Reisen : Kostenlos Urlaub machen: So funktioniert Housesitting
Stand: 11.06.2026, 11:00 Von Nina Rath Gamechanger
Von Nina Rath
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KommentierenBock auf einen Low Budget Urlaub, bei dem du das Reiseziel aus einer Local-Perspektive kennenlernst? Dann könnte dir das Konzept von Housesitting gefallen. Wir erklären dir, was du für einen reibungslosen Ablauf deiner Reise beachten solltest.
Was ist Housesitting überhaupt?
Housesitting funktioniert so: Du kümmerst dich um das Haus und oft auch um Haustiere einer Person, die währenddessen selbst verreist. Du erledigst vereinbarte Aufgaben – z. B. Blumen gießen, Tiere versorgen, Briefkasten checken – und kannst dort im Gegenzug gratis wohnen und Urlaub machen. Das heißt auf der einen Seite, dass du günstig verreisen und cute Haustiere sitten kannst. Aber es bringt auf der anderen Seite auch viel Verantwortung mit sich, weil du die Tiere zum Beispiel regelmäßig füttern und ihnen bei Krankheit zuverlässig Medikamente geben musst.
Menschen, die solche Housesitter-Jobs anbieten, gibt‘s weltweit. Je nach Region, Haus und Anforderungen der Hausbesitzer:innen, auch Hosts genannt, kann ein solcher Low Budget Urlaub ganz unterschiedlich aussehen. Ob Katzenbetreuung in einer japanischen Großstadt oder Farmarbeit im Süden Frankreichs – online kannst du verschiedenste Angebote finden.
It’s a Match! Der Weg zum perfekten Housesitter-Job
Interessierte Reisefans können sich über diverse Plattformen mit den Hosts solcher Angebote vernetzen. Gängige Housesitting-Portale sind zum Beispiel „TrustedHousesitters“, „House Carers”, „Nomador“ oder „Mind MyHouse“. Die Preise fallen je nach Plattform ganz unterschiedlich aus. Manche Angebote starten bei umgerechnet 25 Euro im Jahr für eine Mitgliedschaft. Die jährlichen Kosten können aber auch über 200 Euro betragen. Das hängt meist vom Abo-Modell ab: Häufig gibt es eine Basis-, Standard- und Premium-Variante, zwischen denen du wählen kannst. Daneben bieten manche Portale auch eine mehrmonatige vergünstigte Testphase an.
Wenn du dir bereits sicher bist, in welches Land du reisen möchtest, kannst du dich auch auf regionalen Plattformen anmelden, etwa auf „House Sitters America“ für Angebote in Amerika oder auf „NZ House Sitters“ und „Kiwi House Sitters” für neuseeländische Hosts. Der Vorteil: Weniger internationale Konkurrenz und passendere Angebote.
Wenn du dich für eine Plattform entschieden hast, legst du ein Profil mit deinen Präferenzen und möglichst vielen Informationen zu deiner Person an: Hast du etwa Erfahrung mit der Pflege von Tieren? Möchtest du allein verreisen oder mit einer weiteren Person? Die Hosts sollten sich ein möglichst genaues Bild von dir machen können. Anschließend kannst du durch die Angebote scrollen und dich mit interessanten Anbieter:innen connecten.
So macht die GenZ Urlaub
Laut der Studie „Study on Generation Z Travellers“ (2020) der European Travel Commission stimmt die Hälfte der befragten 18- bis 24-Jährigen in Deutschland zu, dass Reisen wichtig für ihre persönliche Entwicklung ist. Dabei haben sie z. B. Interesse an lokalen Food-Trends und der urbanen Kultur ihres Reiseziels. Während fast die Hälfte (46 Prozent) gerne mit Familienmitgliedern verreist, bevorzugen 37 Prozent Urlaub mit ihren Friends. 16 Prozent der deutschen GenZ verreisen am liebsten allein.
