Eure Sicherheit an Karneval: Feierzonen, Glasverbote, eigener Schutz
Lokalzeit aus Köln. 02.02.2026. 03:16 Min.. Verfügbar bis 02.02.2028. WDR. Von Jochen Hilgers.
Eure Sicherheit an Karneval: Feierzonen, Glasverbote, eigener Schutz
Stand:
Wie sorgen die Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen für eure Sicherheit im Straßenkarneval? Und wie schützt ihr euch selbst, damit ihr sicher durch die jecken Tage kommt? Glasverbote, Feierzonen und Tipps im Überblick.
Von
Jörn Seidel und
Peter Hild
Der Straßenkarneval verwandelt Städte in ein buntes Meer aus Kostümen, Musik und ausgelassener Stimmung. Ob Partyzone in Köln, Altstadtkneipe in Düsseldorf, Festzelt in Duisburg oder Rosenmontagszug in Eschweiler: Die jecken Tage vom 12. bis 17. Februar sind ein Fest der Freiheit, aber auch ein Kraftakt für all jene, die diese Freiheit schützen müssen.
Diebstahl, Raub, sexuelle Übergriffe, Massenpanik, Terrorgefahr: Wie bei allen großen Festen lauern auch im Karneval Risiken und Gefahren. Die Städte haben besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ihr Jeckinnen und Jecken könnt aber zum Teil auch selbst für eure Sicherheit sorgen, um unbeschwert zu feiern.
Direkt zu deiner Stadt oder den Tipps:
Köln - Glasverbote an den drei Hotspots
Dort, wo zum Straßenkarneval die meisten Feiernden zu erwarten sind, setzt die Stadt Köln wieder auf Glasverbote. Das soll Verletzungen durch Scherben verhindern. Die Glasverbote gelten in bestimmten Zeiträumen in Teilen dieser Bereiche:
In der Altstadt:
- Weiberfastnacht von 8 Uhr bis Freitag um 8 Uhr
- Karnevalssamstag von 18 bis Sonntag um 8 Uhr
Im Zülpicher Viertel / Kwartier Latäng:
- Weiberfastnacht von 8 bis Freitag um 8 Uhr
- Karnevalsfreitag von 15 bis Samstag um 8 Uhr
- Samstag von 12 bis Sonntag um 8 Uhr
- Rosenmontag von 15 Uhr bis Dienstag um 8 Uhr
Innerer Grüngürtel, Uniwiese und Hiroshima-Nagasaki Park:
- Weiberfastnacht von 10 bis Freitag um 20 Uhr
- Freitag bis Rosenmontag jeweils von 11 bis 22 Uhr
Freiwilliger Glasverzicht in der Südstadt:
- Weiberfastnacht von 8 bis Freitag um 8 Uhr
Im Zülpicher Viertel rund um die Zülpicher Straße gibt es außerdem wieder eine Feierzone mit Zugangsbegrenzung und Bereiche, die für Feiernde gesperrt sind. Ist der Andrang in der Feierzone zu groß, wird abgeriegelt. Ausgänge gibt es zahlreiche, aber nur drei offizielle Zugänge:
- Ecke Zülpicher Straße und Zülpicher Wall
- Ecke Roonstraße und Beethovenstraße
- Ecke Kyffhäuserstraße und Barbarossaplatz
Zugang zur Feierzone in der Zülpicher Straße am 11.11.2025
Wird es in der Feierzone im Zülpicher Viertel zu voll, gibt es eine Ausweichfläche. Dazu wird ein Teil der Uniwiese mit Holzplatten bedeckt. Die Ausweichfläche fällt erneut kleiner aus als im Vorjahr. Es gibt dort weder Musik, noch lässt sich dort Alkohol kaufen.
Alle gesperrten Bereiche im Zülpicher Viertel und die Zugangskontrollen zur Feierzone rund um die Zülpicher Straße gelten von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch.
Düsseldorf - Glasverbot in der Altstadt
Das Glasverbot in Düsseldorf erstreckt sich über weite Teile der Altstadt, es wird an 16 Zugangsstellen kontrolliert. Auch hier gilt: Weder dürft ihr Glasflaschen und andere Glasbehälter mitnehmen, noch dürft ihr sie dort zum Mitnehmen kaufen. Das Verbot gilt an diesen drei Tagen:
- Altweiber von 8 Uhr bis Freitag um 5 Uhr
- Karnevalssonntag von 12 Uhr bis Montag um 8 Uhr
- Rosenmontag von 8 Uhr bis Dienstag um 5 Uhr
Für mehr Sicherheit lässt die Stadt in diesem Jahr einige Zufahrten zur Altstadt zusätzlich absperren. Rund 200 Ordnungskräfte sowie hunderte Polizisten werden täglich von Altweiber bis Rosenmontag im Einsatz sein.
In der Düsseldorfer Altstadt gilt zum Straßenkarneval ein Glasverbot - die Gassen sind zum Teil prall gefüllt.
Von den Hilfsorganisationen wird es wieder mehrere Anlaufstellen geben, um Verletzungen oder betrunkene Narren zu betreuen und zu versorgen, unter anderem im Rathaus-Innenhof, an der Neanderkirche und am Horionplatz. Zudem sind mobile Teams der Organisationen in den Altstadtgassen unterwegs.
