Er macht alte Autos zu Filmstars: Ein Oldtimer-Vermittler auf der Jagd
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Markus Grünhagen aus Bad Honnef-Aegidienberg vermittelt historische Fahrzeuge für Filmproduktionen. Sein Jagdrevier sind Oldtimertreffen - und dort zeigt sich sehr schnell: Das Ganze ist mehr als nur ein Job für ihn.
Von Verena Köplin (Text) und Angela Sinne (Multimedia)
Markus Grünhagen wippt von einem Fuß auf den anderen, reckt den Kopf, um ja kein einfahrendes Auto zu verpassen. Immer wenn irgendwo auf dem großen Parkplatz Rheinbach-Wormersdorf ein Motor aufheult, horcht er auf, ein Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. "Musik in meinen Ohren", ruft er. "Der Tanz der Ventile - herrlich. Mein Herz geht auf Höchstdrehzahl." Grünhagen ist nicht privat beim Oldtimertreffen in Wormersdorf. Er hat eine Mission: Autos zu Filmstars zu machen.
Nur wenige Vermittler, dafür zahlreiche Oldtimer
Grünhagen hat eine Kartei mit mehr als 3500 Oldtimern deutschlandweit. Sie gehören Privatleuten, die er anrufen kann, wenn eine Filmproduktion einen speziellen Oldtimer sucht. Oft werden dann nicht nur die Autos zu Filmstars, sondern auch ihre Besitzer. Denn viele der historischen Schätzchen haben über die Jahre so ihre Eigenarten entwickelt, die nur der jeweilige Besitzer kennt - und vor der Kamera umschiffen kann.
Neben Grünhagens Betrieb in Bad Honnef gibt es in Nordrhein-Westfalen nur eine Handvoll weiterer Vermittler wie ihn. Dafür aber umso mehr potenzielle Autos: 171.500 Oldtimer hat das Kraftfahrt-Bundesamt Anfang 2023 in NRW gezählt.
Hier in Wormersdorf hofft Grünhagen auf "jede Menge schöne Autos und nette Fahrzeugbesitzer, die filmaffin sind". Er schaut aber auch genau hin - denn nicht jedes schöne, gepflegte und historisch anmutende Auto ist auch wirklich so originalgetreu, dass es authentisch in einem Film gezeigt werden kann. Da helfen dem Kraftfahrzeughistoriker seine mehr als 40 Jahre Expertise: Von der Farbe eines Autos kann er ableiten, in welchem Zeitraum es gebaut wurde. Und wenn ein Auto moderne Reifen zu einem historischen Gewand trägt, fällt ihm das auch auf. Dann heißt es: Weitersuchen - und den Kopf recken, wenn ein weiteres Schätzchen auf den Parkplatz rollt.
Über dieses Thema haben wir am 29.07.2025 auch im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Bonn, 19.30 Uhr.