Die Comeback-Könige aus Norwegen – a-ha

Von Ingo Neumayer

Sie starteten als typische 80er-Synthieband, doch schnell war klar: a-ha hat das Zeug für eine lange und erfolgreiche Karriere. Seit Jahrzehnten sorgen die drei Norweger für große Pop-Momente. Am 28. Oktober 1985 erschien ihr Debütalbum "Hunting High And Low" in Europa.

Popband a-ha, 1985

Zugegeben: Pål Waaktaar, Magne Furuholmen und Morten Harket sind nicht die einfachsten Namen, wenn man groß rauskommen will. Ob die drei Norweger ihre Band, die sie 1982 ins Leben rufen, deshalb "a-ha" nennen? Fest steht: Der Name ist in vielen Sprachen verständlich und sorgt für einen – genau! – Aha-Effekt.

Ausschnitt aus Musikvideo "Take On Me" von a-ha

Gleich die erste Single "Take On Me" wird 1985 zum großen Durchbruch für die Band, die nach London umgezogen ist, weil sie sich dort bessere Chancen in der Popwelt ausrechnet. Allerdings braucht es dafür drei Anläufe. Nachdem die ersten beiden Versuche gefloppt waren, dreht die Plattenfirma ein spektakuläres Video, in dem Sänger Harket seine große Liebe in einer animierten Comic-Welt findet. MTV und Co. sind begeistert. Sie zeigen den Clip, der schnell zu einem Klassiker des Genres erklärt wird, quasi nonstop und in diesem Fahrwasser rauscht der Song in den Charts nach oben, und zwar weltweit. Selbst in den USA und Großbritannien schafft es "Take On Me" auf die Nummer eins.

a-ha mit John Barry, Komponist des Titellieds zum James Bond-Film 1987.

Und die Erfolgswelle trägt das Trio weiter: "The Sun Always Shines On TV", "Hunting High And Low", "Manhattan Skyline" oder "Stay On These Roads" werden allesamt große Hits. 1987 darf die Band sogar den Titelsong für James Bond einspielen: "The Living Daylights" (deutsch: "Der Hauch des Todes") ist der erste Bond-Film mit Timothy Dalton als "007".

Popband a-ha, 1985 in London.

Nicht nur musikalisch, auch optisch setzt a-ha in den 80ern Glanzpunkte. Die drei Jungs lassen Teenieherzen höher schlagen, vor allem Sänger Morten Harket (Mitte) erhält kiloweise Fanpost und Liebesbriefe. Er setzt sogar Modetrends, die vielfach kopiert werden. Und nein, es ist nicht der landestypische Pulli, den er hier als stolzer Norweger trägt...

Handgelenke von a-ha-Sänger Morten Harket

...sondern das Lederbändchen, mit dem sich Harket oft, gut und gerne schmückt! Wer alt genug ist, kann sich erinnern: Ohne mindestens einen Meter dünnes Leder, den man sich ums Handgelenk gewickelt hatte, musste man sich 1986 auf dem Schulhof gar nicht erst blicken lassen – zumindest, wenn man zu den "Coolen" gehören wollte.

Popband a-ha, 1991 in Hamburg.

Doch auch Gitarrist Pål Waaktaar (Mitte) hatte einen visionären Look: Er sah schon aus wie Harry Potter, lange bevor Joanne K. Rowling auch nur ein Wort ihrer berühmten Zauberlehrlingsreihe geschrieben hatte.

Popband a-ha 1986 mit Auszeichung "Spellemanspris"

Gefeiert und mit Preisen überhäuft – a-ha hat einen Lauf, der den Rest der 80er Jahre anhält. Erst in den 90ern wird der Erfolg geringer. Als das Album "Memorial Beach" floppt und auch die folgende Tour eher mau besucht ist, legen die drei eine Schaffenspause ein.

a-ha-Sänger Morten Harket live 2016

Musik machen die drei weiterhin: Waaktaar gründet die Band Savoy, Furuholmen schreibt Soundtracks und auch Morten Harket ist aktiv. Er veröffentlicht mehrere Soloalben, die allerdings fast nur in seiner Heimat Anklang finden. Kein Wunder – sie sind zum Großteil auf Norwegisch gesungen.

a-ha live bei der Nobelpreisverleihung 1998

1998 dann das große Wiedersehen. Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo tritt das Trio wieder zusammen auf und macht klar: Es ist Zeit für einen neuen Anlauf.

Popband a-ha, 2006

Im neuen Jahrtausend läuft es super für a-ha. Das Album "Minor Earth, Major Sky", das im Frühjahr 2000 erscheint, läutet das große Comeback ein. Aus den einstigen Teenieschwärmen ist eine seriöse Popband geworden, die mit ihrem musikalischen Talent begeistert. Das finden die Fans, die wieder in Massen zu den Konzerten strömen, und auch die Kollegen. So covert Coldplay auf der Bühne immer wieder a-ha und nennt die drei Norweger als großen Einfluss.

