Leise plätschert der Fluss, das Wasser glitzert im Sonnenlicht, Insekten summen. Carsten Wolf und sein Sohn Paul stehen in Anglerhosen im knietiefen Wasser. Beide kommen aus Willich und wollen hier in der Urft bei Gemünd, direkt am Nationalpark Eifel, Forellen fangen. "Die Chancen stehen gut, wir haben schon Fische von der Brücke aus gesehen", sagt der 15-jährige Paul. Auch sein Vater ist optimistisch.
So sieht es aus, wenn Vater und Sohn zusammen fischen
00:35 Min.. Verfügbar bis 28.08.2027.
Fliegenfischen: Die Champions-League für Angler
Wolf und sein Sohn gehören zu den rund 230.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen, die einen Angelschein besitzen. Etwa 115.000 von ihnen sind in einem Angelverein organisiert, so das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Wer einen Angelschein machen möchte, muss 15 Jahre alt sein, für Kinder ab zehn Jahren gibt es aber auch einen Jugendfischereischein. Wolf ist seit 40 Jahren leidenschaftlicher Angler, besonders das Fliegenfischen hat es ihm und seinem Sohn Paul angetan. Eine Königsdisziplin unter Anglern. Denn es erfordert viel Erfahrung.
Paul Wolf erzählt, was ihn am Fliegenfischen so fasziniert
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Bei dieser Art des Angelns schwimmt der Köder - Fliege genannt - auf der Wasseroberfläche. Weil die Fliege sehr leicht ist, wird sie mit speziellen Wurftechniken ausgeworfen. Zu welcher Fliege Wolf und sein Sohn greifen, ist eine Wissenschaft für sich. Sie soll möglichst echt wirken und den Fisch davon überzeugen, dass er in ein echtes Insekt beißt.
Warum der richtige Köder eine Wissenschaft für sich ist
Für den Erfolg ist vor allem eines wichtig: Ruhe. "Das Gewässer erst mal beobachten", sagt Wolf. "Zum Beispiel, ob Insekten, die sich gerade verpuppt haben, aus dem Wasser aufsteigen. Oder ob die Forellen momentan eher hinter Insekten her sind, die über dem Wasser fliegen." All diese Beobachtungen entscheiden, welchen Köder sie auswählen.
Paul erklärt, worauf er bei der Auswahl des richtigen Köders achtet
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Seit seinem sechsten Lebensjahr ist Paul vom Hobby seines Vaters fasziniert und längst selbst begeisterter Fliegenfischer. "Papa, da hinten ist eben was gesprungen", ruft Paul seinem Vater zu. Geduldig werfen die beiden ihre Ruten aus. Immer wieder.
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Nach zwei Stunden ruft Paul auf einmal: "Eine Bachforelle!" Vorsichtig versucht er den Fisch zu landen. Aber im letzten Augenblick verschwindet sie wieder im Wasser. Paul nimmt es gelassen: Geduld gehört zum Angeln dazu.
Endlich!
Dann passiert es doch noch. Eine Forelle schnappt zu. "War doch noch ein erfolgreicher Tag", freut sich Vater Wolf, als er den zappelnden silbernen Fisch mit dem Kescher aus dem Wasser holt.
Carsten Wolf freut sich auf das selbstgefangene Abendessen
Da die Forelle größer als 30 Zentimeter ist, dürfen sie sie auch mit nach Hause nehmen. Das ist hier das Mindestmaß, ab dem der Fisch nicht wieder freigelassen werden muss. Angler Wolf weiß schon genau, wie es mit der Forelle weitergehen wird: "Schön in den Backofen, Butter, Pfeffer, Salz, Rosmarin - fertig."
Über dieses Thema berichten wir auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.