Es ist Samstag, der 22. Mai 2010. Am Kemnader See herrscht an diesem Nachmittag Volksfeststimmung. Hunderte Menschen sind zur ehemaligen Zeche Gibraltar ans Bochumer Ufer gekommen. Sie wollen dabei sein, wenn der große, gelbe Ballon in den Himmel aufsteigt. Im ganzen Ruhrgebiet feiern die Menschen: Der Ruhrpott ist die Kulturhauptstadt Europas. Die gelben Riesen sind Teil einer Kunstinstallation des Projekts "Ruhr.2010".
Wie Stecknadelköpfe auf einer Landkarte sollen die gelben Ballons in den kommenden Wochen als "Schachtzeichen" den Strukturwandel im Ruhrgebiet veranschaulichen. Sie markieren Orte, an denen einst Schacht- und Zechenanlagen existierten. Längst sind Industrieflächen oder Wohnsiedlungen an ihre Stelle getreten.
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Bergbau und Ruhrgebiet, das gehört zusammen
Viele Jahre lang prägte der Bergbau das Ruhrgebiet, die Kohle spielte eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung und der Stahlherstellung und machte die Region zum größten Ballungsraum Deutschlands.
Aber der Niedergang der Kohle war nicht aufzuhalten. In den 1950er-Jahren arbeiteten hier laut LWL 600.000 Bergleute in 150 Zechen. 2010, während der Aktion Schachtzeichen, wird kaum noch eine Handvoll Zechen im Ruhrgebiet betrieben.
So sah die Schachtzeichen-Aktion damals aus
01:18 Min.. Verfügbar bis 17.10.2027.
Über 1800 Freiwillige machen die Vergangenheit 2010 im Ruhrgebiet wieder sichtbar. Sie lassen die 3,70 Meter großen Heliumballons mit einer Seilwinde steigen und holen sie nachts oder bei schlechtem Wetter wieder ein.
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Einige der 311 Ballons müssen wetterbedingt an den ersten Tagen am Boden bleiben, andere steigen sicherheitshalber nicht ganz so hoch. Trotzdem sind überall im Ruhrgebiet die Schachtzeichen zu sehen. Sie vermitteln einen Eindruck, welche Bedeutung der Bergbau für die Region und die Menschen hatte und bis heute noch hat.
Über dieses Thema berichten wir am 22.05.2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Ruhr, 19.30 Uhr.