Zaun um Flüchtlingsunterkunft im Agnesviertel geplant
WDR. 02:33 Min.. Verfügbar bis 15.04.2028.
Zaun um Flüchtlingsunterkunft im Kölner Agnesviertel geplant
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Im Kölner Agnesviertel soll für zehn Jahre ein Zaun um eine Flüchtlingsunterkunft entstehen. Bei Anwohnern gibt es Diskussionen.
Von Benedikt Kaninski
Ab dem Sommer 2027 sollen im Kölner Agnesviertel an der Riehler Straße über 500 geflüchtete Menschen untergebracht werden. Die Bezirksregierung Köln will dort eine Erstaufnahmeeinrichtung einrichten.
Zaun an Unterkünften nicht mehr ungewöhnlich
Rund um das Gebäude soll ab Mitte Mai ein 2 Meter hoher und 500 Meter langer Zaun gebaut werden. Der neue Metallgitterzaun soll den bisherigen Bauzaun ersetzen, der um das Gelände aufgebaut wurde.
Ein solcher durchsichtiger Zaun ist an Flüchtlingsunterkünften inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat hält den Zaun für unverzichtbar: "Wir hatten in den letzten drei Jahren über 600 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Der Schutz und die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner steht an erster Stelle."
Baugenehmigung noch nicht erteilt
Der Bau des Zauns ist in Nordrhein-Westfalen nicht genehmigungspflichtig. Die geplanten Umbaumaßnahmen am Gebäude aber schon. Im Herbst hatte die Bauaufsicht einen entsprechenden Bauantrag wegen Mängeln zurückgewiesen.
Aktuell läuft laut bei der Stadt die Prüfung eines überarbeiteten Antrags. Die Bezirksregierung Köln geht davon aus, dass sie "zeitnah" die Genehmigung für den Umbau erhalte, heißt es. Die Umbaumaßnahmen sollen knapp acht Millionen Euro kosten. Das Gebäude steht seit fünf Jahren leer, zuvor befand sich darin die Oberfinanzdirektion.
Kritiker bilden Interessengemeinschaft
Anwohnerinnen und Anwohner kritisieren die Pläne der Bezirksregierung Köln. Sie haben sich in der Interessengemeinschaft Neustadt-Nord/Villen-Viertel zusammengeschlossen. Die IG befürchtet u. a., dass die Sicherheit im Viertel durch die geplante Einrichtung gefährdet sei.
"Wir denken, dass hier im Agnes-/Villenviertel sicher sehr gut eine Flüchtlingsunterkunft auf Dauer im kleineren Umfang aufgenommen würde", sagt Renée Keßler von der IG.
Teil des Gebäudes soll weiterhin leerstehen
Geplant ist bisher, dass die obere Etage des Gebäudes und das angrenzende Hochhaus weiterhin leerstehen sollen. Das kritisiert vor allem Ralf Pasman von der Interessengemeinschaft: "Der Leerstand des Hochhauses bei der angespannten Wohnungslage in Köln ist nicht nachvollziehbar. Die kleinen Innenhöfe reichen nicht als Aufenthaltsflächen für über 500 Menschen."
Die Interessengemeinschaft hat angekündigt, rechtliche Schritte gegen den Bau des Zauns und den geplanten Umbau des Gebäudes zu prüfen.
Unsere Quellen:
- Bezirksregierung Köln
- Stadt Köln
- IG Neustadt-Nord/Villen-Viertel
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 15.04.2026, 19.30 Uhr