Krefeld: Neues Screening soll Schulstart für Grundschüler erleichtern
00:26 Min.. Verfügbar bis 27.01.2028.
Krefeld: Neues Screening soll Schulstart für Grundschüler erleichtern
Stand:
Das Screening soll Fähigkeiten der Kinder früh erfassen. Ziel ist es, Kinder schon vor dem Schulstart besser zu fördern.
Von
Peter Hild
Die Stadt Krefeld will angehende Grundschülerinnen und -schüler künftig schon vor dem Schulstart gezielter fördern. Dafür wurden die Fähigkeiten der i-Dötzchen jetzt erstmals flächendeckend mit dem neuen Screening-Verfahren "EduLog" erfasst.
In diesem Umfang ist eine solche Vorfelddiagnostik laut Stadt bundesweit einmalig. Das NRW-Schulministerium hatte die Software im Jahr 2024 bereits an 130 Grundschulen testen lassen. Die Stadt Hagen hat in einem umfassenden Modellprojekt bereits positive Erfahrungen gesammelt.
Screening erfasst Kompetenzen der Kinder
Erstklässlerin beim "EduLog"-Screening
Mit dem digitalen Screening-Verfahren am Computer werden bereits bei der Anmeldung zur Grundschule die sprachlichen, motorischen und visuellen Fähigkeiten der Kinder festgehalten. Laut Hersteller werden so alle relevanten Grundfähigkeiten standardisiert erfasst und anschließend zwischen Kita und Schule ausgetauscht.
Die Software kann Sprachverständnis und Wortschatz in 27 Muttersprachen beurteilen und liefert automatisch verlässliche Daten, Abschlussberichte und konkrete Förderhinweise. "Das hilft uns sehr dabei, Kooperation mit Kitas zu verbessern, weil wir so konkrete Hinweise geben können, welches Kind wo Förderung benötigt", sagt der Leiter der Josefschule, Johannes Winters.
Ziel: Schulstart durch frühere Förderung erleichtern
Kitas sollen Kinder gezielter fördern können
Mit dem Screening will die Stadt den Schulstart für i-Dötzchen erleichtern, indem schon im letzten Kita-Jahr gezielt nach den Bedürfnissen der Kinder gefördert werden kann. Für Schulleiter Winters ist das ein wichtiger Baustein für die Schulentwicklung.
"An meine Schule kommen Kinder aus 31 verschiedenen Kitas. Da können wir uns gar nicht mit allen Erzieherinnen und Erziehern gut austauschen", erklärt Winters. Das neue Screening könne das ein Stück weit standardisieren. Die bisher beteiligten Kitas seien von den Ergebnissen begeistert.
Regenbogenschule macht schon positive Erfahrungen
Grundschulleiterin Nadine Fahl
Die Krefelder Regenbogenschule von Leiterin Nadine Fahl nutzt die Software bereits seit 2024. Damit erfährt die Schule frühzeitig von Problemfeldern der kommenden i-Dötzchen und investiert zum Schulstart gezielt Zeit in die Basisarbeit an den Grundfähigkeiten.
"Wir merken, wenn die Basis bei den Kindern stimmt, fällt alles Weitere leichter. Wir beginnen jetzt nochmal anders mit den Buchstaben, Zahlen, auch Mengenbegriffen zu arbeiten und merken jetzt schon, dass die einzelnen Bereiche viel schneller von den Kindern begriffen werden können", freut sich Fahl über die spürbaren Fortschritte.
Mehr Kinder mit Basiskompetenzen
Mit dem Vorab-Screening will die Stadt Krefeld perspektivisch die Zahl der Kinder halbieren, die nach der Grundschule die Basiskompetenzen in Deutsch und Mathe nicht erfüllen. Der nächste Schritt sei eine gemeinsame Datenkonferenz mit den Kitas, erklärt Schulrätin Dagmar Schrader.
"Wir wollen ein gemeinsames Verständnis von den Fähigkeiten mit den Kitas entwickeln", so Schrader. Dann könnten auch die Kitas die Screening-Ergebnisse, die bei der Schulanmeldung gut ein halbes Jahr vor dem Schulstart erhoben werden, bereits für ihre pädagogische Arbeit mit den Kindern nutzen.
Unsere Quellen:
- Stadt Krefeld
- Johannes Winters, Schulleiter der Josefschule Krefeld
- Nadine Fahl, Leiterin der Regenbogenschule Krefeld
- Logmedia, Hersteller des "EduLog"-Screenings
Sendung: wdr.de, Screening für bessere Förderung von i-Dötzchen, 27.01.2026, 11.20 Uhr