Cher: Zeitlos schön, zeitlos erfolgreich

Von Ingo Neumayer

Sängerin und Schauspielerin, Entertainerin und Mode-Ikone: Seit über 60 Jahren ist Cher ein Weltstar. Glamourös, extravagant – und immer besonders. Am 20.05.2026 feiert sie ihren 80. Geburtstag.

Cher

Wie wird man ein Weltstar mit dem doch eher unhandlichen Namen Cherilyn Sarkisian? Genau: durch Abkürzen. Cher wird am 20. Mai 1946 geboren und zeigt sich früh schon auf diversen Bühnen und Filmsets in Kalifornien. Möglich macht das unter anderem ihre Mutter Georgia Holt, die in den 50ern versucht, sich in Hollywood einen Namen als Schauspielerin zu machen.

Cher und Sonny Bono 1966

Mit 16 bricht Cher die Schule ab und zieht nach Los Angeles. Sie will unbedingt ein Star werden – ob als Schauspielerin oder Sängerin ist ihr egal. Cher kellnert, tanzt, nimmt Schauspielunterricht und hängt auf Partys und Empfängen ab. 1962 lernt sie den Sänger Sonny Bono kennen.

Portraitfoto von Cher aus den 60er Jahren

Sonny Bono stellt ihr den Produzenten Phil Spector vor, der von Chers tiefer Stimme beeindruckt ist. Er holt sie immer mal wieder für Background-Gesänge ins Studio – unter anderem für "Be My Baby" von den Ronettes.

Cher in den 1970ern

Auch eine Solo-Single darf sie mit Spector aufnehmen: "Ringo, I Love You" wird allerdings ein Flop. Ob es an ihrer tiefen Stimme liegt, wegen der sie von vielen für einen Mann gehalten wird? Oder am etwas unhandlichen Pseudonym Bonnie Jo Mason, das ihr Spector verpasst?

Cher und Sonny Bono 1966

Doch Cher lässt sich nicht beirren. Mit Sonny Bono führt sie inzwischen nicht nur eine Ehe, die beiden treten auch zusammen auf – unter dem Namen Caesar & Cleo. Doch die Hits bleiben zunächst aus. Erst als sie sich Sonny & Cher nennen, ändert sich das. Und wie! "I Got You, Babe!" wird 1965 ein Megahit. Sonny & Cher werden fast über Nacht zu Stars – und zwar weltweit.

Cher mit Twiggy und Sonny Bono circa 1967

Es ist nicht nur die Musik, die die beiden zum Traumpaar der ausgehenden 60er macht. Auch ihr extravaganter Look kommt gut an und findet viele Nachahmer. Selbst neben dem damaligen Supermodel Twiggy (rechts) machen die beiden eine gute Figur. Eine eigene TV-Show, Kinofilme, Comedy-Auftritte, Revues in Las Vegas: Es läuft bei den beiden.

Cher in den 70er Jahren

Vor allem Cher weiß sich zu inszenieren – gerne auch mal mit eher freizügigen Outfits. Auch ohne Sonny läuft es bei ihr: Neben den Duetten veröffentlicht sie immer wieder Solo-Songs, und mit "Gypsys, Tramps & Thieves", "Half-Breed" und "Dark Breed" sind auch mehrere Nummer-eins-Hits dabei.

Cher mit ihrem zweiten Ehemann Gregg Allman 1977

1974 dann der Schock: Das Traumpaar Sonny & Cher trennt sich. Cher findet Trost bei Countryrocker Gregg Allman (rechts), den sie nur vier Tage nach der Scheidung heiratet. Doch auch diese Beziehung ist von Auf und Abs geprägt. Ihren Ex sieht sie weiter regelmäßig in der gemeinsamen TV-Show. Vor den Kameras streiten Cher und Sonny und machen sich Vorwürfe.

Cher 1986

In den folgenden Jahren probiert sich Cher musikalisch in vielen Bereichen aus. Sie lässt sich von Giorgio Moroder Disco-Nummern schreiben, versucht es mal mit Salsa-Einflüssen, mal mit süßem Pop. Ende der 80er ist sie mal wieder ganz oben auf: Mit "If I Could Turn Back Time" haut sie eine Rockballade raus, die weltweit Erfolg hat.

