Unterwegs mit den Angel-Sheriffs vom Möhnesee
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Sie sorgen für "Law and Order" am Möhnesee: Johannes Pantel und Michael Knappstein von der Fischerei-Aufsicht kontrollieren Angler, deren Boote und ihren Fischfang - und das bereits seit Jahrzehnten.
Von Mirjam Ratmann (Text), Matthias Heise (Multimedia)
Als das blau-weiße Motorboot näherkommt, geht der erste Blick von Johannes Pantel und Michael Knappstein auf die Rückseite des Gefährts: Die rote Plakette, die sie dort sehen, weist es als eines mit Elektromotor aus. "Da ist schonmal alles in Ordnung", sagt Pantel.
Das Boot schippert inzwischen neben Pantels und Knappsteins Boot, denn die beiden müssen noch mehr kontrollieren. "Als Erstes schauen wir, ob die Fahrer einen Fischereischein haben", sagt Pantel. "Und dann checken wir, ob es einen Fischerei-Erlaubnisvertrag gibt."
Fischerei-Aufsicht kontrolliert Angler auf dem See und am Ufer
Wenn man das, was Pantel und Knappstein tun, beschreiben müsste, dann wäre es wohl Verkehrskontrolle auf See. Bereits seit Jahrzehnten arbeiten die beiden Männer für die Fischerei-Aufsicht auf dem Möhnesee und fahren dort nebenberuflich Streife, um Angler auf dem Wasser und am Ufer zu kontrollieren. Eigentlich arbeitet Pantel als Oldtimer-Teile-Händler, Knappstein als Ingenieur.
Die beiden Männer im blau-weißen Elektroboot reichen Knappstein die Papiere über das Wasser. Nichts zu beanstanden. "Petri Heil", rufen Pantel und Knappstein zum Abschied, den traditionellen Gruß unter Anglern.
Fische dürfen nur ohne Quälerei gefangen werden
In NRW gibt es laut dem Landwirtschaftsministerium über 230.000 registrierte Angler, die jährlich rund 2500 Tonnen Fisch fangen - zum Beispiel auf dem Möhnesee, dem Biggesee, an der Lippe, der Ruhr oder am Rhein. In den Gewässern kann man Karpfen, Hechte, Zander oder Brassen fangen.
Johannes Pantel kontrolliert nicht nur Papiere, sondern auch den Fischfang
Auf dem Möhnesee zieht Pantel gerade einen Mann per Handschlag zu sich ans Boot ran. Pantel muss hier nicht nur die Papiere, sondern auch den frisch gefangenen Barsch kontrollieren.
"Hast du dem nur auf den Kopf gehauen?", fragt Pantel. Auf das "Ja" erwidert er: "Nicht gut, den solltest du abstechen. Wenn der noch bisschen gezuckt hätte, hätten wir ein Problem." Dann wäre das Tierquälerei und würde mit einer Strafanzeige geahndet. Doch der Fischer hat noch einmal Glück: Der Fisch rührt sich nicht mehr. Er ist wohl tot.
Über dieses Thema haben wir auch am 21.05.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit Südwestfalen, 19.30 Uhr.