Chris Rea: Blues, Autos, Rauch in der Stimme

Von Philip Stegers

Ob in "The Road To Hell" oder "Driving Home For Christmas": Straßen und Autos spielten in seinen Liedern immer wieder eine wichtige Rolle. Nun ist Chris Rea im Alter von 74 Jahren gestorben.

Chris Rea bei einem Auftritt in den 80er Jahren

Chris Rea wird 1951 in Middlesbrough, England, geboren. Seine Mutter stammt aus Wales, sein Vater ist Italiener und betreibt ein lokales Imperium mit 20 Eiscafés. Hier jobbt er in jungen Jahren, während er mit der Band "Beautiful Losers" erste Erfahrungen im Musikgeschäft sammelt.

Chris Rea in den 80er Jahren

1978 erscheint sein Debütalbum "Whatever Happened To Benny Santini?" Der Titel ist eine bissige Anspielung an einen Künstlernamen, den die Plattenfirma für Chris Rea favorisiert hatte. Seinen echten Namen hielt man für zu unglamourös.

Chris Rea 1992 nachdenklich mit Zigarette in der Hand

Nachdenklich: Chris Rea führt von Anfang an einen zermürbenden Kampf mit seiner Plattenfirma, die von ihm kommerzielle Hits einfordert. Obwohl er ein Händchen für eingängige Songs hat, will er nicht den gelackten Schmusebarden spielen. Sein Herz schlägt für den dreckigen, amerikanischen Delta-Blues.

Chris Rea 1986 bei einem Auftritt in der ARD-Sendung "Känguru"

Doch ab Mitte der 80er Jahre hat Chris Rea gut lachen. Singles wie "On The Beach", "Josephine" oder "Auberge" werden weltweit im Radio rauf- und runtergespielt. Zu Lebzeiten hat der Sänger mit der markanten rauchigen Stimme über 30 Millionen Platten verkauft.

Stau auf der M 25

"The Road To Hell": Die Idee zu seinem Hit kommt Chris Rea, als er mal wieder auf der M25 in London im Stau steht. Straßen inspirieren ihn immer wieder aufs Neue. In "Driving Home For Christmas" singt er von einer zähflüssigen Autofahrt am Weihnachtstag. Sein vorletztes Studioalbum aus dem Jahr 2017 trägt den Titel "Road Songs for Lovers".

Chris Rea bei einem Auftritt in den 80ern

Überhaupt Autos: Die Führerscheinprüfung legt Chris Rea in einem Eiswagen seines Vaters ab. Er ist leidenschaftlicher Motorsport-Fan und nimmt auch selbst als Fahrer an Autorennen teil.

Der deutsche Motorsportler Wolfgang Graf Berghe von Trips in Aktion im Porsche-Rennwagen beim Großen Bergpreis von Österreich am 15.08.1958 auf der Gaisbergstraße über Salzburg

Seine Begeisterung für den Motorsport hat mit dem Fahrer dieses Ferrari zu tun: Als Kind ist Chris Rea großer Fan von Wolfgang Graf Berghe von Trips, dem deutschen Formel-1-Rennfahrer, der 1961 bei einem Rennen tödlich verunglückt. Er setzt dem Grafen mit "La Passione" ein Denkmal. Für den Dokumentarfilm schreibt Chris Rea das Drehbuch und komponiert den Soundtrack.

Chris Rea bei einem Auftritt in Birmingham 2010

Markenzeichen: gefühlvolle Soli auf der Slidegitarre. Die gleitenden, langgezogenen Töne erzeugt Chris Rea mit einem Glasröhrchen, das er über seinen kleinen Finger der linken Hand stülpt.

Willie and the Poor Boys und weitere Musiker in einer Bar in London

Rarer Schnappschuss einer in Vergessenheit geratenen Supergroup: "Willie and The Poor Boys" werden von Rolling Stones-Bassist Bill Wyman (3.v.r.) ins Leben gerufen. Bei den Aufnahmen des einzigen Studioalbums sind neben seinem Bandkollegen Charlie Watts auch der Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page (2.v.l.) und Chris Rea (4.v.r.) mit dabei.

Chris Rea bei einem Auftritt im Jahr 2001

Skandale oder Eskapaden sucht man in Chris Reas Leben vergeblich. Mit seiner Frau Joan ist der Sänger seit seinem 16. Lebensjahr zusammen. Chris Rea hat zwei Töchter, Julia und Josephine, nach denen zwei seiner erfolgreichsten Songs benannt sind.

Chris Rea 2005 vor seinen Gemälden

2001 wird bei Chris Rea Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, mit dessen Folgen er gesundheitlich zu kämpfen hat. Er nutzt die Krankheit, um neue Prioritäten in seinem Leben zu setzen. Statt weiterhin rund um den Globus zu fliegen, züchtet er lieber Tomaten und entdeckt die Malerei für sich.

Chris Rea

So ganz mag Chris Rea aber dann doch nicht auf den Kontakt mit seinen Fans verzichten. 2006 gibt er seine Abschiedstournee nach fast 30 Jahren Bühnenpräsenz, doch schon 2010 packt ihn wieder die Lust aufzutreten. WDR 4 präsentiert die beiden Konzerte seiner "Road Songs For Lovers"-Tour 2017 in Düsseldorf und Dortmund.

