Von Beatles bis Nirvana: Die berühmtesten Plattencover

Von Ingo Neumayer

Plattencover eröffnen einem Album neue Bedeutungsebenen - wenn sie gut gemacht sind. Hier sind 15 Highlights der Rock- und Pop-Geschichte.

Schallplattencover von den Beatles "Abbey Road".

LPs, also Longplayer, waren lange Jahre nur Zusammenstellungen von Singles, ergänzt um Coverversionen und Lückenfüller. Das änderte sich Mitte der 1960er Jahre mit den Beatles, die das Album, wie wir es heute kennen, "erfanden": Im besten Fall ist dieses keine wahl- und lieblose Zusammenstellung von Songs, sondern ein Gesamtkunstwerk mit Dramaturgie. Und auch die Hülle muss etwas Besonderes sein. So wie das simple, aber geniale "Abbey Road"-Cover. Seit Jahrzehnten rätseln Fans über fehlende Schuhe, Autonummern und die Symbolik der Anzugfarben - und sorgen regelmäßig beim Nachstellen des Motivs für Stau vor dem Londoner Tonstudio.

Schallplattencover von The Velvet Underground and Nico "45th Anniversary".

Dass Pop auch Kunst, also "Art" sein kann, hat Andy Warhol als einer der ersten erkannt. Design, Film, Musik - für den legendären New Yorker Künstler war alles "Pop Art". 1967 produzierte er das Debüt-Album von Velvet Underground, kümmerte sich um die Vermarktung und gestaltete das ikonische Bananen-Cover, auf dem übrigens vorne nur Warhols Name, aber nicht der der Band steht. Bei den ersten Auflagen der LP konnte man die aufgeklebte Bananenschale abziehen - darunter war rosa Fruchtfleisch.

Schallplattencover von The Rolling Stones "Sticky Fingers".

Weil das mit der Kunst und dem Cover bei Velvet Underground so gut geklappt hat, heuerten die Rolling Stones vier Jahre später ebenfalls Andy Warhol als Cover-Designer an. Abermals setzte Warhol auf eine kostspielige Variante, die es so nur in den frühen Auflagen des Albums gab: Der Reißverschluss war echt und ließ sich öffnen! Leider verkratzten wegen des Metalls viele Scheiben im Transport, so dass der Verschluss bald nur noch aufgedruckt wurde.

Schallplattencover von Pink Floyd "Dark Side of the Moon".

Das große Universum und der kleine Mensch, Formeln und Gefühle, Macht, Liebe und alles dazwischen: Ungefähr darum geht es bei Pink Floyds "Dark Side Of The Moon", ihrem Megaseller aus dem Jahr 1973. Das Album, das verstärkt auf Elektronik, Synthesizer und ungewöhnliche Studio-Effekte setzte, gilt längst als Klassiker, der den Progrock auf ein neues Niveau gehoben hat. Das Cover zeigt, wie sich ein Lichtstahl in einem Prisma bricht und dann in Spektralfarben aufgliedert. Sehr rätselhaft - und sehr passend. Entworfen wurde das Artwork von der Design-Legende Storm Thorgerson, der auch für Genesis, Black Sabbath, AC/DC, Yes und Led Zeppelin arbeitete.

Schallplattencover von David Bowie "Aladdin Sane".

Mit "Ziggy Stardust" hatte David Bowie Anfang der 1970er Jahre sein Alter Ego präsentiert, mit "Aladdin Sane" wurde seine Bühnen-Persona weitergeführt. Er coverte die Stones, schrieb den Titelsong auf einer Schifffahrt von den USA nach England, pendelte zwischen Glamrock und bedeutungsschwangerer Konzeptkunst. Nicht nur die Musik war spektakulär, auch das Cover beeindruckte: Ins Bild gesetzt vom Modefotografen Brian Duffy, zeigte es Bowie mit dem legendären Blitz im Gesicht.

Schallplattencover von Elton John "Goodbye Yellow Brick Road".

Mit "Goodbye Yellow Brick Road" brachte Elton John 1973 sein Opus Magnum heraus. Ein Doppel-Album, auf dem er all seine Facetten als Sänger, Pianist und Komponist zeigte und das ihn endgültig in den Superstar-Olymp katapultierte. Kein Wunder, dass auch das Artwork eine künstlerische Transformation zeigt: Ein Bild von Elton John, auf dem er in ein anderes Bild einsteigt und eine neue, verheißungsvollere Welt betritt. Ian Beck, der Zeichner des Covers, wechselte später übrigens das Metier: Er veröffentlichte in den 1980ern erfolgreiche Kinderbücher.

