Felix und Alexander Meinold testen ihr Modell-Karussell

00:24 Min. Verfügbar bis 29.05.2027

Kirmes im Keller: Wie eine Familie das Volksfest nach Hause holt

Heimatliebe

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Von Mini-Karussells bis zur gehäkelten Geisterbahn: Bei Familie Meinold aus Warstein dreht sich alles um die große Leidenschaft für die Kirmes.

Von Heinrich Buttermann

Felix und Alexander Meinold sitzen lächelnd vor zwei Mikrofonen, die Finger an Reglern für Motoren, Licht, Nebel und der Musikanlage. Sie starten eine kleine Nebelanlage, bunte Lichter blinken, dann setzt sich das Karussell "Enterprise" in Bewegung. "Jetzt festhalten, es geht los", nuschelt der 20-jährige Felix ins Mikrofon. Durch wummernde Musik, Hall und Echo ist er kaum zu verstehen. So wie auf einer echten Kirmes eben. Nur dass das Karussell "Enterprise" eben nicht dutzende Meter groß ist, sondern rund 80 Zentimeter.

Links ein Riesenrad. Rechts daneben Alexander, Felix und Vater Frank Meinold

Kirmesfieber vererbt: Alexander, Felix und Vater Frank Meinold

Die beiden Brüder aus Warstein im Sauerland gehören wohl zu den größten Kirmes-Fans im Land. Im vergangenen Jahr besuchten sie 49 Veranstaltungen. Wie sie zieht es jährlich Millionen Menschen auf die bunten, lauten und grellen Volksfeste. Allein die bekannte Cranger Kirmes in Herne lockt laut Veranstalter jährlich rund vier Millionen Menschen an und gilt als das größte Volksfest in NRW.

Die Karussellscheibe der "Enterprise" dreht sich immer schneller. Dann fährt sie auf einer Seite hoch, bis sie senkrecht steht. Auf einer echten "Enterprise" rebelliert so manchem Besucher spätestens jetzt der Magen. Im Kellerraum der Familie Meinold schrammt das Karussell nur knapp an der Decke vorbei.

Kirmes-Verrücktheit liegt in der Familie

Das beeindruckende Miniatur-Karussell hat Vater Frank selbst gebaut. "Ich war als Kind immer von Kirmes fasziniert und wollte Karussells nachbauen, hatte aber nicht die Möglichkeit dazu", erzählt der 55-Jährige. Als ausgebildeter Werkzeugmacher wurde sein Traum Wirklichkeit. "Dann konnte ich endlich meine vielen Ideen umsetzen."

Im Nebenraum zeigen die Meinolds stolz ihre Werkstatt. Hier sind in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 20 Modelle entstanden, zunehmend in Teamarbeit. Mit den Werken haben es die Meinolds sogar schon auf eine Modellbau-Messe geschafft.

Warum die Mini-Kirmes die Messebesucher begeistert hat

00:26 Min. Verfügbar bis 29.05.2027

Auf genauen Maßstab und Details kommt es für Frank Meinold beim Modellbau nicht an. "Ich genieße dabei auch eine gewisse künstlerische Freiheit", sagt er und lächelt. Hauptsache, die Fahrgeschäfte passen in das kleine Einfamilienhaus am Stadtrand von Warstein. Während er erzählt, dreht sich neben ihm zwischen Werkzeug und 3D-Drucker ein Riesenrad. Auch das passt gerade so in den Kellerraum.

Salatschüssel wird zur Aussichtsplattform

Die Kirmes-Leidenschaft der Meinolds ist längst nicht auf den Keller beschränkt. Auch im Wohnzimmer dominiert der Rummel. Der 17-jährige Alexander hat den "Hexentanz" aus Lego-Steinen zusammengebaut, Bruder Felix das Riesen-Pendel "Apollo 13". Daneben steht der größte Eigenbau: Der City-Skyliner ist über zwei Meter hoch.

Eine Montage mit drei Fotos: Link steht Frank neben einem zwei Meter hohen Modell-Turm. In der Mitte der 17-jährige Alexander und rechts der 20-jährige Felix mit Modell-Fahrgeschäften aus Lego-Steinen.

Frank, Alexander und Felix Meinold mit ihren Bauwerken

Die große, bewegliche Aussichtsplattform sollte möglichst detailgetreu aussehen - mit gebogenen Scheiben. Für den Bau bestellte Bastler Frank Meinold mehrere Salatschüsseln aus Plastik und verbaute Teile davon in der Plattform.

Über 1000 Stunden häkeln für die Geisterbahn

Vor zwei Jahren ist auch Mutter Birgit in den Nachbau von Fahrgeschäften eingestiegen, auf ihre eigene Art und Weise. Dabei hat sie sofort einen Familienrekord aufgestellt: Mehr als 1000 Stunden saß sie an einer kleinen Häkel-Geisterbahn. Mit Liebe zum Detail häkelte sie die Fassade, Wagen und Geister.

Wie Birgit Meinolds Idee für die Häkel-Geisterbahn entstand

00:14 Min. Verfügbar bis 29.05.2027

"Es macht einfach unheimlich Spaß", erklärt sie stellvertretend für die Familie aus Warstein ihre Leidenschaft. Felix und Alexander Meinold freuen sich auch schon auf die nächsten Kirmesbesuche. "Send" in Münster und "Libori" in Paderborn gehören zum Pflichtprogramm, die "Soester Allerheiligenkirmes" erst recht. "Da sind wir dann an jedem Tag und beim Aufbau auch." Die Eltern lassen es dagegen mittlerweile etwas langsamer angehen. Sie können ja sicher sein: Ihre Liebe zur Kirmes haben sie erfolgreich weitergegeben.

Über dieses Thema haben wir auch am 02.05.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Südwestfalen, 19.30 Uhr.