Lachyoga - so fühlt es sich an
03:57 Min.. Verfügbar bis 16.06.2028.
Zwischen Elisenturm und Glashaus im Botanischen Garten in Wuppertal trifft sich jeden Montagabend eine Gruppe, um gemeinsam Yoga zu machen. Ohne Sportsachen. Sie trainieren eine Muskelgruppe, die in keinem Trainingsplan im Fitnessstudio steht: die Lachmuskeln.
Künstlich lachen - was bringt das?
Lachyoga-Coach Evelyn Hinz macht die Übungen vor, die Gruppe lacht mit
"Wir können unseren Körper überlisten", erklärt Lachyoga-Coach Eveylin Hinz vor der Stunde. "Sobald die Mundwinkel nach oben gehen, denkt unser Körper automatisch, dass wir glücklicher sind." Der erste Test: "Das macht was mit einem", merke ich. Und ich werde noch viel mehr als das spüren - Spoiler vorweg.
Lachyoga-Übungen für Stressabbau
Jede Woche trifft sich die Gruppe am Elisenturm im Botanischen Garten zum Lachyoga
Dann geht es in die ersten Übungen. Die Teilnehmer tragen eine imaginäre "Lachcreme" auf. "Hohoho, hahaha, hoho, hahahaha" - schallt es durch den Botanischen Garten in Wuppertal. Ich traue mich noch nicht mitzumachen, aber allein vom Zuschauen muss ich mitlachen.
Erstaunte Blicke muss man aushalten können
Passanten schauen irritiert, was die Gruppe da macht. "Ja, es steckt an, aber es ist auch cringe", denke ich und stehe noch etwas schüchtern neben der Gruppe und beobachte erst einmal. Meine Scham verhindert, dass ich mitmache - noch.
„Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind. Wir sind glücklich, weil wir lachen.“ Evelyn Hinz, Lachyoga-Trainerin
Lachen ist die beste Medizin
Das Sprichwort kommt nicht von ungefähr, erklärt Lachyoga Trainerin Evelyn Hinz. Sie ist zertifizierte Lachyoga-Coach. Ja, dafür braucht es eine extra Ausbildung. Lachyoga, so Hinz, hat seinen Ursprung in Indien. "Man durchflutet seine Lungen mit frischer Luft, wenn man so richtig loslacht." Lachyoga ist auch eine Übung für Achtsamkeit. "Wer lacht, kann nicht grübeln oder streiten. Man ist voll und ganz in dem Moment."
Evelyn Hinz trifft sich jede Woche mit einer Gruppe im Botanischen Garten um gemeinsam zu lachen
Wie überwindet man die Scham?
"Die Leute, die hier vorbeikommen, müssen auch denken, wir haben was genommen. Der Trick ist: gar nicht drüber nachdenken, einfach machen." sagt Ulrike Gehse, die schon länger Lachyoga praktiziert. "Es ist toll, es ist leicht, es ist toll mal so tief zu atmen." Das überzeugt mich. Ich überwinde mich und mache mit. Eine Minute am Stück lachen ist die Aufgabe - gar nicht so einfach.
Ulrike Gehse ist begeisterte Lachyoga-Teilnehmerin
Glücklich durch Lachyoga
Reporterin Luisa Skrabic schämt sich zunächst lauthals mitzulachen
"Wir atmen ein und lachen raus", sagt die Coach. "Es ist mir unangenehm, sieht man das?", ich spüre, wie mir heiß wird. Ich werde knallrot. Und muss jetzt lachen, weil es mir so peinlich ist. "Seine Scham abzulegen, die Blicke der anderen auszuhalten und so völlig schutzlos zu lachen, fällt mir schwer. Mein Kopf macht das nicht mit", muss ich mir eingestehen.
Am Ende muss die Reporterin trotz Sekpsis mitlachen
"Respekt, so völlig loszulassen, ist schwerer als gedacht." Herzhaft lachen muss ich trotzdem die ganze Zeit. Das Lachen der Gruppe ist einfach zu ansteckend, da kann auch meine Scham mich nicht mehr aufhalten.
Muskelkater garantiert
Am Ende der 45 Minuten sind alle glücklich, wirklich alle. Die Gruppe sowieso, aber auch Kameramann, Tontechniker und die Reporterin. Bauchmuskelkater gibt es tatsächlich auch, sagt eine der Teilnehmerinnen. "Am Anfang hatte ich gar keine Lust, jetzt fühle ich mich lebendig und glücklich!"
Regelmäßiges Lachyoga kann glücklich machen
"Wie jeder Muskel, muss Lachen aber auch regelmäßig trainiert werden. Bis nächste Woche also!" sagt Evelyn Hinz zum Schluss und verabschiedet uns mit einem großen, breiten Lächeln.
Quellen
- WDR-Reporterin vor Ort beim Lachyoga im Botanischen Garten Wuppertal
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 16.06.2026, 19.30 Uhr