Schallplattencover von Fleetwood Mac "Rumours".

Warum? Das ist eine der großen Fragen, die man beim Betrachten des Artworks von Fleetwood Macs "Rumours" im Kopf hat. Warum sieht man auf dem Cover nur Mick Fleetwood und Stevie Nicks, nicht aber die anderen drei Mitglieder der Band? Warum diese seltsame Kleidung? Und warum zur Hölle baumeln da zwei Holzkugeln in Fleetwoods Schritt? Ein Mysterium, das die Platte womöglich noch spannender machte - und noch erfolgreicher. Am Ende wurde "Rumours" zu einem der meistverkauften Alben der Musikgeschichte.

Schallplattencover von Queen "News of The world".

Dieses Gemälde von Frank Kelly Freas erschien erstmals 1953 im Magazin "Astounding Science Fiction". Queen-Drummer Roger Taylor war davon fasziniert, also kontaktierte die Band den Künstler. Für das "News Of The World"-Plattencover malte er das Bild neu und platzierte die vier Bandmitglieder in den Klauen des bösen Roboters. Freas war übrigens Klassik-Fan und kannte die Musik von Queen gar nicht.

Schallplattencover von Blondie "Parallel Lines".

Wer hier das Sagen hat, wird direkt klar: Debbie Harry, die Sängerin von Blondie, war nicht nur stimmlich das Aushängeschild der Band. Auch optisch drehte sich die gesamte Inszenierung der Band um den Gegensatz zwischen ihr und ihren männlichen Mitstreitern. Für viele ist "Parallel Lines" Blondies künstlerischer Höhepunkt. Dank Songs wie "Heart Of Glass" oder "One Way Or Another", aber auch wegen des ikonischen Fotos auf dem Cover - das der Band anfangs überhaupt nicht gefiel.

Schallplattencover von The Clash "London Calling".

Der rosa-grüne Schriftzug "London Calling" verweist auf das Debütalbum von Elvis Presley und macht dadurch deutlich, das sich The Clash zum einen dem guten, alten Rock'n'Roll verbunden fühlen. Andererseits handelt es sich aber auch um eine der wichtigsten Punk-Bands aller Zeiten - repräsentiert durch Bassist Paul Simonon auf dem Cover, der gerade dabei ist, mit Wucht seinen Bass zu zertrümmern. Das britische Magazin "Q" kürte das Bild von Pennie Smith, aufgenommen 1979 in New York, zum "besten Rock'n'Roll-Foto aller Zeiten".

Schallplattencover von Cyndi Lauper "She's so unusual".

"She's So Unusual" (deutsch: "Sie ist so ungewöhnlich") hieß das Debütalbum von Cyndi Lauper, mit dem sie 1984 die Popwelt aufmischte. Klar, dass ihre freche und unkonventionelle Art sich auch auf dem Cover widerspiegeln sollte. Für ihr Outfit musste Cyndi Lauper keine professionellen Designer bemühen. Sie kaufte es einfach bei "Screaming Mimis", dem New Yorker Second-Hand-Laden, in dem sie damals arbeitete. In Szene gesetzt wurde sie dabei von Annie Leibovitz, einer der bedeutendsten Promi-Fotografinnen überhaupt.

Schallplattencover von Bruce Springsteen "Born in the U.S.A.".

Und noch einmal Annie Leibovitz: Mit dem Coverfoto von "Born In The U.S.A." trug sie 1984 nachhaltig zum Image von Bruce Springsteen als "Working Class Rocker" bei, und das, ohne sein Gesicht zu zeigen. Eine ikonische Aufnahme - die der Fotografin übrigens gar nicht besonders gefiel. Für sie war es nur ein "Schnappschuss", für Springsteen hingegen ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Weltstar.

Schallplattencover von Madonna "Like a virgin"

Dass Sex bei Madonna eine große Rolle spielte, war schon früh in ihrer Karriere klar. Bereits das Cover ihres zweiten Albums "Like A Virgin" sorgte für erhitzte Diskussionen: War sie nun ein berechender Vamp oder doch eher die personifizierte Unschuld? Was hatte das Hochzeitskleid zu bedeuten, das so gar nicht zu ihrer zerzausten Frisur und ihrer Gürtelschnalle mit dem Schriftzug "Boy Toy" (deutsch: "Jungsspielzeug") passen wollte? Madonna genoss die Kontroverse sichtlich. Es sollte nicht die letzte in ihrer langen Karriere sein ...

Schallplattencover von Nirvana "Nevermind".