Cher 1987

Dazu trägt bestimmt auch das Video bei, in dem Cher in Strapsen vor einer Horde Matrosen auf einem Flugzeugträger posiert. Auch im deutschen Fernsehen arbeitet sie fleißig an ihrem Ruf als Skandalnudel. Als sie leichtbekleidet bei "Wetten, dass...?" auftritt, halten so manche Eltern ihren Kindern die Augen zu.

Cher erhält den Oscar 1988

Selbstredend greift Cher für die Oscar-Verleihung mal wieder in die ganz spezielle Abteilung ihres Kleiderschranks.

Cher 1994

In den 90ern wird es dann selbst Cher irgendwann zu viel. Nach aufreibenden Jahren mit Welttourneen, Dreharbeiten und Plattenaufnahmen leidet sie an chronischer Erschöpfung. Sie zieht sich für eine Weile aus der Öffentlichkeit zurück ...

Cher 1992

... und kehrt mit einem umso lauteren Knall wieder. Am 19. Oktober 1998 veröffentlicht Cher "Believe". Es wird ihr größter Hit überhaupt und hat auch musikhistorisch große Bedeutung. Sie verfremdet ihre Stimme mit technischen Mitteln – ein Effekt, der als "Auto-Tune" bekannt wird und zu dem noch Jahrzehnte später Heerscharen von Pop-Stars und Rappern greifen.

Cher 2010

Die Jahre kommen und gehen, aber Cher bleibt dem Showgeschäft erhalten. Dafür investiert sie eine Menge – böse Zungen sagen: zu viel. Jahrzehntelang kursiert der Witz, dass nur zwei Arten von Lebewesen einen Atomkrieg überleben würden: die Kakerlaken – und Cher.

Cher 2001

Doch Cher lächelt solche uncharmanten Sprüche nur weg und freut sich lieber an ihrem ungebrochenen Erfolg. In ihrer Karriere hat sie über hundert Millionen Platten verkauft. Ihr Vermögen ist entsprechend beachtlich: Die Schätzungen schwanken zwischen 360 und 600 Millionen Dollar. Allein ihre Kunstsammlung soll knapp 200 Millionen wert sein.

Cher 2019

Seit über sechs Jahrzehnten ist Cher ein Star – und hat die Lust an großen Auftritten immer noch nicht verloren. Cher ist ein Gesamtkunstwerk: Sängerin und Schauspielerin, Mode-Ikone und kulturelle Vorreiterin.

Cher 2020

Und das alles absolviert sie mit einer unerschütterlichen Haltung, die zeigt, dass man nicht alles ernst nehmen muss – nur die wichtigen Dinge. Viel Arbeit, viel Spaß: Mit diesen Zutaten kann man eine ganze Karriere bestreiten.

Wie wird man ein Weltstar mit dem doch eher unhandlichen Namen Cherilyn Sarkisian? Genau: durch Abkürzen. Cher wird am 20. Mai 1946 geboren und zeigt sich früh schon auf diversen Bühnen und Filmsets in Kalifornien. Möglich macht das unter anderem ihre Mutter Georgia Holt, die in den 50ern versucht, sich in Hollywood einen Namen als Schauspielerin zu machen.

Mit 16 bricht Cher die Schule ab und zieht nach Los Angeles. Sie will unbedingt ein Star werden – ob als Schauspielerin oder Sängerin ist ihr egal. Cher kellnert, tanzt, nimmt Schauspielunterricht und hängt auf Partys und Empfängen ab. 1962 lernt sie den Sänger Sonny Bono kennen.

Sonny Bono stellt ihr den Produzenten Phil Spector vor, der von Chers tiefer Stimme beeindruckt ist. Er holt sie immer mal wieder für Background-Gesänge ins Studio – unter anderem für "Be My Baby" von den Ronettes.

Auch eine Solo-Single darf sie mit Spector aufnehmen: "Ringo, I Love You" wird allerdings ein Flop. Ob es an ihrer tiefen Stimme liegt, wegen der sie von vielen für einen Mann gehalten wird? Oder am etwas unhandlichen Pseudonym Bonnie Jo Mason, das ihr Spector verpasst?

Doch Cher lässt sich nicht beirren. Mit Sonny Bono führt sie inzwischen nicht nur eine Ehe, die beiden treten auch zusammen auf – unter dem Namen Caesar & Cleo. Doch die Hits bleiben zunächst aus. Erst als sie sich Sonny & Cher nennen, ändert sich das. Und wie! "I Got You, Babe!" wird 1965 ein Megahit. Sonny & Cher werden fast über Nacht zu Stars – und zwar weltweit.

