Lexie hat Appetit. Beste Voraussetzungen also für den Arbeitstag des Wüstenbussard-Weibchens. Auf dem Friedhof Klever Straße in Moers soll Lexie heute Jagd auf Kaninchen machen.
Wüstenbussard-Weibchen Lexie macht Jagd auf Kaninchen
Die Versorgungsbetriebe Enni als Friedhofsbetreiber haben Falknerin Gabi Bonten und Lexie engagiert. Der Grund: zu viele Kaninchen. Besonders betroffen ist neben dem Friedhof an der Klever Straße auch der in Utfort.
Enni: Beschwerden über verwüstete Gräber
Immer wieder gebe es Beschwerden über verwüstete Gräber, sagt Tim Ketelaers, verantwortlich für Friedhöfe und Bestattungen beim Dienstleister Enni: "Die Tiere fressen frisch bepflanzte Gräber leer und unterhöhlen die Abdeckplatten mit ihren Bauten".
Das bestätigt auch eine Friedhofsbesucherin an der Klever Straße: "Die haben alles abgefressen. Alles, was blühte oder ein bisschen bunt war". Manche haben zum Schutz sogar schon Drahtzäune um die Gräber gezogen.
Um die Kaninchenplage einzudämmen, hat das Unternehmen als Friedhofsbetreiber jetzt Jäger und Falkner engagiert. Die Jäger dürfen in den besucherarmen Abendstunden die Kaninchen auf den betroffenen Friedhöfen schießen.
Greifvogel bekommt Unterstützung von Hund und Frettchen
Greifvogel Lexie soll die Kaninchenjagd ergänzen. Das sei leise, gezielt und waidgerecht, heißt es bei der Enni. Lexie bekommt dabei Unterstützung von Münsterländer-Dame Finja und Frettchen Gustav.
Gustav soll Kaninchen aus ihrem Bau rausscheuchen. "Frettieren" nennt sich das in der Jägersprache. Gustav kriecht in ein Erdloch und kommt einige Meter weiter wieder aus der Erde heraus - ohne Kaninchen, denn dieses Loch ist leer. Heute ist auf dem Friedhof nicht viel zu holen.
Sondergenehmigung vom Kreis
Dass auf den Friedhöfen in Moers gejagt werden darf, ist keine Selbstverständlichkeit: Eigentlich ist die Jagd in sogenannten befriedeten Bezirken nach dem Bundesjagdgesetz nicht erlaubt.
Die Enni hat vom Kreis allerdings eine Sondergenehmigung erhalten. Ende März will das Unternehmen eine erste Bilanz ziehen, anschließend müsse der Kreis entscheiden, ob die Sondergenehmigung verlängert wird.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Enni Moers
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 25.02.2026, 9.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 26.02.2026, 19.30 Uhr