Im CD-Zeitalter, das Ende der 80er Jahre begann, wurden die Cover kleiner und verloren an Bedeutung. Eine Ausnahme war da Nirvana mit "Nevermind": Nicht nur wegen der kapitalismuskritischen Aussage, sondern vor allem wegen des nackten Babys regten sich viele Sittenwächter auf. 30 Jahre nach der Veröffentlichung verklagte übrigens Spencer Elden, das Baby-Modell auf dem Cover, die Band auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Das Cover zeige Kinderpornografie, so der Vorwurf, der ihm reichlich spät einfiel. Die erste richterliche Instanz verwarf die Klage, die Berufung läuft noch.

LPs, also Longplayer, waren lange Jahre nur Zusammenstellungen von Singles, ergänzt um Coverversionen und Lückenfüller. Das änderte sich Mitte der 1960er Jahre mit den Beatles, die das Album, wie wir es heute kennen, "erfanden": Im besten Fall ist dieses keine wahl- und lieblose Zusammenstellung von Songs, sondern ein Gesamtkunstwerk mit Dramaturgie. Und auch die Hülle muss etwas Besonderes sein. So wie das simple, aber geniale "Abbey Road"-Cover. Seit Jahrzehnten rätseln Fans über fehlende Schuhe, Autonummern und die Symbolik der Anzugfarben - und sorgen regelmäßig beim Nachstellen des Motivs für Stau vor dem Londoner Tonstudio.

Dass Pop auch Kunst, also "Art" sein kann, hat Andy Warhol als einer der ersten erkannt. Design, Film, Musik - für den legendären New Yorker Künstler war alles "Pop Art". 1967 produzierte er das Debüt-Album von Velvet Underground, kümmerte sich um die Vermarktung und gestaltete das ikonische Bananen-Cover, auf dem übrigens vorne nur Warhols Name, aber nicht der der Band steht. Bei den ersten Auflagen der LP konnte man die aufgeklebte Bananenschale abziehen - darunter war rosa Fruchtfleisch.

Weil das mit der Kunst und dem Cover bei Velvet Underground so gut geklappt hat, heuerten die Rolling Stones vier Jahre später ebenfalls Andy Warhol als Cover-Designer an. Abermals setzte Warhol auf eine kostspielige Variante, die es so nur in den frühen Auflagen des Albums gab: Der Reißverschluss war echt und ließ sich öffnen! Leider verkratzten wegen des Metalls viele Scheiben im Transport, so dass der Verschluss bald nur noch aufgedruckt wurde.

Das große Universum und der kleine Mensch, Formeln und Gefühle, Macht, Liebe und alles dazwischen: Ungefähr darum geht es bei Pink Floyds "Dark Side Of The Moon", ihrem Megaseller aus dem Jahr 1973. Das Album, das verstärkt auf Elektronik, Synthesizer und ungewöhnliche Studio-Effekte setzte, gilt längst als Klassiker, der den Progrock auf ein neues Niveau gehoben hat. Das Cover zeigt, wie sich ein Lichtstahl in einem Prisma bricht und dann in Spektralfarben aufgliedert. Sehr rätselhaft - und sehr passend. Entworfen wurde das Artwork von der Design-Legende Storm Thorgerson, der auch für Genesis, Black Sabbath, AC/DC, Yes und Led Zeppelin arbeitete.

Mit "Ziggy Stardust" hatte David Bowie Anfang der 1970er Jahre sein Alter Ego präsentiert, mit "Aladdin Sane" wurde seine Bühnen-Persona weitergeführt. Er coverte die Stones, schrieb den Titelsong auf einer Schifffahrt von den USA nach England, pendelte zwischen Glamrock und bedeutungsschwangerer Konzeptkunst. Nicht nur die Musik war spektakulär, auch das Cover beeindruckte: Ins Bild gesetzt vom Modefotografen Brian Duffy, zeigte es Bowie mit dem legendären Blitz im Gesicht.

Mit "Goodbye Yellow Brick Road" brachte Elton John 1973 sein Opus Magnum heraus. Ein Doppel-Album, auf dem er all seine Facetten als Sänger, Pianist und Komponist zeigte und das ihn endgültig in den Superstar-Olymp katapultierte. Kein Wunder, dass auch das Artwork eine künstlerische Transformation zeigt: Ein Bild von Elton John, auf dem er in ein anderes Bild einsteigt und eine neue, verheißungsvollere Welt betritt. Ian Beck, der Zeichner des Covers, wechselte später übrigens das Metier: Er veröffentlichte in den 1980ern erfolgreiche Kinderbücher.

