Was bringt die Olympiabewerbung den Sportvereinen?
03:02 Min.. Verfügbar bis 16.04.2028.
Der SFD 75, der Verein für Sport und Freizeit Düsseldorf, ist der größte Sportverein der Landeshauptstadt. Es geht um Breitensport, Jung und Alt trainieren hier. Im Karate-Kurs lernen Kinder zum Beispiel Selbstverteidigung.
Dass Düsseldorf die olympischen Spiele zusammen mit Köln und weiteren Städten ausrichten will, darauf freuen sich die Kinder. "Ich fände es sehr cool", sagt eine junge Teilnehmerin des Kurses, "weil man das dann mal in echt sehen kann."
Hoffnung auf mehr Investitionen durch Olympia
Michael Görlach ist hier seit Jahrzehnten Trainer für die Fitnesskurse und Geschäftsführer des Vereins. Er hat für die Olympiabewerbung gestimmt, in der Hoffnung, dass sich für Vereine etwas verbessert.
Denn es gibt auch Probleme. Eine Halle, die der Stadt gehört und vom Verein mitgenutzt wird, ist undicht. "Seit sechs, sieben, acht Jahren ist man bemüht, was zu tun", erzählt Görlach, "es passiert aber nichts."
Bessere Trainingsstätten?
Also ruhen große Hoffnungen auf Olympia. Denn für die Spiele braucht es professionelle Trainingsstätten für Tausende Sportler aus aller Welt. Davon könnten dann auch die Vereine profitieren. "Wir hoffen einfach, wenn man es macht, dass dann hier auch doch noch mehr und schneller investiert wird und wir davon profitieren", erklärt Michael Görlach.
Rudern: Auch der Spitzensport will mehr Geld
Karatekurs für Kinder beim Verein SFD 75 in Düsseldorf
Während es beim SFD 75 um Breitensport geht, trainieren im Düsseldorfer Hafen vielleicht die Medaillengewinner der Zukunft. Der Ruderverein Germania 04 hat schon Olympiasieger hervorgebracht, zuletzt eine Bronzemedaille bei Olympia in Paris. Für die Nachwuchssportler ist die Teilnahme an möglichen Olympischen Spielen an Rhein und Ruhr eine Motivation.
Maximilian Milde ist hauptamtlicher Trainer, arbeitet in Vollzeit in der Nachwuchsförderung bei Germania 04. Er hofft, dass seine Sportler in zehn Jahren vielleicht ganz vorne dabei sind. Um das zu erreichen, bräuchte es aber mehr gezielte Förderung für den Leistungssport.
Bis Sonntag läuft die Abstimmung
"Da muss einfach mehr eine Geldspritze rein, damit da einfach breiter wirklich eine Förderung stattfinden kann", erklärt Milde. Auch die Materialkosten abzudecken sei jedes Jahr schwieriger, nur wenige Vereine hätten genug Geld, um sich einen hauptamtlichen Trainer leisten zu können.
Ergebnis wird für Sonntagabend erwartet
Bis Sonntag können die Bürger in den insgesamt 17 Bewerberstädten ihre Stimmen abgeben. Die Beteiligung ist offenbar relativ hoch: In Köln hatten am Dienstag 36,77 Prozent der Wahlberechtigten ihre Unterlagen zurückgeschickt, in Düsseldorf knapp über 30 Prozent. Das Ergebnis der Abstimmung wird voraussichtlich am Sonntagabend in Köln verkündet.
Von den Teilnehmern des Fitnesskurses beim Sportverein SFD 75 haben viele für die Olympiabewerbung gestimmt. Aber sie hoffen auch, dass nach Olympia für Normale Vereinssportler etwas bleibt. "Die Vereine machen die Basisarbeit, da kommt der Leistungssport her", findet ein Teilnehmer des Kurses, "wenn der hier nicht anfängt, gibt es keinen Leistungssport."
Unsere Quellen:
- Sportverein SFD 75
- Ruderverein Germania 04 Düsseldorf
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Was bringt die Olympiabewerbung den Sportvereinen?, 17.04.2026, 06.00 Uhr