Red Flags beim Housesitting
Damit deine Reise ein tolles Erlebnis wird, solltest du schon bei der Auswahl der Hosts auf ein paar Dinge achten: Gibt es nur wenige Infos zum Haus und den Tieren oder sieht das Haus auf den Bildern für dein Empfinden ungepflegt aus? Werden von dir so viele Aufgaben verlangt, dass du kaum Freizeit haben wirst? Darfst du manche Wohnräume (z. B. Wohnzimmer oder Küche) nicht nutzen? Fragen wie diese solltest du bei deiner Suche im Hinterkopf behalten.
Grundsätzlich solltest du deine potenziellen Hosts immer per Videocall kennenlernen, bevor du deinen Urlaub antrittst. Da gegenseitiges Vertrauen einer der wichtigsten Faktoren ist, solltest du an dieser Stelle auf dein Bauchgefühl hören und bei Zweifeln lieber weitersuchen.
Als Housesitter sicher sein: Versicherungen und Co.
Das Thema Versicherungen ist zwar oft unbeliebt – du solltest es aber unbedingt vor deiner Reise abchecken. Wer haftet zum Beispiel, wenn sich ein Haustier in deiner Obhut verletzt oder dir die teure Blumenvase des Hosts hinfällt? Solche Situationen besprichst du am besten, bevor sie passieren können.
Die Verbraucherzentrale hat uns geschrieben, dass du für solche Fälle checken solltest, inwiefern sie von deiner privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt sind. „Vor dem Housesitting sollte auf jeden Fall der private Haftpflichtversicherer kontaktiert werden, um die Fragen des Sittens im In- oder Ausland abzuklären. Die Antwort des Versicherers sollte unbedingt schriftlich erfolgen.“, so die Verbraucherzentrale.
Zusätzlich solltest du eine schriftliche und unterschriebene Vereinbarung mit den Hosts treffen, um weitere Rahmenbedingungen deines Aufenthalts zu klären. Beispielsweise in welchem Umfang Reinigungen übernommen werden oder ob bestimmte Räume oder Schränke verschlossen bleiben müssen.
Wenn du während deines Urlaubs mit dem Auto des Hosts fahren willst, solltest du zudem vorher in Erfahrung bringen, inwiefern du über die Kfz-Versicherung des Hosts mitversichert bist.
Günstig Urlaub machen abseits von Housesitting
Neben Housesitting gibt es weitere Konzepte, mit denen du günstig reisen kannst. Beim Haustausch etwa kannst du dein Haus oder deine Wohnung mit anderen Menschen für einen Urlaubstrip tauschen. Daneben gibt’s auch Portale für „Work Exchange”, über die du eine kostenlose Unterkunft erhältst, wenn du täglich ein paar Stunden arbeitest – z. B. als Sprachlehrer:in oder in der lokalen Gastro.
Eines haben all diese Angebote auf jeden Fall gemeinsam: Du solltest ein aufgeschlossener Mensch sein, der anderen Vertrauen schenken kann und in seinem Urlaub selbst etwas zurückzugeben möchte. Dann kann eine solche Erfahrung ganz neue Perspektiven auf deine Reiseziele bieten.
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel von kugelzwei "Housesitting“ vom 26.05.2026, 17:21 Uhr.
PULS Reportage: Ferienhaus for free: Wie geil ist Housesitting? (youtube.com)
Haustausch und Housesitting – günstige Urlaubsalternative? (wdr.de)
Unsere Quellen:
Verbraucherzentrale NRW auf kugelzwei-Anfrage
Study on Generation Z Travellers (www.etc-corporate.org)
Housesitting-Plattform “TrustedHousesitters” (trustedhousesitters.com)
Housesitting-Plattform “HouseCarers” (housecarers.com)
Housesitting-Plattform “Nomador” (nomador.com)
Housesitting-Plattform “Mind My House” (mindmyhouse.com)
Housesitting-Plattform “House Sitters America” (housesittersamerica.com)
Housesitting-Plattform “NZ House Sitters” (nzhousesitters.co.nz)
Housesitting-Plattform “Kiwi House Sitters” (kiwihousesitters.co.nz)
Informationsportal für weltweites Housesitting (housesitting-welt.de)
Work-Exchange-Plattform “Worldpackers” (www.worldpackers.com)
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