Warum? Das ist eine der großen Fragen, die man beim Betrachten des Artworks von Fleetwood Macs "Rumours" im Kopf hat. Warum sieht man auf dem Cover nur Mick Fleetwood und Stevie Nicks, nicht aber die anderen drei Mitglieder der Band? Warum diese seltsame Kleidung? Und warum zur Hölle baumeln da zwei Holzkugeln in Fleetwoods Schritt? Ein Mysterium, das die Platte womöglich noch spannender machte - und noch erfolgreicher. Am Ende wurde "Rumours" zu einem der meistverkauften Alben der Musikgeschichte.

Dieses Gemälde von Frank Kelly Freas erschien erstmals 1953 im Magazin "Astounding Science Fiction". Queen-Drummer Roger Taylor war davon fasziniert, also kontaktierte die Band den Künstler. Für das "News Of The World"-Plattencover malte er das Bild neu und platzierte die vier Bandmitglieder in den Klauen des bösen Roboters. Freas war übrigens Klassik-Fan und kannte die Musik von Queen gar nicht.

Wer hier das Sagen hat, wird direkt klar: Debbie Harry, die Sängerin von Blondie, war nicht nur stimmlich das Aushängeschild der Band. Auch optisch drehte sich die gesamte Inszenierung der Band um den Gegensatz zwischen ihr und ihren männlichen Mitstreitern. Für viele ist "Parallel Lines" Blondies künstlerischer Höhepunkt. Dank Songs wie "Heart Of Glass" oder "One Way Or Another", aber auch wegen des ikonischen Fotos auf dem Cover - das der Band anfangs überhaupt nicht gefiel.

Der rosa-grüne Schriftzug "London Calling" verweist auf das Debütalbum von Elvis Presley und macht dadurch deutlich, das sich The Clash zum einen dem guten, alten Rock'n'Roll verbunden fühlen. Andererseits handelt es sich aber auch um eine der wichtigsten Punk-Bands aller Zeiten - repräsentiert durch Bassist Paul Simonon auf dem Cover, der gerade dabei ist, mit Wucht seinen Bass zu zertrümmern. Das britische Magazin "Q" kürte das Bild von Pennie Smith, aufgenommen 1979 in New York, zum "besten Rock'n'Roll-Foto aller Zeiten".

"She's So Unusual" (deutsch: "Sie ist so ungewöhnlich") hieß das Debütalbum von Cyndi Lauper, mit dem sie 1984 die Popwelt aufmischte. Klar, dass ihre freche und unkonventionelle Art sich auch auf dem Cover widerspiegeln sollte. Für ihr Outfit musste Cyndi Lauper keine professionellen Designer bemühen. Sie kaufte es einfach bei "Screaming Mimis", dem New Yorker Second-Hand-Laden, in dem sie damals arbeitete. In Szene gesetzt wurde sie dabei von Annie Leibovitz, einer der bedeutendsten Promi-Fotografinnen überhaupt.

Und noch einmal Annie Leibovitz: Mit dem Coverfoto von "Born In The U.S.A." trug sie 1984 nachhaltig zum Image von Bruce Springsteen als "Working Class Rocker" bei, und das, ohne sein Gesicht zu zeigen. Eine ikonische Aufnahme - die der Fotografin übrigens gar nicht besonders gefiel. Für sie war es nur ein "Schnappschuss", für Springsteen hingegen ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Weltstar.

Dass Sex bei Madonna eine große Rolle spielte, war schon früh in ihrer Karriere klar. Bereits das Cover ihres zweiten Albums "Like A Virgin" sorgte für erhitzte Diskussionen: War sie nun ein berechender Vamp oder doch eher die personifizierte Unschuld? Was hatte das Hochzeitskleid zu bedeuten, das so gar nicht zu ihrer zerzausten Frisur und ihrer Gürtelschnalle mit dem Schriftzug "Boy Toy" (deutsch: "Jungsspielzeug") passen wollte? Madonna genoss die Kontroverse sichtlich. Es sollte nicht die letzte in ihrer langen Karriere sein ...

Im CD-Zeitalter, das Ende der 80er Jahre begann, wurden die Cover kleiner und verloren an Bedeutung. Eine Ausnahme war da Nirvana mit "Nevermind": Nicht nur wegen der kapitalismuskritischen Aussage, sondern vor allem wegen des nackten Babys regten sich viele Sittenwächter auf. 30 Jahre nach der Veröffentlichung verklagte übrigens Spencer Elden, das Baby-Modell auf dem Cover, die Band auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Das Cover zeige Kinderpornografie, so der Vorwurf, der ihm reichlich spät einfiel. Die erste richterliche Instanz verwarf die Klage, die Berufung läuft noch.

Stand: 17.07.2025, 09:23 Uhr