Bestattungen : Alternativen zu Sarg und Urne: 5 crazy Bestattungen aus aller Welt
Stand: 05.12.2025, 12:00 Von Patrick Stauffenberg Gamechanger
Von Patrick Stauffenberg
Dialogbox
KommentierenSarg oder Urne sind bei uns üblich – aber Bestattungen gehen auch anders. Weltweit entwickeln Menschen ungewöhnliche Wege, Abschied zu nehmen. Von der Feuerwerk-Bestattung bis zum Pilzsarg: Diese fünf Bestattungsformen überraschen mit Ideen, die du so noch nicht gesehen hast.
1. Feuerwerk-Bestattung – Asche im Sternenhimmel
Diese Bestattungsform gibt es unter anderem in Australien. Deine Asche wird dabei in speziell gefertigte Feuerwerkskörper eingearbeitet, die als bunte Effekte in den Nachthimmel steigen. Die Hüllen sollen vollständig aus biologisch abbaubarem Material bestehen. Angehörige können das ganze Setup bestimmen – von den Farben bis zur Länge der Show. Die Zeremonie wird dabei gefilmt und später bereitgestellt.
In Deutschland ist das nicht erlaubt. Manche Bestatter arbeiten nach eigenen Angaben aber mit Anbietern im Ausland zusammen, etwa in Tschechien, wo die benötigten Genehmigungen vorliegen. Die Kosten der außergewöhnlichen Abschiedsshow liegen in der Regel bei rund 2.000 Euro. Reisekosten kommen obendrauf.
2. Korallenriff-Bestattung – bei den Fischen schlafen
Hier wird deine Asche mit einem speziellen Beton vermischt und daraus entsteht ein Element für ein künstliches Korallenriff. Diese Skulptur kommt dann auf den Meeresboden und wird mit der Zeit Teil eines lebenden Riffsystems. Fische, Korallen und andere Meerestiere nutzen das Ganze später als Lebensraum – also eine Art „Weiterleben“ unter Wasser. Neben den Meeresbewohnern dürfen dich auch deine Friends besuchen, sofern sie tauchen können.
In Deutschland geht das nicht, weil es hier die sogenannte Friedhofspflicht gibt. Die Asche darf also nicht einfach ins Meer. Im Ausland, zum Beispiel in Teilen der USA, ist das aber erlaubt. Preislich liegt eine Korallenriff-Bestattung bei etwa 10.000 Euro.
Friedhofspflicht in Deutschland:
Bestattungen müssen hierzulande auf offiziell zugelassenen Flächen stattfinden. Erlaubt sind Erdbestattungen im Sarg sowie Feuerbestattungen mit anschließender Urnenbeisetzung. Dazu zählen auch ausgewiesene Naturflächen wie bestimmte See- oder Waldgebiete, in denen Urnen unter klar geregelten Bedingungen beigesetzt werden dürfen.
Rheinland-Pfalz hat diese Regeln seit September 2025 mit einem neuen Bestattungsgesetz gelockert. Unter anderem erlaubt es den Hinterbliebenen als erstes Bundesland die Totenasche unter mehreren Angehörigen aufzuteilen und sie mit nach Hause zu nehmen.
3. Sarg aus Pilzfasern – zurück zur Natur
Dieser Sarg wird nicht gebaut, sondern gezüchtet – und zwar innerhalb von rund sieben Tagen. Das Material besteht aus aktiven Pilzfasern, die sofort loslegen, sobald sie mit feuchter Erde in Berührung kommen. Dadurch zersetzen sie den Körper in rund zwei bis drei Jahren. In einem Holzsarg dauert es im Vergleich etwa zehn Jahre.
Der Pilzsarg wird im Ausland hergestellt, ist aber auch in Deutschland erhältlich. Je nach Ausstattung kostet er rund 3.000 Euro. Er selbst zerfällt innerhalb von ungefähr 45 Tagen – eine sehr direkte Form der natürlichen Rückführung.
4. Diamant-Bestattung – ein Stück für die Ewigkeit
Das Bestattungsunternehmen benötigt dafür einen kleinen Teil der Asche oder Haare der verstorbenen Person. Daraus wird dann ein synthetischer Diamant hergestellt. Der enthaltene Kohlenstoff wird herausgelöst, gereinigt und in einem Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren zu einem Kristall geformt. Je nach gewünschter Größe dauert der Wachstumsprozess einige Tage bis mehrere Wochen.
Der Rohdiamant wird anschließend geschliffen, poliert und kann auf Wunsch graviert oder in eine Fassung eingesetzt werden. Der Großteil der Asche bleibt unangetastet und muss regulär bestattet werden.
In Deutschland ist die Diamant-Bestattung, wegen der Friedhofspflicht, derzeit nur in Rheinland-Pfalz erlaubt. Anbieter im Ausland bieten hierfür aber auch Lösungen an. Die Kosten können abhängig von Größe und Verarbeitung stark variieren.
Traumjob: Bestattungsfachkraft
Die Zahl der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft ist in den letzten 10 Jahren stark gestiegen. 2024 befanden sich etwa 890 Personen in der dualen Ausbildung, mehr als doppelt so viele wie 2014.
Verbraucherinnen und Verbraucher mussten bei Bestattungen im Jahr 2024 auch tiefer in die Tasche greifen: Während allgemeine Verbraucherkosten um 2% anstiegen, waren die Kosten für Gräber, Urnen, Friedhofsgebühren und anderen Bestattungsdienstleitungen teilweise doppelt so hoch.
5. Asche-Perlen – Erinnerungen als Deko
In Südkorea werden Asche-Perlen immer beliebter, vor allem in großen Städten, in denen wenig Platz für klassische Bestattungen vorhanden ist. Die Asche wird sehr fein gemahlen, gereinigt und stark erhitzt, bis sie kristallisiert. Aus dem geschmolzenen Material werden dann kleine Kügelchen geformt. Die Farbe der Perlen kannst du dir dabei aussuchen.
Die Perlen können in Schalen, Vasen oder Glaskugeln aufbewahrt werden und dienen so als sichtbarer Erinnerungsort im Zuhause.
Ein Abschied mit einer persönlichen Note
Bei einer Bestattung muss man längst nicht mehr nur auf einen klassischen Holzsarg oder eine Urne zurückgreifen. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten den finalen Abschied individueller zu gestalten.
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel von kugelzwei "3 crazy Bestattungen" vom 18.11.2025, 07:03 Uhr.
Quarks: Tod im lebenden Sarg (ardmediathek.de)
WDR 5: Individuelle Abschiedsformen im Fokus (wdr.de)
Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. (bestatter.de)
Unsere Quellen:
Traumjob Bestatter: Immer mehr Auszubildende - auch dank Social Media (wdr.de)
Zahl der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft binnen zehn Jahren verdoppelt (destatis.de)
Ausbildung zur Bestatterin? Was den Beruf so besonders macht (swr.de)
Diamantbestattungen (bestatter.de)
Ashes to ashes – firework funerals (ashestoashes.com.au)
Noch keine Kommentare