Marius Müller-Westernhagen, Rocker und Volksheld

Von René Denzer

Vom Skandal-Rocker zum Volkshelden – Marius Müller-Westernhagen! Am 6. Dezember 2025 feiert er seinen 77. Geburtstag.

Westernhagen in "Heim und Herd", er sitzt auf einer Bank, nach vorne gelehnt mit den Armen auf den Knien, in der Hand hält er eine Teetasse.

Am 6. Dezember 1948 wird Marius Müller-Westernhagen, als Sohn von Hans Müller-Westernhagen geboren, prominentes Mitglied im Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses um Gustaf Gründgens. Der Vater stirbt früh, 1961. Ein Jahr später hat Marius mit erst 14 Jahren seine erste Filmrolle in "Die Höhere Schule". 1966 spielt er in "Heim und Herd" (Foto) mit.

Schwarz-weiß Bild von Westernhagen, er steht am Mikro, schaut mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger zur Seite

Westernhagen kommt schnell mit der Musik in Berührung. Er übt Gitarre, nimmt Gesangsunterricht. In Düsseldorf wird er mit seiner damaligen Band eine kleine Berühmtheit. Mit seinem Skandal-Song "Gebt Bayern zurück an die Bayern" erregt er 1972 bundesweit Aufsehen. Die Single wird vom Markt genommen. Der Karriere von Westernhagen schadet das nicht.

Westernhagen als Theo in "Theo gegen den Rest der Welt"

Von Düsseldorf zieht es Marius Müller-Westernhagen zu den Musikverlagen nach Hamburg. Das erstes Album "Das erste Mal" erscheint 1975. Dem Film bleibt Westernhagen treu. Die Rolle des Anti-Helden Theo im TV-Film "Aufforderung zum Tanz" gibt ihm 1976 einen weiteren Karriereschub. Der Kino-Film "Theo gegen den Rest der Welt" macht Marius 1980 über Nacht berühmt.

Marius Müller-Westenrhagen auf der Bühne 1980

Den Grundstein für den musikalischen Erfolg legt er schon 1978 mit dem Album "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz". Der Hit "Dicke" empört damals die Presse, Radiosender spielen den Song nicht. Das Album "Sekt oder Selters" wird 1980 wegen provokanter Texte ebenfalls von Radiosendern ignoriert. Die LP "Stinker" ein Jahr später macht ihn zum Star.

Westernhagen singt bei einem Auftritt in ein Mikro

Musikalisch wird in den Folgejahren experimentiert. Auch an seiner Person gibt es Veränderungen. Der burschikose Pöbler "Marius" wandelt sich zum adrett gekleideten "Westernhagen". Genauso lautet auch der Titel seines Albums. Der Song "Freiheit" wird ein Riesen-Hit. Als Westernhagen ihn im Dezember 1989 in der Westfalenhalle anstimmt, singen 20.000 Besucher mit.

Westernhagen Bundesverdienstkreuz

Der Musiker prangert Missstände in der Gesellschaft an, macht sich stark gegen Rassismus. "Ich bin der Meinung, dass sich jeder, der etwas veröffentlicht, darüber im Klaren sein sollte, dass er Politik betreibt. Man sollte gesellschaftlich eine Stellung beziehen", hat er einmal gesagt. Für sein Engagement wird er 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Westernhagen mit Mimi

Marius Müller-Westernhagen veröffentlicht in der Folgezeit weitere Platten. Immer wieder steht auch Tochter Mimi mit ihm auf der Bühne. Auf seinem Unplugged-Album ist sie ebenfalls vertreten.

Westernhagen Echo

Große Schlagzeilen macht er 2018. Im Zuge der Antisemitismus-Debatte um die damalige Echoverleihung kündigt er an, seine bisher erworbenen sieben Echos aus Protest zurückzugeben. Auf Facebook betont er: "Sich hinter künstlerischer Freiheit zu verstecken oder kalkulierte Geschmacklosigkeiten als Stilmittel zu verteidigen, ist lächerlich."