Es ist nicht nur die Musik, die die beiden zum Traumpaar der ausgehenden 60er macht. Auch ihr extravaganter Look kommt gut an und findet viele Nachahmer. Selbst neben dem damaligen Supermodel Twiggy (rechts) machen die beiden eine gute Figur. Eine eigene TV-Show, Kinofilme, Comedy-Auftritte, Revues in Las Vegas: Es läuft bei den beiden.

Vor allem Cher weiß sich zu inszenieren – gerne auch mal mit eher freizügigen Outfits. Auch ohne Sonny läuft es bei ihr: Neben den Duetten veröffentlicht sie immer wieder Solo-Songs, und mit "Gypsys, Tramps & Thieves", "Half-Breed" und "Dark Breed" sind auch mehrere Nummer-eins-Hits dabei.

1974 dann der Schock: Das Traumpaar Sonny & Cher trennt sich. Cher findet Trost bei Countryrocker Gregg Allman (rechts), den sie nur vier Tage nach der Scheidung heiratet. Doch auch diese Beziehung ist von Auf und Abs geprägt. Ihren Ex sieht sie weiter regelmäßig in der gemeinsamen TV-Show. Vor den Kameras streiten Cher und Sonny und machen sich Vorwürfe.

In den folgenden Jahren probiert sich Cher musikalisch in vielen Bereichen aus. Sie lässt sich von Giorgio Moroder Disco-Nummern schreiben, versucht es mal mit Salsa-Einflüssen, mal mit süßem Pop. Ende der 80er ist sie mal wieder ganz oben auf: Mit "If I Could Turn Back Time" haut sie eine Rockballade raus, die weltweit Erfolg hat.

Dazu trägt bestimmt auch das Video bei, in dem Cher in Strapsen vor einer Horde Matrosen auf einem Flugzeugträger posiert. Auch im deutschen Fernsehen arbeitet sie fleißig an ihrem Ruf als Skandalnudel. Als sie leichtbekleidet bei "Wetten, dass...?" auftritt, halten so manche Eltern ihren Kindern die Augen zu.

Selbstredend greift Cher für die Oscar-Verleihung mal wieder in die ganz spezielle Abteilung ihres Kleiderschranks.

In den 90ern wird es dann selbst Cher irgendwann zu viel. Nach aufreibenden Jahren mit Welttourneen, Dreharbeiten und Plattenaufnahmen leidet sie an chronischer Erschöpfung. Sie zieht sich für eine Weile aus der Öffentlichkeit zurück ...

... und kehrt mit einem umso lauteren Knall wieder. Am 19. Oktober 1998 veröffentlicht Cher "Believe". Es wird ihr größter Hit überhaupt und hat auch musikhistorisch große Bedeutung. Sie verfremdet ihre Stimme mit technischen Mitteln – ein Effekt, der als "Auto-Tune" bekannt wird und zu dem noch Jahrzehnte später Heerscharen von Pop-Stars und Rappern greifen.

Die Jahre kommen und gehen, aber Cher bleibt dem Showgeschäft erhalten. Dafür investiert sie eine Menge – böse Zungen sagen: zu viel. Jahrzehntelang kursiert der Witz, dass nur zwei Arten von Lebewesen einen Atomkrieg überleben würden: die Kakerlaken – und Cher.

Doch Cher lächelt solche uncharmanten Sprüche nur weg und freut sich lieber an ihrem ungebrochenen Erfolg. In ihrer Karriere hat sie über hundert Millionen Platten verkauft. Ihr Vermögen ist entsprechend beachtlich: Die Schätzungen schwanken zwischen 360 und 600 Millionen Dollar. Allein ihre Kunstsammlung soll knapp 200 Millionen wert sein.

Seit über sechs Jahrzehnten ist Cher ein Star – und hat die Lust an großen Auftritten immer noch nicht verloren. Cher ist ein Gesamtkunstwerk: Sängerin und Schauspielerin, Mode-Ikone und kulturelle Vorreiterin.

Und das alles absolviert sie mit einer unerschütterlichen Haltung, die zeigt, dass man nicht alles ernst nehmen muss – nur die wichtigen Dinge. Viel Arbeit, viel Spaß: Mit diesen Zutaten kann man eine ganze Karriere bestreiten.

Stand: 20.05.2026, 00:00 Uhr