Münsterländer Gasballonfahrer knacken Weltrekord
WDR. 05:10 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028. Von Petra Brönstrup.
Weltrekord im Gasballon : Münsterländer waren über 107 Stunden in der Luft
Stand:
Noch ist der neue Weltrekord offiziell nicht bestätigt. Aber schon jetzt ist klar: Mit 107 Stunden und zwei Minuten waren die beiden Ballonfahrer Axel Hunnekuhl aus Mettingen und Andreas Zumrode aus Havixbeck deutlich länger in der Luft als der bisherige Rekordhalter aus Stuttgart.
Eigentlich wollten die beiden Ballonfahrer aus dem Münsterland an Pfingsten an einem Wettbewerb für Gasballone in Gladbeck teilnehmen. Dann aber guckten sie auf die Wettervorhersage: Bestes Ballonfahrer-Wetter übers Wochenende. Die Gelegenheit sich für den Gordon-Bennett-Cup, die Gasballon-WM zu qualifizieren. Sie entschuldigten sich beim Veranstalter des Wettbewerbs und hoben früher ab.
Start in Gladbeck am Freitagabend
Und so begann das große Abenteuer. Freitagabend vor Pfingsten. 20 Uhr. Start in Gladbeck. An Bord Axel Hunnekuhl und Andreas Zumrode. Sie hatten sich auf eine Fahrt von bis zu 72 Stunden vorbereitet. Dass es am Ende 107 Stunden und zwei Minuten wurden, war dem guten Wetter zu verdanken.
In der dritten Nacht überquerten die beiden Ballonfahrer das französische Straßburg.
"Da ist mehr drin"
Sie fuhren und fuhren, mal in 3.000 Metern Höhe, mal in 1.500 Metern Höhe. Immer da, wo ihnen die Luftströmung günstig erschien. In der dritten Nacht überquerten sie Straßburg und dann ging es über Frankreich hinweg, mit einem Schlenker, auf Dijon zu.
"Während der Fahrt haben wir gemerkt, dass da mehr drin ist, dass wir auch noch eine fünfte Nacht schaffen." Axel Hunnekuhl, Ballonpilot
Sonnenuntergang in großer Höhe: Das Wetter meinte es gut mit den Ballonfahrern aus dem Münsterland.
Kein Tropfen Wasser mehr an Bord
Doch am Mittwochmorgen war dann Schluss. Hunnekuhl und Zumrode entschieden sich, auf einem Feld bei Dijon in Frankreich zu landen. Nach über 107 Stunden. Alle Vorräte waren aufgebraucht. Sie hatten nichts mehr zu trinken an Bord, und auch nichts mehr zu Essen.
"Bei der Landung waren wir komplett blank." Axel Hunnekuhl, Ballonpilot
Hunnekuhl berichtete, dass in den letzten 24 Stunden vor der Landung jeder von ihnen nur noch ungefähr 1,5 Liter Wasser zur Verfügung hatte. "Das war ganz schön anstrengend."
Und auch der Schlafmangel machte sich immer stärker bemerkbar. Die beiden Ballonfahrer wechselten sich ab, mal schlief der eine drei Stunden im Korb, mal der andere. "In der fünften Nacht haben wir kaum noch geschlafen", erzählt Hunnekuhl. Eng und persönlich ist es im Korb eh immer: Als Klo haben die beiden Ballonpiloten immer einen Eimer, eine Art Campingtoilette dabei.
Zurück im Münsterland: Axel Hunnekuhl (links) und Andreas Zumrode bei ihrer Ankunft am Mittwochabend
Weltrekord muss noch offiziell bestätigt werden
Nach geglückter Landung und dem unter Ballonfahrern üblichen "Landebier" ging es dann zusammen mit der Bodencrew von Frankreich nach Hause ins Münsterland. Jetzt freuen sich die beiden Abenteurer auf ihre Familien und Freunde. Und sie sind stolz, dass sie den Weltrekord in der Disziplin Dauerfahrt im Gasballon geknackt haben.
Sie haben Zeugen, die das dokumentiert haben. Jetzt warten sie nur noch auf die offizielle Bestätigung durch die Bundeskommission Freiballon im Deutschen Aero-Club.
Unsere Quellen:
- Reporterin im Gespräch mit Axel Hunnekuhl und Andreas Zumrode
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 27.05.2026, 19.30 Uhr