Bonn: Sicherheitsdienst unterstützt Ordnungsamt
Glasverbotszonen gibt es in Bonn zum Straßenkarneval nicht, "da die Situation das aktuell nicht rechtfertigt", teilt die Stadt mit. Zur Sicherheit der Jeckinnen und Jecken werde das Ordnungsamt wieder viel Präsenz zeigen. An "neuralgischen Punkten" wie beispielsweise dem Beueler Rheinufer oder der Altstadt ist unterstützend auch ein Sicherheitsdienst im Einsatz.
Das Bonner Ordnungsamt und Polizei haben außerdem auch wieder Alkoholexzesse unter Jugendlichen im Fokus. Um diese zu verhindern, setze man auf das bewährte Konzept von Prävention, Kontrolle und Angebot, heißt es.
Für junge Menschen gibt es zum Beispiel Alternativangebote wie die After-School-Party auf dem Münsterplatz an Weiberfastnacht. Außerdem ist der Bonner "Event-Sprinter" unterwegs, an dem Minderjährige Alkohol eintauschen können gegen Bonbons, Tütensuppe oder Kondome.
Aachen - zusätzliche Durchfahrtssperren
Auch in Aachen gibt es keine Glasverbotszonen. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen gibt es vor allem rund um die Karnevalsumzüge am Sonntag und Rosenmontag. In diesem Jahr gibt es "zusätzliche mobile Rückhaltesperren", die Autos am Durchfahren hindern, teilt die Stadt mit.
Messerverbot: Woran ihr denken müsst
In Deutschland gilt seit eineinhalb Jahren ein gesetzliches Messerverbot. Das gilt für alle öffentlichen Veranstaltungen. Wie die Polizei Köln betont, umfasst diese Regelung auch alle öffentlichen Karnevalsveranstaltungen, darunter Umzüge und den Straßenkarneval in zahlreichen Vierteln. Sie führt Personen- und Taschenkontrollen durch.
Gesetzlich verboten ist laut Bundesinnenministerium das Mitführen aller Arten von Messern, unabhängig von der Klingenlänge und der Beschaffenheit. Ihr dürfte also auch keine Alltagsmesser wie Taschenmesser und Obstmesser bei euch haben.
Tipps, wie ihr euch im Straßenkarneval selbst schützen könnt
Kneipenkarneval im Zülpicher Viertel
Mit diesen Tipps der Polizei kommt ihr sicherer durch die tollen Tage:
- Nehmt zum Feiern nur mit, was ihr an diesem Tag wirklich benötigt. Telefon, Ausweis, Bahnticket und Bargeld genügen meist.
- Wenn ihr diese wenigen Sachen körpernah verstaut, haben es Taschendiebe schwer.
- Vor K.-o.-Tropfen könnt ihr euch schützen, indem ihr keine offenen Getränke von Fremden annehmt und das eigene Getränk nicht unbeaufsichtigt lasst.
- Geht drohenden Auseinandersetzungen konsequent aus dem Weg und sprecht frühzeitig Einsatzkräfte an.
- Organisiert euch schon vor dem Ausgehen den sicheren Heimweg, zum Beispiel in Begleitung von Freundinnen oder Freunden.
- Und natürlich: Lasst das Auto, Moped oder den E-Scooter stehen, wenn ihr nicht mehr nüchtern seid.
Übrigens: Auch mit der Wahl des richtigen Kostüms kommt ihr sicherer durch die jecken Tage. Lange Schleppen, sperrige Accessoires wie Flügel und Schuhe mit hohen Absätzen mögen optisch beeindrucken, können aber auch das Unfallrisiko erhöhen. Und bedenkt: Viele Kostüme bestehen aus leicht entflammbaren Kunstfasern.
Hier findet ihr Hilfe
Solltet ihr Hilfe benötigen, könnt ihr nicht nur Polizisten sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Sicherheitsdienste ansprechen oder die 110 wählen. In einigen Städten gibt es auch das Projekt "Luisa ist hier!". Dabei machen zahlreiche Kneipen und Clubs in Münster, Düsseldorf, Bonn, Bochum und einigen anderen NRW-Städten und -Kreisen mit.
Frau neben Plaket "Luisa ist hier!"
Das niedrigschwellige Hilfsangebot für Frauen und Mädchen funktioniert so: Fühlt ihr euch unwohl, belästigt oder bedrängt, erhaltet ihr in teilnehmenden Einrichtungen mit der Codefrage "Ist Luisa hier?" diskrete Hilfe beim Personal. Welche Lokalitäten und Einrichtungen an der Kampagne teilnehmen, erkennt man an Plakaten und Aufklebern vor Ort.
In Köln gibt es im Falle von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen, Frauen und queere Menschen das Hilfsangebot "Edelgard". Das Team ist unter der Telefonnummer 0221/221-27777 erreichbar. Ähnliche Hilfsangebote gibt es auch anderswo.
Außerdem sind in Köln an Weiberfastnacht und an Rosenmontag gut zwei Dutzend Streetworker als Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterwegs. Sie sprechen Arabisch, Französisch und Englisch. Im Zülpicher Viertel erreicht man die Streetworker unter der Telefonnummer 0173/8873480 und in der Altstadt unter 0152/54547986. Zu erkennen sind sie an ihren grünen Jacken mit der Aufschrift "Streetwork Köln".
Unsere Quellen:
- Informationen der Städte Bonn und Aachen auf WDR-Anfrage
- Mitteilungen der Stadt Köln
- Stadt Düsseldorf
- Mitteilungen mehrerer Polizeien in NRW
- Informationen des Projekts "Luisa ist hier!"
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 02.02.2026, 06.20 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 02.02.2026, 12.45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 02.02.2026, 19.30 Uhr