Wer einen der großen Zoos in NRW besuchen will, womöglich noch als Familie, am Wochenende und ganz spontan, der muss sich auf ordentliche Kosten einstellen. Das gilt allein schon für den Eintrittspreis. Damit auch Menschen mit geringerem Budget den Zoo besuchen können und dieser trotzdem keine Verluste macht, gibt es in Köln seit Mitte April ein dynamisches Preissystem.
Kölner Zoo: Frühbucher im Vorteil
So jedenfalls begründet der Kölner Zoo die Umstellung bei vielen seiner Tickets. Zugleich wurde der Eintrittspreis an der Kasse für einen Erwachsenen von 23,00 auf 29,50 Euro angehoben. Wer früh online bucht, zahlt nun 22,50 Euro. Entscheidend für den Online-Preis ist aber nicht nur der Zeitpunkt der Buchung, sondern sind auch die Auslastung, das Wetter und mehr.
Mit seinen erhöhten Tagesticket-Preisen für Erwachsene an der Kasse steht der Kölner Zoo im landesweiten Vergleich weit oben. Kostspielig ist es aber auch woanders, selbst wenn man online bucht. Das gilt genauso für Zoos in den Niederlanden, die gern von Menschen aus NRW besucht werden. Im GaiaZoo in Kerkrade gibt es übrigens schon länger ein dynamisches Preissystem.
Preissysteme der Zoos unterscheiden sich zum Teil stark
Was den Preisvergleich der Zoos erschwert: Alle haben ihr eigenes System. Mal zahlen Kinder noch bis 17 Jahren den ermäßigten Preis (Zoo Duisburg), mal nur bis zwölf (Kölner Zoo). Darüber hinaus gibt es unterschiedlichste Tickets mit verschiedensten Konditionen: für Familien, andere Gruppen, Schulklassen oder auch Rentner.
Warum Zoo-Tickets so viel kosten
Selbst mit einem mittleren Einkommen überlegt sich so mancher zweimal den Zoobesuch. Der Grund für die durchaus hohen Preise: Der Betrieb ist teuer und der städtische Zuschuss nur gering. Der Kölner Zoo zum Beispiel finanziert sich nach eigenen Angaben zu 80 Prozent selbst.
Der größte Kostenpunkt sei das Personal, sagt Swende Stratmann, Sprecherin des Allwetterzoos Münster, dem WDR. Das sei gewiss auch anderswo so. Dazu gehörten nicht nur Tierpfleger, sondern auch Tierärzte, Techniker, Gärtner, Reinigungskräfte, Beschäftigte in der Gastronomie, an der Kasse, am Einlass und in der Verwaltung.
Der zweite große Kostenpunkt seien alle Dinge zur Versorgung der Tiere, so Stratmann. Dazu gehörten Futter und Einstreu genauso wie Spielgeräte und Medikamente.
Hinzu kommen die Energiekosten für Heizen, Wasser und Strom. Zwar gilt das Tropenhaus in Münster dank Geothermie, Photovoltaikanlagen und einem nachhaltigen Regenwassermanagement für die Pflanzenbewässerung als vollständig regenerativ. Viele andere Gebäude sind aber alt und wenig energieeffizient. Auch das gilt für viele andere Zoos in NRW.
Darüber hinaus kosten auch die Instandhaltung und Erneuerung der Gebäude und der gesamten Anlagen. Es gebe auch immer neue Standards, die einzuhalten seien, sagt Stratmann. Und weiter:
"Insofern ist ein Zoo nie fertig, immer im Wandel." Swende Stratmann, Sprecherin Allwetterzoo Münster
Wer sich die Preissysteme der Zoos genau anschaut und am besten auch noch zeitlich flexibel ist, kann allerdings zum Teil eine Menge sparen.
Kleine Auswahl an Spar-Tipps für den Zoobesuch:
- Meist sind Online-Buchungen günstiger als Tickets an der Kasse
- Könnt ihr weit im Voraus buchen, kommt ihr in Köln und Kerkrade merklich günstiger in den Zoo als sonst.
- Alter beachten: Für viele Kinder ist der Eintritt kostenfrei - zum Beispiel in der ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen bis einschließlich drei Jahren, im Grünen Zoo Wuppertal sogar mit einschließlich 14 Jahren.
- Kommt für euch ein Familienticket in Betracht? Das gilt oft auch für Gruppen von Erwachsenen und Kindern, die keine echten Familien sind.
- Ist womöglich ein Jahresticket sinnvoll? Das lohnt sich zum Teil schon bei einigen Besuchen im Jahr.
- In vielen Zoos gibt es günstige Abendtickets.
- Auf den Websites der Zoos besondere Aktionen beachten: zum Beispiel die "ZOOM Spartage" in Gelsenkirchen, an denen die Tickets nur die Hälfte kosten.
- Die "Ruhr-Topcard": Die kostet digital für Erwachsene zwar 64 Euro, dafür hat man aber einmalig freien Eintritt in viele Zoos und Tierparks und zahlt bei manchen sogar mehrmals nur die Hälfte des regulären Preises.
- Zum Teil findet ihr auch über Suchmaschinen weitere Rabattaktionen. Aber Vorsicht: Ihr solltet genau die Konditionen studieren und euch vor Betrug in Acht nehmen.
- Parkkosten vermeiden, zum Beispiel indem ihr mit dem Bus, der Bahn oder dem Rad fahrt. In manchen Zootickets ist sogar der Fahrpreis für den öffentlichen Nahverkehr enthalten.
- Ausgaben für die Gastronomie vermeiden: In der Regel darf man Essen und Trinken selbst mitbringen.
Unsere Quellen:
- Kölner Zoo: Pressemitteilung und WDR-Gespräch mit dem Sprecher
- WDR-Gespräch mit der Sprecherin der ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen
- WDR-Gespräch mit der Sprecherin des Allwetterzoos Münster
- Website-Informationen der Zoos
- Website Ruhr-Topcard
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 16.04.2026, 18:45 Uhr