Gutes tun : Obdachlosen im Winter helfen: Das kannst du tun
Stand: 08.01.2026, 12:00 Von Antonius Tix Gamechanger
Von Antonius Tix
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KommentierenObdachlosen hilfst du am besten mit etwas Kleingeld? Nicht nur: Es gibt viele Wege, wohnungslose Menschen zu unterstützen – besonders im Winter. Wir zeigen dir fünf inspirierende Konzepte, bei denen du auch ohne großes Budget etwas bewirken kannst.
In Deutschland leben rund 47.000 Menschen auf der Straße oder in Behelfsunterkünften. Fachstellen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl noch deutlich höher liegt. Viele wohnungslose Menschen tauchen in Statistiken gar nicht auf – etwa, weil sie temporär bei Bekannten unterkommen oder schwer erreichbar sind. Gerade im Winter kann diese Unsichtbarkeit lebensgefährlich werden.
Helfen ohne Bargeld: digitale Spendenkarten
"Sorry, ich hab’ kein Bargeld dabei" – diesen Satz hören obdachlose Menschen immer häufiger. In der französischen Stadt Lille wird deshalb ein neues Modell getestet: aufladbare Spendenkarten für Menschen auf der Straße. Passant:innen können per QR-Code mit dem Smartphone zwischen 2 und 100 Euro spenden. Das Geld landet direkt auf der Karte.
Mit der Karte lassen sich zum Beispiel Lebensmittel, Hygieneartikel, Fahrkarten oder Übernachtungen bezahlen. Alkohol und Tabak kann man mit der Karte nicht kaufen. Sozialverbände wie die Diakonie kritisieren das und warnen, dass ein erzwungener Entzug für suchtkranke Menschen gefährlich sein kann.
Pro Spende werden neun Prozent Provision einbehalten. Damit finanziert der Verein sowohl die technische Infrastruktur – also Karten, Konten und Überweisungen – als auch laufende Kosten wie Server, Transport oder Organisation. Die Karte zeigt, wie komplex Hilfe sein kann – gut gemeint, aber nicht frei von Problemen.
Kunst kaufen, Menschen helfen: "Kunst hilft geben"
Das Projekt "Kunst hilft geben" verbindet Kreativität mit sozialem Engagement. Künstler:innen stellen ihre Werke zur Verfügung, die dann verkauft oder versteigert werden. Die Erlöse fließen direkt in Hilfsprojekte für wohnungslose Menschen – etwa in Notunterkünfte, medizinische Versorgung oder Beratungsangebote.
Besonders ist der Ansatz, Kunst als Brücke zu nutzen: Käufer:innen erhalten nicht nur ein Kunstwerk, sondern unterstützen gleichzeitig ganz konkret Menschen in Not. Vielleicht besuchst du mal eine der Ausstellungen oder bietest selbst deine Kunst als Spende an?
Tiny Houses für Obdachlose bauen
Der Verein "Little Home" baut kleine, winterfeste Häuser für obdachlose Menschen – dort, wo klassische Unterkünfte fehlen oder überfüllt sind. Neben Geld kannst du hier auch Baumaterial spenden oder das Projekt handwerklich unterstützen.
Die Minihäuser bieten Schutz, Privatsphäre und einen abschließbaren Raum; etwas, das vielen Betroffenen seit Jahren fehlt. Die Häuser werden gemeinsam mit Kommunen aufgestellt und sozial begleitet. Sie ersetzen keine langfristigen Wohnlösungen, können aber eine akute Lücke schließen, besonders in kalten Nächten.
Zusammen wohnen: Studierende und ehemals Obdachlose
Im Wiener Projekt "VinziRast – mittendrin" leben Studierende und ehemals obdachlose Menschen gemeinsam in Wohngemeinschaften. Es gibt Gemeinschaftsküchen, Werkstätten, Lernräume und sogar einen Dachgarten. Ziel ist nicht nur Wohnen, sondern Begegnung auf Augenhöhe.
Das Projekt zeigt: Hilfe funktioniert besonders nachhaltig, wenn sie nicht von oben herab, sondern gemeinsam gedacht wird. Viele Bewohner:innen berichten, dass sie hier neue Perspektiven, Selbstvertrauen und soziale Bindungen gefunden haben. Könntest du dir vorstellen, in einem solchen Wohnprojekt zu leben?
Kältebusse helfen mit dem Nötigsten
Ob eisige Nächte oder extreme Sommerhitze – für Menschen ohne Dach über dem Kopf können Wetterlagen lebensbedrohlich sein. In vielen Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln fahren deshalb Kälte- und Hitzebusse durch die Straßen.
Im Winter bringen sie warme Getränke, Essen, Schlafsäcke und Kleidung, im Sommer Wasser, Sonnencreme und Kopfbedeckungen. Oft sind es Ehrenamtliche, die diese Einsätze möglich machen. Den Kältebus kannst du neben Geld auch mit Sachspenden unterstützen oder selbst ehrenamtlich mitfahren.
Helfen heißt mehr als spenden
Ob Tiny Häuser bauen, Kunst kaufen oder im Kältebus mitfahren: Es gibt viele Wege, obdachlose Menschen zu unterstützen. Wichtig ist, hinzusehen, zuzuhören und auf Augenhöhe zu helfen. Manchmal reicht auch schon ein bisschen deiner Zeit, ein offenes Ohr.
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel von kugelzwei "Spendenkarte für Obdachlose" vom 04.01.2026.
Die kleinste Praxis Kölns: Hier bekommen Obdachlose umsonst Hilfe (WDR Lokalzeit)
Leben und Sterben auf der Straße (ardmediathek.de)
Kein Platz für Obdachlose? (wdr.de)
Quellen:
Wohnungs- und Obdachlosigkeit (diakonie.de)
Informationen und Hintergründe zum Projekt "Kunst hilft geben" (kunst-hilft-geben.de)
Informationen und Hintergründe zum Wohnprojekt "VinziRast mittendrin" in Wien (vinzirast.at)
Informationen und Hintergründe zum Verein "Little Home" (little-home.eu)
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