generelles Verbot.
Sendung: WDR.de, Teurer Sprit: Zoll kontrolliert Tank-Touristen, 08.03.2026, 18:05 Uhr
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Kraftstoffpreissuche in ganz Deutschland
- ADAC
- Zoll
- Kraftstoffpreisvergleichsplattform in Belgien vom Betreiber Fuel Media Service
- R+V Versicherung