Eine Hand streichelt Labradoodle Morris

Ein Hund als Trauerbegleiter: Wie Morris neue Hoffnung schenkt

Füreinander

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Für viele ist es die schwerste Zeit ihres Lebens: die Trauer nach dem Tod eines Partners, Familienmitglieds oder engen Freundes. Bei einem Bestatter in Wegberg hilft Labradoodle Morris dabei, die Trauer zumindest ein Stück weit zu bewältigen.

Von Stefan Weisemann (Text) und Sofia Leikam (Multimedia)

"Gib mal Pfötchen", sagt Beate Teubner, während sie auf einer Bank in der Sonne sitzt. Und das bekommt sie auch sofort. Von Morris, einem hellbraunen Labradoodle. Vorsichtig streichelt die 59-Jährige mit ihrem Daumen die flauschige Pfote des Hundes. Beiden gefällt das, beide sind sichtlich entspannt.

Morris begleitet Teubner mittlerweile seit vier Jahren. Da ist ihr Mann gestorben, 36 Jahre waren die beiden ein Paar. Kurz darauf sterben auch ihre Eltern. Teubner ist damals in tiefer Trauer. Beim Bestatter in Wegberg lernt sie den Hund kennen. Und ist schnell ein bisschen verliebt. "Der Morris hat mich komplett eingefangen und der ist auch total süß", sagt sie. In der schwersten Zeit ihres Lebens hat sie plötzlich einen neuen treuen Begleiter. Regelmäßig leiht sie sich den Hund seitdem für einen Spaziergang aus.

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Im Bestattungshaus Joerißen in Wegberg gehört Morris fest zum Team. Er ist bei den oft sehr emotionalen Gesprächen mit den Angehörigen dabei und strahlt viel Ruhe aus. "Er geht sehr langsam auf die Angehörigen zu, die reinkommen", sagt Beraterin Diane Schlitt-Fervers. Viele streicheln ihn dann, vergraben die Finger im weichen Fell. Und vergessen so für einen kleinen Moment ihre tiefe Trauer.

Hunde helfen trauernden Angehörigen

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, verfallen vor allem die Partner oft in Depressionen oder Einsamkeit. Hunde können dabei helfen, diese Gefühle zumindest ein Stück weit zu reduzieren. Das haben Forscher einer Universität in Florida in einer Langzeitstudie herausgefunden. Auch Katzen können bei der Trauerbewältigung helfen.

So braucht Morris für seine Aufgabe als Trauerbegleiter gar keine Ausbildung. Seine Anwesenheit und sein geduldiges Gemüt reichen schon aus, dass sich viele trauernde Angehörige zumindest ein bisschen wohler fühlen. So war und ist es auch bei Teubner. Morris hat ihr die Kraft gegeben, wieder nach vorne zu schauen. "Sie können nicht alles alleine machen", sagt sie, beim Trauern braucht es Unterstützer. Einen wie Morris.

Über dieses Thema haben wir auch am 02.10.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Aachen, 19.30 Uhr.