ADAC auf zwei Rädern in Köln unterwegs

WDR 03:15 Min. Verfügbar bis 21.06.2028

Pannenhilfe mit E-Bike ADAC auf zwei Rädern in Köln unterwegs

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Kölns Innenstadt, Stau auf den Ringen, Baustellen überall – für viele Autofahrer Alltag. Für ADAC-Pannenhelfer Jürgen Esser ist genau das sein Vorteil. Er kommt nicht mit dem Einsatzwagen, sondern mit dem E-Bike und einem Spezialanhänger voller Werkzeug. Wir haben ihn bei seiner Arbeit begleitet.

Von Christian David

Wenn Herr Esser morgens in Köln losfährt, sorgt er regelmäßig für erstaunte Blicke. Ein ADAC-Pannenhelfer auf dem Fahrrad – das sehen viele zum ersten Mal. "Viele gucken erst mal ungläubig und fragen: ‚Wie wollen Sie denn mit dem Fahrrad ein Auto reparieren? Aber die meisten sind schnell überzeugt, wenn wir ihnen helfen können." Seit April ist Jürgen Esser wieder in Köln unterwegs. Gemeinsam mit einem zweiten Kollegen gehört er zu den beiden ADAC-E-Bike-Pannenhelfern in der Domstadt. NRW-weit sind in dieser Saison vier Gelbe Engel auf zwei Rädern im Einsatz.

Schneller als das Auto im Stadtverkehr

Der große Vorteil des E-Bikes: Staus spielen kaum eine Rolle. Während Autos auf den Ringen oder in der Innenstadt stehen, nutzt Herr Esser Radwege, Nebenstraßen oder fährt durch Parks. "Gerade im Kölner Stadtverkehr bin ich oft schneller als die Kollegen im Auto. Wenn alles dicht ist, komme ich trotzdem noch gut durch." Bis zu zwölf Einsätze schafft er an einem Tag. Die Aufträge kommen direkt aufs Handy – dann heißt es: Anhänger anhängen und losfahren.

Werkstatt im Anhänger

Der Anhänger wirkt von außen kompakt, ist aber vollgepackt mit Technik und Werkzeug: Batterietester, Diagnosegerät, Starter-Packs, Kompressor, Schraubenschlüssel, Zangen – sogar Ausrüstung zum Öffnen verschlossener Fahrzeuge ist dabei. Rund 80 Kilogramm wiegt der Anhänger. Kein Leichtgewicht, selbst mit Motorunterstützung. "Man merkt das Gewicht schon, vor allem an Bordsteinkanten oder in engen Kurven. Aber mit dem E-Bike funktioniert das erstaunlich gut.“ Mehr als 80 Prozent der typischen Pannen kann Herr Esser direkt vor Ort beheben. Leere Batterien, verschlossene Autos oder kleinere technische Probleme gehören zu seinem Alltag.

Die Panne mitten in der Stadt

Jürgen Esser vom ADAC und ein Mann vor einem Auto mit geöffneter Motorhaube

Bei unserem Dreh geht es zu einem Autofahrer, dessen Wagen nicht mehr startet. Herr Esser baut das Diagnosegerät auf, prüft die Batterie – wenige Minuten später läuft der Motor wieder. Autofahrer Rami Shouha ist erleichtert – und überrascht. "Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass der ADAC mit dem Fahrrad kommt. Aber Hauptsache, jemand ist schnell da – und das war er." Genau darum geht es beim Konzept der Fahrrad-Pannenhilfe: schnelle Hilfe in dicht besiedelten Städten. Große Reparaturen oder der Austausch einer Starterbatterie übernehmen weiterhin die Kollegen im Einsatzwagen. Für viele Standardpannen reicht die mobile Werkstatt auf zwei Rädern aber vollkommen aus.

Hilfe auf zwei Rädern hat sich etabliert

Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat sich im Alltag bewährt. Die E-Bike-Pannenhilfe ist speziell auf Einsätze in Städten ausgelegt. Enge Straßen, Baustellen oder schwer zugängliche Orte sind für die wendigen Zweiräder oft kein Problem. Für den 57-jährigen ist der Arbeitstag deshalb eine Mischung aus Fahrradfahrt durch Köln und klassischer Pannenhilfe. Kaum ist ein Einsatz erledigt, wartet meist schon der nächste Hilferuf. Und so fährt der Gelbe Engel auf zwei Rädern weiter durch die Stadt – dorthin, wo Hilfe gebraucht wird.

Unsere Quellen:

  • ADAC
  • Reporter vor Ort
  • ADAC-Mitglieder

Sendung: WDR.de, ADAC auf zwei Rädern in Köln unterwegs, 21.06.2026, 05.02 Uhr

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