Wandern in NRW: So schön ist die Niedersfelder Hochheide
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Schafe, violette Blütenpracht, leckere Blaubeeren und die beste Aussicht über das Sauerland - das alles verspricht die Niedersfelder Hochheide. Wer hier wandern möchte, sollte aber an seine Regenjacke denken. Zu Besuch in einer in NRW einzigartigen Landschaft.
Von Annika Müller (Text) und Olaf Tack (Multimedia)
Immer im Spätsommer steht die Heideblüte in voller Pracht. Wie ein riesiger violetter Teppich legt sie sich über die weitläufige Heidefläche im Naturschutzgebiet "Neuer Hagen", auch Niedersfelder Hochheide genannt. Wanderer und Naturliebhaber stehen mit Fotokamera und Handy auf dem Trampelpfad, um das beeindruckende Schauspiel festzuhalten.
Niedersfelder Hochheide: Ein einzigartiges Naturerlebnis
Einer, der das Gebiet und seine Flora und Fauna gut kennt, ist Werner Schubert. Er engagiert sich bei der Biologischen Station Hochsauerlandkreis für den Naturschutz in der Region - und begleitet regelmäßig Exkursionen durch die beeindruckende Landschaft.
Gästeführer Werner Schubert weiß, warum die Niedersfelder Hochheide so besonders ist
00:19 Min.. Verfügbar bis 25.10.2027.
Die rund 74 Hektar große Naturlandschaft nahe Winterberg ist die größte Hochheide in ganz Nordrhein-Westfalen und sogar europaweit eine Besonderheit. Auf 800 Metern Höhe finden Wanderer verschiedenste Pflanzenarten. Zum Beispiel Besenheide, Berg-Ginster, die als Heilpflanze bekannte Arnika oder Wollgräser. Wer nicht nur auf den Boden, sondern auch in die Lüfte blickt, kann zudem seltene Vogelarten entdecken.
So schön ist die Niedersfelder Hochheide
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Entlang des Rundwegs zwischen Langenberg und Clemensberg führt Schubert Besucher einmal rund um das Naturschutzgebiet. Der Wanderweg ist fünf Kilometer lang und familienfreundlich. Wer die Natur entdecken will, braucht besonders eines: wetterfeste Kleidung. Denn die Wetterwechsel kommen oft schnell und unvorhersehbar, nicht selten ziehen plötzliche Regenschauer auf.
Niedersfelder Hochheide: Infos zur Wanderung
Anreise mit dem Auto: Parkplätze an der Hochheidehütte, Auf der Knippe 100, 59955 Winterberg-Niedersfeld
Anreise mit dem ÖPNV: RE57 nach Winterberg Bahnhof, von dort mit den Bussen S40 oder 452 nach Winterberg-Niedersfeld, dann eine Stunde Aufstieg zur Hochheidehütte
Strecke: Rundweg durch die Hochheide, rund 5 Kilometer lang, etwa 1,5 bis 2 Stunden
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel, befestigte Wege
Tipp: Zwischen Ende Juli und Anfang September blüht die Heide
Mit lebenden Mähmaschinen die Heide bewahren
Wenn Schubert seine Besucher durch die Heide führt, trifft er auch immer wieder auf Peter Kuhlmann. Stoisch steht der Schäfer mit seinem Stock und dem schwarzen Hund an seiner Seite auf der grünen Wiese. Ob es gerade in Strömen regnet oder die Sonne scheint, ist ihm egal. "Jeden Tag hier oben zu sein, ist wunderschön", sagt er mit wettergegerbtem Gesicht.
Sein Blick ist konzentriert auf seine 54 Schafe und Ziegen geheftet, die gemächlich kauend ihrer Aufgabe nachgehen. "Sie halten das Gras kurz, zerbeißen die Büsche und sorgen dafür, dass die Heide in ihrem typischen Zustand bleibt", sagt der Schäfer. Nur wenn plötzlich eine Nebelwand aufzieht, bereite ihm das Probleme: "Dann kann ich manchmal kaum 20 Meter weit gucken und sehe nicht mehr, was die Schafe machen. Dann können sie auch mal ausbüxen." So schnell wie der Nebel in der Bergheide kommt, geht er aber in der Regel auch.
"Die Mutter der Berge"
Den besten Ausblick auf der Wanderung rund um die Niedersfelder Hochheide bietet sich am Ende des Rundwegs auf dem rund 840 Meter hohen Clemensberg. Wanderführer Hans Schild sagt: "Das hier ist die Mutter der Berge, weil sie alle ihre Kinder drumherum hat."
So sieht die Hochheide von oben aus
00:33 Min.. Verfügbar bis 25.10.2027.
Wer vor dem Anstieg noch eine Stärkung braucht, kann am Wegesrand wilde Blaubeeren pflücken. Sie schmecken besser als aus dem Supermarkt, meint eine Teilnehmerin der Wandergruppe. "Natur pur", bestätigt eine andere Frau.
Über dieses Thema berichteten wir auch am 19.07.2025 im WDR Fernsehen: Lokalzeit am Samstag, 19.30 Uhr.