Vor einem Einfamilienhaus übergibt eine Hand einen Schlüssel in eine andere Hand

Haustausch und Housesitting – günstige Urlaubsalternative?

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Housesitting wird immer beliebter. Sebastian Moritz von der WDR-Wirtschaftsredaktion klärt, was Sie beim Haustausch beachten sollten.

Welche Portale es gibt – und wie sie funktionieren

Beim Haus- und Wohnungstausch gibt es im Grunde drei Varianten: Entweder beide Parteien tauschen gleichzeitig Haus und Wohnung. Oder sie tauschen zeitversetzt – etwa, wenn einer der beiden einen Zweitwohnsitz oder eine Ferienwohnung hat. Man kann auch Punkte sammeln, indem man andere bei sich wohnen lässt und kann diese dann jederzeit einlösen, um andere Wohnungen und Häuser zu nutzen.

Etablierte Haustauschportale sind zum Beispiel „HomeExchange“, „HomeLink“ und „Intervac International“. Mit nach eigenen Angaben mehr als 200 000 Wohnungen und Häusern in 155 Ländern ist „HomeExchange“ das wohl größte unter ihnen. Große Kostenunterschiede gibt es allerdings nicht: Eine Jahresmitgliedschaft bei „HomeExchange“ kostet 175 Euro, bei „Homelink“ 169 Euro und bei „Intervac“ 140 Euro. Neue Nutzer müssen sich bei einem der Portale anmelden und ein Profil erstellen – und können dann dort nach passenden Angeboten suchen.

Ein Schlüsselanhänger in Hausform und ein Schlüssel liegen auf Geldscheinen

Jahresgebühren bei Housesitting-Portalen liegen zwischen 45 Euro und 119 Euro.

Das größte Housesitting-Portal ist „TrustedHousesitters“. Weitere bekannte Anbieter sind „Nomador“ und „Housecarers“. Die Preise für eine Jahresmitgliedschaft im Basistarif liegen bei etwa 45 Euro (Housecarers), 89 Euro (Nomador) und 119 Euro (TrustedHousesitters). Über die Portale können dann Housesitter-Bewerber und Anbieter zueinander finden.

Haustausch und Housesitting – günstige Urlaubsalternative?

Hier und heute 23.03.2026 08:12 Min. Verfügbar bis 23.03.2028 WDR

Was Nutzer beachten sollten

Man muss für einen solchen Wohnungstausch nicht zwangsläufig Eigentümer sein. So können grundsätzlich auch Mieter eine solche Plattform nutzen – und ihre Wohnung mit anderen tauschen. Allerdings sollten sie das immer im Vorfeld mit ihrem Vermieter abklären.

Auf der anderen Seite kann es sein, dass auch Eigentümer nicht einfach ihre Wohnung über ein solches Portal tauschen können. So kann es etwa sein, dass die Hausordnung einer Wohnungs-Eigentümer-Gemeinschaft (WEG) solche Kurzzeit-Nutzungen untersagt. Zudem verlangen auch einige Touristenhochburgen, wie etwa Amsterdam, eine entsprechende Registrierung.

Bevor man sich für ein Housesitting oder einen Haustausch entscheidet, sollte man die andere Partei zudem erst einmal kennenlernen, etwa in einem Video-Chat. Außerdem sollte man eine Tauschvereinbarung abschließen, in welcher man alle wichtigen Punkte noch einmal schriftlich festhält. Entsprechende Vorlagen gibt es auf den Seiten der Portale. Wichtig ist auch zu klären, wer für mögliche Schäden aufkommt, welcher Versicherungsschutz besteht – und in welchem Umfang das jeweilige Portal in diesem Fall einspringt.

Wie sehr lohnt sich Haustausch oder Housesitting?

Frau liegt im Garten und liest.

Haustausch kann eine preiswerte Alternative zu Urlaub im Ferienhaus sein.

Günstiger als Urlaub im Ferienhaus oder Hotel ist ein Wohnungs- oder Haustausch sicherlich, sagt Sebastian Moritz. Allerdings: Mit Jahresgebühren zwischen 140 Euro und 175 Euro für die Haustauschportale sei das Ganze aber auch nicht so günstig, wie er zunächst vermutet habe. „Es kommt dann am Ende darauf an, wie oft und wie lange man das nutzt.“

Was zudem viele an einem solchen Haustausch oder dem Housesitting schätzen: Man lernt neue Menschen kennen und trägt dadurch nicht wie bei anderen Kurzzeitvermietungen zur Wohnraumverknappung bei – und damit insbesondere in beliebten Touristenregionen zu steigenden Mieten und Immobilienpreisen.

Bei einem Wohnungstausch oder Housesitting braucht es natürlich ein grundsätzliches Vertrauen. Und man muss ein Typ dafür sein, sagt Sebastian Moritz. Dann aber könne dies sicherlich eine interessante und günstigere Alternative zum klassischen Ferienhaus- oder Hotelurlaub sein.