Popband a-ha

2010 dann der Schock für alle a-ha-Fans: 25 Jahre seien genug, beschließt die Band, und geht auf große Abschiedstour.

Popband a-ha auf ihrer Abschiedstournee 2010 in London.

Diese führt a-ha in die größten Hallen und Stadien. Die Band zeigt noch einmal, was sie drauf hat und hinterlässt bleibende Eindrücke. Den Abschluss bilden vier Abende in Oslo, die schon über ein Jahr vorher ausverkauft sind. Danach heißt es: "Farewell".

Popband a-ha auf einer Pressekonferenz 2015.

Fünf Jahre lang halten Harket, Furuholmen und Waaktaar durch. Dann laden sie 2015 zu einer ominösen Pressekonferenz nach Berlin: "a-ha has something to say" (deutsch: "a-ha haben etwas mitzuteilen") lautet das Motto. Und tatsächlich, die Band verkündet das, was sich viele Fans erhofft haben: Das erneute Comeback! Und das nicht nur auf der Bühne, auch ein neues Album ist bereits fertig aufgenommen und wartet nur noch auf die Veröffentlichung.

Popband a-ha live 2018 in Zürich.

Die ersten Konzerte nach dem Comeback bestreitet die Band rein akustisch als "Unplugged"-Shows. Dieses unverzerrte und reduzierte Klanggewand zeigt die musikalische Substanz der a-ha-Songs, von denen viele längst zu Klassikern geworden sind, und sorgt für einige Gänsehaut-Momente im Publikum.

Popband a-ha beim Montreux Jazz Festival in der Schweiz 2022.

Wegen der Pandemie muss a-ha die Tourpläne zunächst auf Eis legen, doch 2022 kann die "Hunting High And Low"-Tournee endlich fortgeführt werden. Das Konzept der Tour: Erst spielt die Band ihr Debütalbum in voller Länge, danach ihre weiteren zahlreichen Hits. Noch im selben Jahr veröffentlichen sie ihr bis jetzt neuestes Album "True North".

Morten Harket hält bei einem Auftritt im Jahr 2018 eine Sonnenbrille in der Hand und krempelt sich die Ärmel hoch

2025 gibt Morten Harket seine Parkinsonerkrankung bekannt. Die Symptome machen ihm zu schaffen – und die Medikamente schlagen ihm auf die Stimme. Doch der inzwischen 66-Jährige gibt sich pragmatisch: "I use whatever works", sagt Harket im Interview auf der Band-Website über seine zunehmenden gesundheitlichen Probleme. Dieses Motto habe er von seinem 94-jährigen Vater übernommen. Und solange die Stimme streikt, konzentriert er sich eben aufs Songschreiben. Ein weiteres Comeback mit a-ha scheint also nicht völlig ausgeschlossen.

Zugegeben: Pål Waaktaar, Magne Furuholmen und Morten Harket sind nicht die einfachsten Namen, wenn man groß rauskommen will. Ob die drei Norweger ihre Band, die sie 1982 ins Leben rufen, deshalb "a-ha" nennen? Fest steht: Der Name ist in vielen Sprachen verständlich und sorgt für einen – genau! – Aha-Effekt.

Gleich die erste Single "Take On Me" wird 1985 zum großen Durchbruch für die Band, die nach London umgezogen ist, weil sie sich dort bessere Chancen in der Popwelt ausrechnet. Allerdings braucht es dafür drei Anläufe. Nachdem die ersten beiden Versuche gefloppt waren, dreht die Plattenfirma ein spektakuläres Video, in dem Sänger Harket seine große Liebe in einer animierten Comic-Welt findet. MTV und Co. sind begeistert. Sie zeigen den Clip, der schnell zu einem Klassiker des Genres erklärt wird, quasi nonstop und in diesem Fahrwasser rauscht der Song in den Charts nach oben, und zwar weltweit. Selbst in den USA und Großbritannien schafft es "Take On Me" auf die Nummer eins.

Und die Erfolgswelle trägt das Trio weiter: "The Sun Always Shines On TV", "Hunting High And Low", "Manhattan Skyline" oder "Stay On These Roads" werden allesamt große Hits. 1987 darf die Band sogar den Titelsong für James Bond einspielen: "The Living Daylights" (deutsch: "Der Hauch des Todes") ist der erste Bond-Film mit Timothy Dalton als "007".

