Alte Postkarte der Jugendherberge Winterberg

Viel mehr als nur ein Schlafsaal: Jugendherberge Winterberg wird 100

Heimatliebe

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Unterhalb des Kahlen Asten liegt im idyllischen Sauerland die Jugendherberge Winterberg - und das seit 100 Jahren. Damit ist sie einer der ältesten Herbergen in Deutschland. Wie das Traditionshaus den Sprung in die Moderne geschafft hat.

Von Christian Albrecht

Es herrscht lautes Stimmengewirr, Geschirr klappert, die Stimmung im Speisesaal der Jugendherberge in Winterberg-Neuastenberg ist gelöst. Mittendrin: Hausleiterin Maria Batke, sie geht von Tisch zu Tisch, spricht mit den Kindern und Erwachsenen, die hier gerade zu Gast sind. "Ich lebe und liebe dieses Haus", sagt die 58-jährige Herbergsleiterin. "Ich liebe das Gewusel, wenn die Kinder hier rumlaufen, wenn sie das Essen genießen, dieser Geräuschpegel, das ist Leben. Das ist Jugendherberge!" Bei diesen Sätzen glänzen ihre Augen.

"Die Jugendherberge ist für mich ein zweites Zuhause geworden", sagt Batke. Sie ist seit 2016 Teil des Teams und leitet seit drei Jahren das Haus. Batke ist Herrin über 286 Betten in 75 Zimmern, rund 29.500 Übernachtungen verzeichnet das Haus in Winterberg pro Jahr - 43 Prozent Schulklassen, 37 Prozent Familien. Als Hausleiterin führt Batke die heute 100-jährige Tradition der Jugendherberge fort.

Leiterin Maria Batke liebt das bunte Treiben in der Jugendherberge

00:12 Min. Verfügbar bis 10.10.2027

1925 wurde das Haus am Fuße des Kahlen Asten gebaut. Nach der Burg Altena und der Wewelsburg in Büren ist die Jugendherberge in Neuastenberg die drittälteste Herberge deutschlandweit. Besonders die Lage auf über 700 Metern Höhe ist ein besonderes Merkmal, direkt nebenan ist das Skigebiet Postwiese. Der Skikeller der Jugendherberge ist voll ausgestattet: "Skier sind zum Ausleihen da, wir bieten Skikurse an, mit unseren Partnern. Für die Schulklassen ist das super, sie sind nicht so weit von zu Hause entfernt", sagt Batke.

Winterberg: Jugendherberge hat sich gewandelt

Wie bei allen Jugendherbergen lautete der Grundgedanke auch in Winterberg damals: Für kleines Geld sollen jugendliche Wanderer in der Herberge essen und schlafen können. Die Zimmer waren einfach ausgestattet mit Stockbetten, zum Waschen ging man ins Gemeinschaftsbad. Das hat sich geändert: "Wir haben heute Boxspringbetten, auf der Hälfte der Zimmer sind Dusche und WC." Die Zimmer sind schlicht, aber modern, haben rote Farbtupfer und Holzoptik. Aber ein wenig Jugendherberge ist noch geblieben: Die Gäste müssen ihre Betten selbst beziehen und das Zimmer bei Abreise besenrein hinterlassen.

Jugendliche klettern an einer Kletterwand.

In der Jugendherberge gibt es die unterschiedlichsten Freizeitangebote

Während früher der Herbergsvater oder die Herbergsmutter einen bunten Abend mit Singen und Musik veranstaltete, ist das Programm für die Schulklassen heute deutlich vielfältiger. Schüler aus Monheim klettern an der Kletterwand auf der Rückseite des Hauses. Hier geht es um Vertrauen: Während der eine oben in der Wand hängt, sichert der andere ihn unten ab.

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Kurz danach gibt es in der lichtdurchfluteten Kantine Mittagessen: gefüllte Paprika mit Reis. "Wir hatten am Anfang auch Fast Food, davon sind wir ganz weg. Unser Essen ist heute vegetarisch, wir bieten auch vegan an, alles Bio-zertifiziert", sagt Batke. Hagebuttentee und Butterbrot gibt es schon lange nicht mehr in der Jugendherberge.

Seit 100 Jahren ist die Jugendherberge die Anlaufstelle im Sauerland

00:13 Min. Verfügbar bis 10.10.2027

In 100 Jahren hat sich die Jugendherberge Winterberg von einem einfachen Übernachtungshaus mehr Richtung Hotel verwandelt - aber die familiäre Atmosphäre ist geblieben.   

Über dieses Thema haben wir auch am 10.10.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit Südwestfalen, 19.30 Uhr.