DLGR Bilanz Badetote | Aktuelle Stunde
00:23 Min.. Verfügbar bis 07.08.2027.
Verregneter Sommer: Bisher weniger Badetote als im Vorjahr
Stand:
In Deutschland sind in diesem Jahr bisher 236 Menschen in Gewässern ertrunken. Das sind 16 weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahrs. Grund könnte nach Einschätzung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) das eher regnerische Wetter gewesen sein.
Die meisten Menschen sind in Deutschland dieses Jahr bisher in Seen und Flüssen ertrunken. In Schwimmbädern, Nord- und Ostsee waren es deutlich weniger. Ursprünglich war mit noch mehr Badetoten dieses Jahr gerechnet worden. Ende Juni waren allein in NRW sechs Männer und ein Drei-jähriges Kind ertrunken.
"Sah es im Juni noch danach aus, dass die Zahl der tödlichen Badeunfälle im Vergleich zu den Vorjahren deutlichen ansteigen könnte, traf diese Befürchtung nach dem regenreichen Juli nicht ein." Ute Vogt, Präsidentin der DLRG
Vor allem junge Männer ertrinken
Besonders häufig sterben junge Männer und Jugendliche beim Baden. Die DLRG spricht dabei von "Badeunfälle infolge von Leichtsinn und Übermut". Die Opfer könnten oft gar nicht oder nur schlecht schwimmen.
Viele Menschen ertrinken an unbewachten Badestellen
Bei älteren Schwimmern sind die Auslöser für tödliche Unfälle eher Vorerkrankungen, teilweise aber auch Selbstüberschätzung. Gerade an unbewachten Badestellen kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen, weil Hilfe im Ernstfall nicht schnell genug vor Ort ist.
"Eltern unterschätzen immer wieder, wie schnell ein wenig Ablenkung zu einer lebensbedrohlichen Situation für ein Kind führen kann." Frank Villmow, Leiter der Verbandskommunikation der DLRG
Wenn Kinder ertrinken, dann passiere das oft, weil die Eltern kurz unaufmerksam waren. Auch flache Gewässer, wie Gartenteiche oder aufblasbare Pools könnten für Kinder zu tödlichen Fallen werden.
Bisher weniger tödliche Bootsunglücke
Laut DLRG sind bisher dieses Jahr 13 Wassersportler beim Paddeln, Bootfahren oder Surfen gestorben. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum schon 20 gewesen. Um Unfälle zu verhindern, mahnt DLRG-Präsidentin Ute Vogt: Beim Boot fahren sollte jeder eine Rettungsweste oder eine Schwimmweste tragen, unabhängig davon, ob es vorgeschrieben ist. Rettungswesten können Leben retten, weil der Träger beim Kentern an der Wasseroberfläche bleibt.
Quellen:
- WDR-Recherche zu Badetoten in NRW
- Pressemitteilung der DLRG