Nicht nur musikalisch, auch optisch setzt a-ha in den 80ern Glanzpunkte. Die drei Jungs lassen Teenieherzen höher schlagen, vor allem Sänger Morten Harket (Mitte) erhält kiloweise Fanpost und Liebesbriefe. Er setzt sogar Modetrends, die vielfach kopiert werden. Und nein, es ist nicht der landestypische Pulli, den er hier als stolzer Norweger trägt...

...sondern das Lederbändchen, mit dem sich Harket oft, gut und gerne schmückt! Wer alt genug ist, kann sich erinnern: Ohne mindestens einen Meter dünnes Leder, den man sich ums Handgelenk gewickelt hatte, musste man sich 1986 auf dem Schulhof gar nicht erst blicken lassen – zumindest, wenn man zu den "Coolen" gehören wollte.

Doch auch Gitarrist Pål Waaktaar (Mitte) hatte einen visionären Look: Er sah schon aus wie Harry Potter, lange bevor Joanne K. Rowling auch nur ein Wort ihrer berühmten Zauberlehrlingsreihe geschrieben hatte.

Gefeiert und mit Preisen überhäuft – a-ha hat einen Lauf, der den Rest der 80er Jahre anhält. Erst in den 90ern wird der Erfolg geringer. Als das Album "Memorial Beach" floppt und auch die folgende Tour eher mau besucht ist, legen die drei eine Schaffenspause ein.

Musik machen die drei weiterhin: Waaktaar gründet die Band Savoy, Furuholmen schreibt Soundtracks und auch Morten Harket ist aktiv. Er veröffentlicht mehrere Soloalben, die allerdings fast nur in seiner Heimat Anklang finden. Kein Wunder – sie sind zum Großteil auf Norwegisch gesungen.

1998 dann das große Wiedersehen. Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo tritt das Trio wieder zusammen auf und macht klar: Es ist Zeit für einen neuen Anlauf.

Im neuen Jahrtausend läuft es super für a-ha. Das Album "Minor Earth, Major Sky", das im Frühjahr 2000 erscheint, läutet das große Comeback ein. Aus den einstigen Teenieschwärmen ist eine seriöse Popband geworden, die mit ihrem musikalischen Talent begeistert. Das finden die Fans, die wieder in Massen zu den Konzerten strömen, und auch die Kollegen. So covert Coldplay auf der Bühne immer wieder a-ha und nennt die drei Norweger als großen Einfluss.

2010 dann der Schock für alle a-ha-Fans: 25 Jahre seien genug, beschließt die Band, und geht auf große Abschiedstour.

Diese führt a-ha in die größten Hallen und Stadien. Die Band zeigt noch einmal, was sie drauf hat und hinterlässt bleibende Eindrücke. Den Abschluss bilden vier Abende in Oslo, die schon über ein Jahr vorher ausverkauft sind. Danach heißt es: "Farewell".

Fünf Jahre lang halten Harket, Furuholmen und Waaktaar durch. Dann laden sie 2015 zu einer ominösen Pressekonferenz nach Berlin: "a-ha has something to say" (deutsch: "a-ha haben etwas mitzuteilen") lautet das Motto. Und tatsächlich, die Band verkündet das, was sich viele Fans erhofft haben: Das erneute Comeback! Und das nicht nur auf der Bühne, auch ein neues Album ist bereits fertig aufgenommen und wartet nur noch auf die Veröffentlichung.

Die ersten Konzerte nach dem Comeback bestreitet die Band rein akustisch als "Unplugged"-Shows. Dieses unverzerrte und reduzierte Klanggewand zeigt die musikalische Substanz der a-ha-Songs, von denen viele längst zu Klassikern geworden sind, und sorgt für einige Gänsehaut-Momente im Publikum.

Wegen der Pandemie muss a-ha die Tourpläne zunächst auf Eis legen, doch 2022 kann die "Hunting High And Low"-Tournee endlich fortgeführt werden. Das Konzept der Tour: Erst spielt die Band ihr Debütalbum in voller Länge, danach ihre weiteren zahlreichen Hits. Noch im selben Jahr veröffentlichen sie ihr bis jetzt neuestes Album "True North".

2025 gibt Morten Harket seine Parkinsonerkrankung bekannt. Die Symptome machen ihm zu schaffen – und die Medikamente schlagen ihm auf die Stimme. Doch der inzwischen 66-Jährige gibt sich pragmatisch: "I use whatever works", sagt Harket im Interview auf der Band-Website über seine zunehmenden gesundheitlichen Probleme. Dieses Motto habe er von seinem 94-jährigen Vater übernommen. Und solange die Stimme streikt, konzentriert er sich eben aufs Songschreiben. Ein weiteres Comeback mit a-ha scheint also nicht völlig ausgeschlossen.

Stand: 28.10.2025, 00:00 Uhr