Zu Besuch beim Klimaschützer: Das Große Torfmoor in Minden-Lübbecke
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Das Große Torfmoor in Minden-Lübbecke ist ein Paradies für Naturliebhaber und Wanderer. Auch Kinder können hier etwas über seltene Tiere und Pflanzen lernen. Doch vor allem erfahren sie mehr darüber, wie Moore das Klima schützen.
Von Mirjam Ratmann
In den frühen Morgenstunden, wenn Nebelschwaden über das Moor ziehen, entfaltet sich eine fast mystische Stimmung. Im Großen Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke kann man die Natur in ihrer ursprünglichen Form erleben. Munter hüpfen Moorfrösche vorbei, Libellen schweben in allen Farben und Formen durch die Luft und wer aufmerksam ist, kann sogar einige Kiebitze entdecken - ein Paradies für Fotografen, Naturliebhaber und Wanderer.
Teil des größten zusammenhängenden Moorgebiets in NRW
"Das Moor hat ganz viele Geheimnisse", sagt Sophie Brinkhoff. Sie ist Wanderführerin und kennt das Große Torfmoor seit ihrer Kindheit. Auch ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) nach der Schule verrichtete sie im Moorhus, dem NABU-Besucherzentrum am Torfmoor.
Gerade ist sie mit einer Gruppe Kinder und Jugendlichen unterwegs und hat sie auf ihren Lieblingsaussichtsturm geführt. "Ich mag, wie offen es ist, wie gut man den Blick schweifen lassen kann. Und es ist ein Ort, der immer anders aussieht." Alles sei im Torfmoor nah beieinander, sodass man alle fünf Minuten etwas Neues entdecken könne. Sie ist noch immer fasziniert von diesem Ort.
Sophie Brinkhoff fasziniert die Langsamkeit des Großen Torfmoores
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Das rund 515 Hektar große Naturschutzgebiet gehört laut der Experten von der Biologischen Station Minden-Lübbecke zum größten zusammenhängenden Moorgebiet in Nordrhein-Westfalen. Es entstand vor etwa 11.000 Jahren, als die Weser zurückweichenden Gletschern ausweichen musste.
Zwei weitere große Hochmoore in NRW sind das Hohe Venn bei Aachen und das Emsdettener Venn im Kreis Steinfurt. Insgesamt gibt es 2100 Hektar Moorlebensraum in NRW, das meiste davon gehört zu Niedermooren.
Naturschutzgebiet für seltene Pflanzen- und Tierarten
Das Große Torfmoor bietet heute seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort. So wächst hier etwa die fleischfressende Pflanze Sonnentau, die Sophie Brinkhoff auf ihren Routen den Kindern gerne präsentiert. 1974 wurde das Große Hochmoor als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Beeindruckende Natur: das Große Torfmoor bei Lübbecke
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Brinkhoff führt als eine der Betreuerinnen der Naturschutzjugend (NAJU) vom NABU Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 14 Jahren durch die Moore. Durch viele Mitmachaktionen lernen sie auf spielerische Art und Weise, wie ein Moor entsteht, welche Tiere sich hier verstecken und warum es so wichtig für den Klimaschutz ist.
Torfmoor speichert zwei Millionen Tonnen CO2
Weltweit bedecken Moore drei Prozent der Oberfläche. Doch sie binden laut BUND doppelt so viel CO2 wie alle Wälder der Erde zusammen. Torfmoor nimmt CO2 auf und das entstehende Torf, eine Form von Humus, schließt den Kohlestoff dann ein. Daher sind Moore die besten Klimaschützer und in besonderem Maße erhaltenswert.
So schön ist das Große Torfmoor
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Im Torfmoor Minden wurden bereits etwa zwei Millionen Tonnen CO2 gespeichert. So verdunstet in den Sommermonaten viel Wasser und kühlt die Umgebung - woran sich gerade Wasservögel wie Wiesenpieper, Tüpfelsumpfhühner oder Bekassinen erfreuen, die hier beheimatet sind.
Bis zu sieben Kilometer Wanderwege
Auf insgesamt vier Rundwanderwegen zwischen zwei und sieben Kilometern wie einem Moor-Erlebnis-Pfad können Besucher dieses Klimabiotop auch ohne Führung selbst erkunden. Die Wanderungen führen meist über feste Wanderwege, manchmal aber auch über Holzbohlenwege und vorbei an Aussichtstürmen sowie Schutzhütten.
Großes Torfmoor in Minden-Lübbecke: Alle Infos
- Adresse: Moorhus Besucherzentrum, Frotheimer Straße 57a, 32312 Lübbecke
- Wanderwege: 3 Kilometer langer Moor-Erlebnis-Pfad sowie drei Rundwanderwege zwischen 2 und 7 Kilometern
- Führungen: Dauern 120 Minuten, maximale Teilnehmerzahl 25 Personen, Preise: 80 Euro für Gruppen bis zu 12 Personen, danach pro weiterer Person 7 Euro, 100 Euro für Schulklassen
Wer noch tiefer eintauchen möchte, kann die Füße und Beine in die Matschbahn tauchen und das Moor mit all seinen Sinnen spüren oder an einer geführten Exkursion teilnehmen. Für Sophie Brinkhoff ist ein Besuch im Großen Torfmoor so oder so ein Muss: "Für NRW ist das ein absoluter Geheimtipp - man muss eigentlich mal hier gewesen sein."
Über dieses Thema haben wir auch am 26.07.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit am Samstag, 19.30 Uhr.