Westernhagen bei seinem Konzert am 24.05.24 auf der Waldbühne Berlin

2022 veröffentlicht er sein Album "Das eine Leben" und fühlt sich auch auf der Bühne weiterhin wie zu Hause – im Mai 2024 tritt er auf der ausverkauften Waldbühne Berlin auf (Foto), woraufhin sein bisher aktuellstes Live-Album erscheint.

Am 6. Dezember 1948 wird Marius Müller-Westernhagen, als Sohn von Hans Müller-Westernhagen geboren, prominentes Mitglied im Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses um Gustaf Gründgens. Der Vater stirbt früh, 1961. Ein Jahr später hat Marius mit erst 14 Jahren seine erste Filmrolle in "Die Höhere Schule". 1966 spielt er in "Heim und Herd" (Foto) mit.

Westernhagen kommt schnell mit der Musik in Berührung. Er übt Gitarre, nimmt Gesangsunterricht. In Düsseldorf wird er mit seiner damaligen Band eine kleine Berühmtheit. Mit seinem Skandal-Song "Gebt Bayern zurück an die Bayern" erregt er 1972 bundesweit Aufsehen. Die Single wird vom Markt genommen. Der Karriere von Westernhagen schadet das nicht.

Von Düsseldorf zieht es Marius Müller-Westernhagen zu den Musikverlagen nach Hamburg. Das erstes Album "Das erste Mal" erscheint 1975. Dem Film bleibt Westernhagen treu. Die Rolle des Anti-Helden Theo im TV-Film "Aufforderung zum Tanz" gibt ihm 1976 einen weiteren Karriereschub. Der Kino-Film "Theo gegen den Rest der Welt" macht Marius 1980 über Nacht berühmt.

Den Grundstein für den musikalischen Erfolg legt er schon 1978 mit dem Album "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz". Der Hit "Dicke" empört damals die Presse, Radiosender spielen den Song nicht. Das Album "Sekt oder Selters" wird 1980 wegen provokanter Texte ebenfalls von Radiosendern ignoriert. Die LP "Stinker" ein Jahr später macht ihn zum Star.

Musikalisch wird in den Folgejahren experimentiert. Auch an seiner Person gibt es Veränderungen. Der burschikose Pöbler "Marius" wandelt sich zum adrett gekleideten "Westernhagen". Genauso lautet auch der Titel seines Albums. Der Song "Freiheit" wird ein Riesen-Hit. Als Westernhagen ihn im Dezember 1989 in der Westfalenhalle anstimmt, singen 20.000 Besucher mit.

Der Musiker prangert Missstände in der Gesellschaft an, macht sich stark gegen Rassismus. "Ich bin der Meinung, dass sich jeder, der etwas veröffentlicht, darüber im Klaren sein sollte, dass er Politik betreibt. Man sollte gesellschaftlich eine Stellung beziehen", hat er einmal gesagt. Für sein Engagement wird er 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Marius Müller-Westernhagen veröffentlicht in der Folgezeit weitere Platten. Immer wieder steht auch Tochter Mimi mit ihm auf der Bühne. Auf seinem Unplugged-Album ist sie ebenfalls vertreten.

Große Schlagzeilen macht er 2018. Im Zuge der Antisemitismus-Debatte um die damalige Echoverleihung kündigt er an, seine bisher erworbenen sieben Echos aus Protest zurückzugeben. Auf Facebook betont er: "Sich hinter künstlerischer Freiheit zu verstecken oder kalkulierte Geschmacklosigkeiten als Stilmittel zu verteidigen, ist lächerlich."

2022 veröffentlicht er sein Album "Das eine Leben" und fühlt sich auch auf der Bühne weiterhin wie zu Hause – im Mai 2024 tritt er auf der ausverkauften Waldbühne Berlin auf (Foto), woraufhin sein bisher aktuellstes Live-Album erscheint.

Stand: 03.12.2025, 16:00 Uhr