Bunte Strandcontainer in den Niederlanden mit zwei Strandliegen davor

Urlaub in den Niederlanden: Ab 2026 könnte es richtig teuer werden

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Bei Urlaubern aus NRW sind die Niederlande beliebt. Doch ab 2026 könnten Reisen dorthin deutlich teurer werden.

Koffer packen, ab ins Auto oder in den Zug und auf in die Niederlande: Bis an die Küste ist es von NRW aus nicht weit. Von Düsseldorf bis zum Badeort Scheveningen sind es beispielsweise rund 240 Kilometer. Viele nutzen die vergleichsweise kurzen Wege auch in den Herbstferien für einen Trip nach Holland - egal, ob es ans Meer, nach Amsterdam oder in die ländliche Idylle geht.

2024 zählte das Nachbarland rund 7,3 Millionen touristische Ankünfte aus Deutschland, so viele wie nie zuvor. 2012 hatten die Niederlande noch gut 3,2 Millionen Touristenankünfte von Besuchern ans Deutschland verzeichnet.

Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Übernachtungen geplant

Doch diese Zahlen könnten ab 2026 einbrechen. Der Grund: Die niederländische Regierung plant eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Übernachtungen. Der Steuersatz soll von neun auf 21 Prozent steigen. 

Betroffen sind Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Hostels und über Plattformen wie AirBnB vermietete Unterkünfte. Von der Steuererhöhung ausgenommen wäre Camping - hier soll der Mehrwertsteuersatz weiterhin bei neun Prozent bleiben.

Ein Rechenbeispiel für ein Ferienhaus

Auf Reisende könnte also eine deutliche Preissteigerung bei Trips in die Niederlande zukommen - vorausgesetzt, die Anbieter geben die Preise vollständig an sie weiter. Der Wassersport- und Freizeitverband Hiswa-Recron schließt nicht aus, dass etwa Ferienhäuser durch die geplante Mehrwertsteuererhöhung erheblich teurer werden könnten. Dies könnte branchenübergreifend zu einem Umsatzverlust von rund 826 Millionen Euro führen.

Ein Rechenbeispiel: Liegt der Mietpreis für ein Ferienhaus bei 1.200 Euro, würden neun Prozent Mehrwertsteuer 108 Euro ergeben, der Endpreis liegt also bei 1.308 Euro. Bei 21 Prozent beträgt die Mehrwertsteuer 252 Euro - die Miete für das Ferienhaus liegt also bei 1.452 Euro.

Hinzu kommt: Auch die Eintrittspreise für Museen, Freizeitparks und diverse kulturelle Angebote könnten den Plänen zufolge steigen.

NRW startet in die Herbstferien

WDR Studios NRW 10.10.2025 00:23 Min. Verfügbar bis 10.10.2027 WDR Online

Preisgünstig ist es in den Niederlanden schon jetzt nicht

Abgesehen davon, ob es in den Niederlanden tatsächlich zu der Erhöhung der Mehrwertsteuer kommt: Für Bundesbürger ist der Aufenthalt in den Niederlanden ohnehin nicht unbedingt günstig. So lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes das Preisniveau für Restaurant- und Hoteldienstleistungen im Juni 2025 um 13 Prozent über dem in Deutschland.

Deutschlands Nachbarländer im Osten sind für Reisende günstiger: Das Preisniveau in Restaurants und Hotels in Tschechien liegt um 32 Prozent unter dem in Deutschland, in Polen sind es 16 Prozent weniger.

Keine landesweit einheitliche Touristensteuer in den Niederlanden

Zusätzlich müssen Touristen in den Niederlanden, wie in vielen anderen Ländern auch, eine Touristensteuer zahlen. Wie hoch sie ausfällt, ist von Ort zu Ort verschieden. Mitunter ist die Steuer, die auch Kurtaxe oder Bettensteuer heißt, schon im Reisepreis enthalten. Es kommt aber auch vor, dass sie vor Ort gezahlt werden muss.

Damit Reisende vor Ort keine böse Überraschung erleben, sollten sie sich im Vorfeld über die Höhe informieren. Am höchsten ist die Touristensteuer derzeit in Amsterdam, wo Reisende 12,5 Prozent des Übernachtungspreises zahlen.

So wird der Niederlande-Urlaub günstiger

Der Online-Reiseführer "Exploring Holland" rechnet mit einem Tagesbudget von circa 215 Euro für einen Mittelklasse-Urlaub. Die Kosten lassen sich demnach deutlich senken auf bis zu 75 Euro pro Tag, inklusive Essen, Aktivitäten und Fahrtkosten. Am meisten sparen lasse sich bei der Unterkunft, aber auch beim Essen und Trinken.

Generell gilt: Tierische Lebensmittel sind in den Niederlanden teurer als in Deutschland. Das gilt auch für Supermarkt-Einkäufe, denn die Mehrwertsteuer auf Fleisch, Käse und Butter ist in den Niederlanden deutlich höher als bei uns. Gleiches gilt für Schnaps, Zigaretten, Drogerie-Artikel und Benzin. Ein Einkauf auf der deutschen Seite der Grenze kann sich also lohnen.

Bezahlbare Unterkünfte im Landesinneren

Am meisten können Urlauber bei der Unterkunft sparen. Generell gilt: An der Küste und in Großstädten wie Utrecht und Amsterdam ist es teurer als im Landesinneren. Aber auch Gelderland und Nordbrabant haben einiges zu bieten.

In den niederländischen Jugendherbergen, den Stayokay Hostels, können auch Erwachsene Zimmer bekommen. Diese Jugendherbergen gibt es fast im ganzen Land, auch auf Inseln wie Terschelling und Texel. In den deutschen Herbstferien kostet eine Nacht dort im Doppelzimmer rund 60 Euro pro Person.

Unsere Quellen:

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