Chris Rea wird 70

2016 erleidet Chris Rea einen Schlaganfall, 2017 muss er aufgrund eines Zusammenbruchs auf der Bühne seine Tour abbrechen. Der Sänger rappelt sich immer wieder auf, er schwört dem Rauchen ab, erlernt das Singen und Gitarre spielen neu – doch gesundheitliche Probleme setzen ihm immer wieder zu.

Chris Rea bei einem Auftritt im Jahr 2017

Am 22.12.2025 stirbt Chris Rea nach schwerer Krankheit. Neben seiner Frau und seinen beiden Töchtern hinterlässt der Musiker auch ein großes musikalisches Erbe, das weit über "Driving Home For Christmas" hinausgeht. Auch wenn das dieses Weihnachten besonders oft zu hören sein wird.

Chris Rea wird 1951 in Middlesbrough, England, geboren. Seine Mutter stammt aus Wales, sein Vater ist Italiener und betreibt ein lokales Imperium mit 20 Eiscafés. Hier jobbt er in jungen Jahren, während er mit der Band "Beautiful Losers" erste Erfahrungen im Musikgeschäft sammelt.

1978 erscheint sein Debütalbum "Whatever Happened To Benny Santini?" Der Titel ist eine bissige Anspielung an einen Künstlernamen, den die Plattenfirma für Chris Rea favorisiert hatte. Seinen echten Namen hielt man für zu unglamourös.

Nachdenklich: Chris Rea führt von Anfang an einen zermürbenden Kampf mit seiner Plattenfirma, die von ihm kommerzielle Hits einfordert. Obwohl er ein Händchen für eingängige Songs hat, will er nicht den gelackten Schmusebarden spielen. Sein Herz schlägt für den dreckigen, amerikanischen Delta-Blues.

Doch ab Mitte der 80er Jahre hat Chris Rea gut lachen. Singles wie "On The Beach", "Josephine" oder "Auberge" werden weltweit im Radio rauf- und runtergespielt. Zu Lebzeiten hat der Sänger mit der markanten rauchigen Stimme über 30 Millionen Platten verkauft.

"The Road To Hell": Die Idee zu seinem Hit kommt Chris Rea, als er mal wieder auf der M25 in London im Stau steht. Straßen inspirieren ihn immer wieder aufs Neue. In "Driving Home For Christmas" singt er von einer zähflüssigen Autofahrt am Weihnachtstag. Sein vorletztes Studioalbum aus dem Jahr 2017 trägt den Titel "Road Songs for Lovers".

Überhaupt Autos: Die Führerscheinprüfung legt Chris Rea in einem Eiswagen seines Vaters ab. Er ist leidenschaftlicher Motorsport-Fan und nimmt auch selbst als Fahrer an Autorennen teil.

Seine Begeisterung für den Motorsport hat mit dem Fahrer dieses Ferrari zu tun: Als Kind ist Chris Rea großer Fan von Wolfgang Graf Berghe von Trips, dem deutschen Formel-1-Rennfahrer, der 1961 bei einem Rennen tödlich verunglückt. Er setzt dem Grafen mit "La Passione" ein Denkmal. Für den Dokumentarfilm schreibt Chris Rea das Drehbuch und komponiert den Soundtrack.

Markenzeichen: gefühlvolle Soli auf der Slidegitarre. Die gleitenden, langgezogenen Töne erzeugt Chris Rea mit einem Glasröhrchen, das er über seinen kleinen Finger der linken Hand stülpt.

Rarer Schnappschuss einer in Vergessenheit geratenen Supergroup: "Willie and The Poor Boys" werden von Rolling Stones-Bassist Bill Wyman (3.v.r.) ins Leben gerufen. Bei den Aufnahmen des einzigen Studioalbums sind neben seinem Bandkollegen Charlie Watts auch der Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page (2.v.l.) und Chris Rea (4.v.r.) mit dabei.

Skandale oder Eskapaden sucht man in Chris Reas Leben vergeblich. Mit seiner Frau Joan ist der Sänger seit seinem 16. Lebensjahr zusammen. Chris Rea hat zwei Töchter, Julia und Josephine, nach denen zwei seiner erfolgreichsten Songs benannt sind.

2001 wird bei Chris Rea Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, mit dessen Folgen er gesundheitlich zu kämpfen hat. Er nutzt die Krankheit, um neue Prioritäten in seinem Leben zu setzen. Statt weiterhin rund um den Globus zu fliegen, züchtet er lieber Tomaten und entdeckt die Malerei für sich.

So ganz mag Chris Rea aber dann doch nicht auf den Kontakt mit seinen Fans verzichten. 2006 gibt er seine Abschiedstournee nach fast 30 Jahren Bühnenpräsenz, doch schon 2010 packt ihn wieder die Lust aufzutreten. WDR 4 präsentiert die beiden Konzerte seiner "Road Songs For Lovers"-Tour 2017 in Düsseldorf und Dortmund.

2016 erleidet Chris Rea einen Schlaganfall, 2017 muss er aufgrund eines Zusammenbruchs auf der Bühne seine Tour abbrechen. Der Sänger rappelt sich immer wieder auf, er schwört dem Rauchen ab, erlernt das Singen und Gitarre spielen neu – doch gesundheitliche Probleme setzen ihm immer wieder zu.

Am 22.12.2025 stirbt Chris Rea nach schwerer Krankheit. Neben seiner Frau und seinen beiden Töchtern hinterlässt der Musiker auch ein großes musikalisches Erbe, das weit über "Driving Home For Christmas" hinausgeht. Auch wenn das dieses Weihnachten besonders oft zu hören sein wird.

Stand: 23.12.2025, 09:55 Uhr