EU-Indien Deal steht nach 20 Jahren | WDR aktuell

01:38 Min. Verfügbar bis 27.01.2028

Handelsabkommen zwischen Indien und der EU: Was bedeutet das für NRW?

Stand:

Nach fast 20 Jahren Verhandlungen haben die EU und Indien ein Freihandelsabkommen beschlossen. Auch die NRW-Wirtschaft könnte profitieren.

Von Wolfgang Landmesser

Noch ist der Handel mit Indien eher klein. Waren für rund fünf Milliarden Euro hat Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 mit Indien ausgetauscht. Zum Vergleich: Das Handelsvolumen mit den USA ist rund sechsmal so hoch. Aber Indien hat großes Potenzial - gerade in Bereichen, wo die NRW-Wirtschaft viel zu bieten hat.

Mehr Indien-Geschäft durch niedrigere Zölle

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NRW exportiert Maschinen, chemische Produkte und Metalle nach Indien

Schon jetzt stehen Maschinen, chemische Produkte, Metalle und Elektroartikel oben auf der NRW-Exportliste. Im Gegenzug liefert Indien vor allem Kleidung, auch Chemie und Medikamente. Aktuell schlägt das Land bei Maschinen, die aus der EU kommen, über 40 Prozent Zoll oben drauf, über 20 Prozent sind es bei Chemikalien. Laut Handelsabkommen sollen die Zölle in den meisten Branchen auf null sinken - allerdings über einen längeren Zeitraum von bis zu zehn Jahren.

Die EU und Indien haben sich auch auf den Abbau von Bürokratie beim Handel geeinigt. Die Unternehmen müssen in Zukunft nicht für jedes neue Produkt auf dem indischen Markt eine neue Zulassung beantragen.

NRW-Know-how ist durchaus gefragt

Das bedeutet aber, dass die Geschäftschancen in den kommenden Jahren voraussichtlich steigen werden. Durch die wegfallenden Zölle werden die Produkte von NRW-Unternehmen in Indien günstiger. Die Firmen können stärker vom Wachstum in Indien profitieren. In den kommenden Jahren werden dort viele neue Fabriken gebaut - der Bedarf an Ausrüstung und Maschinen wächst also.

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Die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen dauerten 20 Jahre

Und die Nachfrage der Menschen nach Konsumgütern steigt - zum Beispiel nach Autos. Wenn die deutschen Hersteller VW, Mercedes oder BMW mehr Autos in Indien verkaufen, kann das auch ein größeres Geschäft für die Autozulieferindustrie in NRW bedeuten. Auch in der Fahrzeugindustrie insgesamt ist mit einem Wachstum zu rechnen - bei Flugzeugen oder Bahnen und Bussen. Indien will speziell die E-Mobilität ausbauen: Bis 2030 sollen 30 Prozent der Pkw elektrisch unterwegs sein.

Indien-Kompetenzzentrum für mehr Handel

NRW hat den indischen Markt schon länger auf dem Schirm. Im vergangenen Jahr haben die Industrie- und Handelskammer, Stadt und Messe Düsseldorf ein Indien-Kompetenzzentrum gegründet. Ziel ist es, NRW-Unternehmen zu unterstützen, die mit Indien ins Geschäft kommen wollen. Umgekehrt ist Düsseldorf interessiert an Investitionen von indischen Unternehmen in der Landeshauptstadt. Schon jetzt sind hier indische IT-Konzerne angesiedelt - wie Infosys, TCS oder Wipro. 

EU-Indien-Deal: Boost oder Bremse für den NRW‑Stahl?

WDR Studios NRW 27.01.2026 04:43 Min. Verfügbar bis 27.01.2028 WDR Online


Unsere Quellen:

  • IHK Düsseldorf, Indien-Kompetenzzentrum
  • Pressemitteilung Verband der Automobilindustrie (VDA) vom 27.01.26
  • Nachrichtenagenturen Reuters, AFP und dpa

Sendung: WDR 5, Wirtschaftsmagazin, 27.02.2026, 13:35 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 27.02.2026, 12:45 Uhr

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