Simin Heuser, eine junge brünette Frau in einem hellen, karierten Jackett und einem weißen T-Shirt, läuft auf einem Gehweg unter begrünten Bäumen.

Krebs mit 29: Warum junge Menschen mehr Unterstützung brauchen

Füreinander

Stand:

Tausende junge Menschen in Deutschland bekommen jedes Jahr eine Krebsdiagnose. Simin Heuser ist eine von ihnen. Vor zwei Jahren verändert ein Hirntumor ihr Leben. Jetzt will sich die 29-Jährige für junge Betroffene einsetzen.

Von Joline Schnitker (Text) und Janina Werner (Multimedia)

Simin Heuser sitzt an einem kleinen Tisch und legt ihren linken Arm entspannt auf der Platte ab. Sie lächelt, während sie über das Ereignis spricht, das ihr Leben verändert hat: ihre Krebsdiagnose. Im Februar 2023 geht Heuser wegen Kopfschmerzen zu ihrem Hausarzt. Bei der MRT entdecken die Mediziner einen Hirntumor. "Es war surreal. Man denkt immer, es kann einen ja nicht selbst treffen."

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Heuser hat Glück. Bei der Operation im April 2023 können die Ärzte den Tumor vollständig entfernen. Dennoch schränkt die Erkrankung sie ein. "Ich habe erst durch meine Krankheit gelernt, dass junge Menschen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind, extreme Schwierigkeiten haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen." Auch bei der Adoption von Kindern, Verbeamtung oder Krediten kann es Schwierigkeiten geben. Dazu kommen die psychischen Folgen.

Junge Erwachsene und der Krebs

Wie Simin Heuser geht es dabei vielen jungen Erwachsenen. Jedes Jahr erkranken laut Krebshilfe etwa 15.600 Menschen zwischen 15 und 39 Jahren an Krebs. Ihre Lebenssituation unterscheidet sich stark von der älterer Krebspatienten. Die Diagnose reißt sie aus ihrem Studium, der Ausbildung, dem ersten Job oder der Familiengründung.

Schnell merkt Heuser: Sie will sich mit anderen Betroffenen über diese Herausforderungen austauschen. Doch Selbsthilfegruppen für junge Krebspatienten gibt es bisher zu wenig. Die 29-Jährige wird selbst aktiv. Gemeinsam mit zwei Freunden gründet sie in Köln gerade den Verein Krebs Kollektiv e.V.

Im Verein wollen sie nicht nur die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs unterstützen, sondern auch Netzwerktreffen organisieren. Dort können Betroffene sich austauschen und gegenseitig helfen.

Dieser Beitrag liefert Informationen zum Facebook-Reel der WDR Lokalzeit "Vor zwei Jahren erhielt Simin die Diagnose, die ihr Leben veränderte: Gehirntumor. Die Operation verlief erfolgreich, jetzt will sie anderen helfen" vom 30.11.2025, 12:20 Uhr.

Wie junge Menschen gegen den Krebs kämpfen: