Irre Kostüme, wirre Frisuren und ein bisschen Elternärgern: Mit einer Mischung aus Glam, Hardrock und Pop schafften es Slade in den 70er Jahren ganz nach oben in die Charts. Ex-Frontmann Noddy Holder feiert am 15. Juni 2026 seinen 80. Geburtstag.
Na, hätten Sie ihn erkannt? In den 70ern hing ein Poster von ihm und seiner Band in jedem zweiten Jugendzimmer an der Wand: Noddy Holder, Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter der britischen Band Slade.
Ende der 60er in Wolverhampton gegründet, irrten Slade anfangs noch ein bisschen ziellos durch die Stile: ein bisschen Northern Soul und Motown-Einflüsse hier, etwas Bluesrock und Psychedelik da. Selbst eine kurze Skinhead-Phase machte die Band durch.
Doch Anfang der 70er wurden die Haare länger ...
... und schöner, und mit den Matten kam auch der Erfolg für Slade.
Don Powell am Schlagzeug, Jim Lea am Bass, Noddy Holder sowie Gitarrist Dave Hill (v.l.n.r.) - Namen, die Anfang bis Mitte der 1970er (fast) jeder Teenager im Schlaf herunterbeten konnte.
Besonders Frontmann Noddy Holder stach durch seine exaltierten Auftritte heraus. Oben gerne mit Hut...
... unten auf Plateausohlen, dazu kamen wilde Muster und Schnitte beim restlichen Outfit: So sahen in den 70ern Superstars aus.
"Cum On Feel The Noize", "Mama Weer All Crazee Now", "Skweeze Me, Pleeze Me", "Cuz I Luv You", "Merry Xmas Everybody", "Far, Far Away" - zwischen 1971 und 1975 wurde nahezu jeder Song, den Slade veröffentlichten, ein Hit.
Zusammen mit T.Rex und Gary Glitter waren Slade das Aushängeschild der Glamrock-Bewegung. Keine Band verkaufte in den 70er Jahren mehr Singles in England.
Slade führten auf ihre Art das Erbe von David Bowies "Ziggy Stardust"-Phase weiter und bereiteten gleichzeitig den Weg für viele Hardrockbands der späten 70er und 80er wie etwa Kiss oder Twisted Sister. Selbst Britrocker wie Oasis und Alternative-Rock-Stars wie Nirvana oder die Smashing Pumpkins outeten sich als Slade-Fans.
Vorsätzliche Lokal-Legasthenie: Auch die Marotte, absichtlich mit Fantasie-Rechtschreibung zu hantieren so wie hier bei "Look Wot You Dun", fand viele Nachahmer: Von Def Leppard bis Limp Bizkit, von Mötley Crüe bis zu den Gorillaz. Bei Slade, so hieß es, war es die Verbundheit mit ihrer Heimatregion, dem "Black Country" in der Mitte Englands und ihrem Dialekt.
Ein bisschen süß und kein bisschen verwegen wirkt heutzutage allerdings die Pose, sich den Bandnamen mit Filzer auf die Finger zu schreiben. Denn das erledigt inzwischen natürlich der Tätowierer, und zwar mit bleibenden Folgen.
Wobei Noddy Holder wahrscheinlich froh ist, dass er seine Finger tattoofrei gehalten hat. Denn gemeinsam mit Jim Lea stieg er 1992 aus. Der Erfolg hatte sich da schon lange verabschiedet. Nach einem kurzen Zwischenhoch Mitte der 80er ging es nur noch bergab.
Holder ließ das Singen Singen sein und arbeitete fortan als Radio-DJ, Schauspieler, Synchronsprecher, Showgast. Und auch bei den jährlichen Treffen der anonymen Spatengitarristen auf den Feldern vor Wolverhampton ließ er sich ab und an blicken.
2023 feierte Noddy Holder noch einmal ein kleines Comeback: Nach überstandener Krebserkrankung stand er gemeinsam mit der Tom Seals Band für einige Konzerte auf der Bühne. Sein ehemaliger Bandkollege Dave Hill tourt hingegen weiterhin mit Slade um die Welt – als inzwischen einziges verbliebenes Gründungsmitglied.
Na, hätten Sie ihn erkannt? In den 70ern hing ein Poster von ihm und seiner Band in jedem zweiten Jugendzimmer an der Wand: Noddy Holder, Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter der britischen Band Slade.
Ende der 60er in Wolverhampton gegründet, irrten Slade anfangs noch ein bisschen ziellos durch die Stile: ein bisschen Northern Soul und Motown-Einflüsse hier, etwas Bluesrock und Psychedelik da. Selbst eine kurze Skinhead-Phase machte die Band durch.
Doch Anfang der 70er wurden die Haare länger ...
... und schöner, und mit den Matten kam auch der Erfolg für Slade.
Don Powell am Schlagzeug, Jim Lea am Bass, Noddy Holder sowie Gitarrist Dave Hill (v.l.n.r.) - Namen, die Anfang bis Mitte der 1970er (fast) jeder Teenager im Schlaf herunterbeten konnte.
Besonders Frontmann Noddy Holder stach durch seine exaltierten Auftritte heraus. Oben gerne mit Hut...
... unten auf Plateausohlen, dazu kamen wilde Muster und Schnitte beim restlichen Outfit: So sahen in den 70ern Superstars aus.
"Cum On Feel The Noize", "Mama Weer All Crazee Now", "Skweeze Me, Pleeze Me", "Cuz I Luv You", "Merry Xmas Everybody", "Far, Far Away" - zwischen 1971 und 1975 wurde nahezu jeder Song, den Slade veröffentlichten, ein Hit.
Zusammen mit T.Rex und Gary Glitter waren Slade das Aushängeschild der Glamrock-Bewegung. Keine Band verkaufte in den 70er Jahren mehr Singles in England.
Slade führten auf ihre Art das Erbe von David Bowies "Ziggy Stardust"-Phase weiter und bereiteten gleichzeitig den Weg für viele Hardrockbands der späten 70er und 80er wie etwa Kiss oder Twisted Sister. Selbst Britrocker wie Oasis und Alternative-Rock-Stars wie Nirvana oder die Smashing Pumpkins outeten sich als Slade-Fans.
Vorsätzliche Lokal-Legasthenie: Auch die Marotte, absichtlich mit Fantasie-Rechtschreibung zu hantieren so wie hier bei "Look Wot You Dun", fand viele Nachahmer: Von Def Leppard bis Limp Bizkit, von Mötley Crüe bis zu den Gorillaz. Bei Slade, so hieß es, war es die Verbundheit mit ihrer Heimatregion, dem "Black Country" in der Mitte Englands und ihrem Dialekt.
Ein bisschen süß und kein bisschen verwegen wirkt heutzutage allerdings die Pose, sich den Bandnamen mit Filzer auf die Finger zu schreiben. Denn das erledigt inzwischen natürlich der Tätowierer, und zwar mit bleibenden Folgen.
Wobei Noddy Holder wahrscheinlich froh ist, dass er seine Finger tattoofrei gehalten hat. Denn gemeinsam mit Jim Lea stieg er 1992 aus. Der Erfolg hatte sich da schon lange verabschiedet. Nach einem kurzen Zwischenhoch Mitte der 80er ging es nur noch bergab.
Holder ließ das Singen Singen sein und arbeitete fortan als Radio-DJ, Schauspieler, Synchronsprecher, Showgast. Und auch bei den jährlichen Treffen der anonymen Spatengitarristen auf den Feldern vor Wolverhampton ließ er sich ab und an blicken.
2023 feierte Noddy Holder noch einmal ein kleines Comeback: Nach überstandener Krebserkrankung stand er gemeinsam mit der Tom Seals Band für einige Konzerte auf der Bühne. Sein ehemaliger Bandkollege Dave Hill tourt hingegen weiterhin mit Slade um die Welt – als inzwischen einziges verbliebenes Gründungsmitglied.