Ein Kind steht an einem überschwemmten Spielplatz

Hoher Pegel, Rhein führt viel Wasser: Aber kein extremes Hochwasser

Stand:

Entlang des Rheins steigen die Pegelstände. In mehreren Städten werden erste Vorkehrungen getroffen. Extremes Hochwasser ist trotz des starken Tauwetters in den Alpen erst mal aber nicht in Sicht.

Der Wasserstand im Rhein steigt und steigt. Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage kommt nun noch das starke Tauwetter in den Alpen hinzu. Da wird eine Menge Schnee zu Wasser - und das wird in großen Teilen über den Rhein abtransportiert werden müssen.

Die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz und der Deutsche Wetterdienst läuten die Alarmglocken aber noch nicht, auch wenn der Pegel in Köln die sieben Meter überschritten hat. Die Fachleute sprechen von einem "kleinen Rheinhochwasser".

Immerhin führt der Rhein mittlerweile so viel Wasser, dass viele Städte wie Köln, Düsseldorf und Duisburg bereits Maßnahmen ergriffen haben. So wurden Spundwände aufgebaut und Auen wie in Porz-Zündorf geflutet.

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Aktuelle Stunde 19.02.2026 19:29 Min. UT Verfügbar bis 19.02.2028 WDR Von Marius-Antonius Brüning

"Für den Rhein wird durch die Hochwasservorhersagezentrale Rhein ein Anstieg der Wasserstände erwartet. Ein Überschreiten der nordrhein-westfälischen Meldewerte am Rhein wird derzeit nicht erwartet", heißt es auf der Website der Hochwasserzentralen.

Hier geht's zum Hochwassermeldedienst NRW - dort könnt Ihr die aktuellsten Pegelstände abrufen. Und hier könnt Ihr sehen, wo überall die Pegelstände in NRW gemessen werden:

Was passiert bei welchem Pegelstand?

Was ist aber, wenn die Pegelstände in den nächsten Tagen steigen? Wir geben einen Überblick, was bei welchem Pegelstand passiert.

Köln

Der Pegelstand in Köln liegt bei "6"

In Köln zeigt der Pegelstand am Freitagmittag 6 Meter an.

Der Parkplatz an dem unmittelbar am Rhein gelegenen Gebäude Bastei, in dem früher ein Restaurant untergebracht war, ist bereits Mitte Februar bei einem Hochwasserstand von 5,80 Metern gesperrt worden. Ab 6,20 Meter dürfen Schiffe nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren. Zuletzt lag der Pegel in Köln bei 7,10 Metern (25.02., 07.45 Uhr). Weitere Maßnahmen in Köln:

  • ab 6,80 Meter muss das Hubtor am Rhein im Stadtteil Rodenkirchen geschlossen sein.
  • ab 7,00 Meter werden im Rodenkirchener Auenviertel erste mobile Wände aufgebaut. In Porz-Zündorf wird die Groov geflutet. Insgesamt zwölf Hochwasserpumpwerke sind in Betrieb. Zudem richtet die Stadt Köln je nach Steigerungsrate des Rheinpegels eine große Hochwasserschutzzentrale ein.
  • ab 8,10 Meter wird die Rheinuferpromenade der Kölner Altstadt teilweise geflutet.
  • ab 8,30 Meter wird der Schiffsverkehr auf dem Rhein bei Köln gesperrt.
  • ab 8,50 Meter ist Kasselberg, eine kleine Ortschaft im Stadtteil Köln-Merkenich, vom Hochwasser umschlossen und wird zu einer Insel. Die Ortschaft ist nur noch mit Booten oder watfähigen Fahrzeugen zu erreichen.
  • ab 10,00 Metern ist der Rheinufertunnel in Köln gesperrt.
  • ab 10,70 Meter gibt es Katastrophenalarm. Dann wird die mobile Schutzwand auf dem Marktplatz in Porz-Zündorf überflutet. Oberhalb des Marktplatzes besteht keine Gefahr.
  • ab 11,30 Meter wird die Kölner Altstadt überflutet. Die Jahrhunderthochwasser in den Jahren 1926, 1993 und 1995 übertrafen die Marke von zehn Metern.

Düsseldorf

In Düsseldorf lag der Rheinpegel zuletzt bei 6,40 Metern (25.02., 07.45 Uhr). Ab einem Wasserstand von rund 6 Metern leitet der Stadtentwässerungsbetrieb erste Schutzmaßnahmen ein. So müssen Schiffe ihre Geschwindigkeit drosseln und in der Mitte fahren. Weitere Maßnahmen in Düsseldorf:

  • ab 7,00 Meter werden die Kasematten unterhalb der Rheinuferpromenade geräumt und überflutet. Einzelne tief liegende Straßen und Wege, beispielsweise in den Düsseldorfer Stadtteilen Hamm oder Wittlaer, können gesperrt werden.
  • ab 8,00 Meter ist in Düsseldorf von "großem Hochwasser" die Rede. Die Stadt kontrolliert verstärkt die Deiche.
  • ab 9,00 Meter wird die Schifffahrt komplett eingestellt.
Hochwasser bei Urdenbacher Kämpe zwischen Monheim und Düsseldorf

Hochwasser im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe bei Düsseldorf

Bonn

Am Mittwochmorgen (25.02.) lag der Pegel in Bonn bei 6,59 Metern. Ab einem Stand von 5,00 bis 7,40 Metern ist in der Stadt von einem kleinen Hochwasser die Rede. Das Bonner Tiefbauamt stellt Hinweisschilder auf, sperrt erste Zufahrten zum Rheinufer und beobachtet weiter die Lage.

  • ab 6,00 Meter müssen Rheinschiffe zudem die Geschwindigkeit drosseln.
  • ab 6,50 Meter droht in Bonn linksrheinisch die Überflutung der Rheinpromenade, rechtsrheinisch ab 7,50 Metern.

Emmerich

In Emmerich ist im November vergangenen Jahres ein 2,8 Kilometer langer Abschnitt des Rheindeichs freigegeben worden. Er soll 240.000 Menschen vor Hochwasser schützen. Am Mittwochmorgen (25.02.) lag der Pegel des Rheins dort zuletzt bei 6,09 Metern.

  • ab 6,00 Meter bis 6,50 Meter wird in Emmerich die Rheinpromenade teilweise überflutet. Der Schiffsverkehr wird langsamer.
  • ab 7,00 Meter bis 7,50 Meter wird der Schiffsverkehr eingestellt. Gleiches gilt für Fährverbindungen.
  • ab 8,00 Meter bis 9,00 Meter ist von Hochwasser die Rede. Der neue Hochwasserschutzdeich tritt in Aktion.

Duisburg-Ruhrort

Ab einem Pegelstand von 6 Metern am Pegel Duisburg-Ruhrort wird eine Hochwasserschuttzzentrale eingerichtet. Ab 10 Metern Rheinpegel ist die Hochwasserschutzzentrale Tag und Nacht besetzt. Zuletzt wurde ein Pegel von 8,15 Metern gemessen (25.02., 07.45 Uhr).

Unsere Quellen:

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 19.02.2026, 18:45 Uhr

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