"Es ist so schön hier", sagt Jörg Schröder aus Duisburg. Er sitz gemeinsam mit seiner Partnerin im Gartenstuhl im Rheinpark in Duisburg und genießt die Frühlingssonne. Die beiden sind regemlmäßig hier. Doch erstmal ist es der letzte Besuch. Denn heute fand das Baustellenfest zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) statt. Ein Jahr lang wird hier gebaut, um alles für die IGA vorzubereiten.
Baustellenfest im Rheinpark: Vorbereitungen für die IGA laufen
Heute, genau ein Jahr vor Beginn, ist das Gelände im Rheinpark im Duisburger Stadtteil Hochfeld noch eine große Baustelle. Beim heutigen Baustellenfest zeigen sich Politiker und die Verantwortlichen zuversichtlich. Denn die IGA ist ein besonderes Projekt: Erstmals findet sie nicht nur in einer Stadt, sondern in einer ganzen Region. An allen fünf Standorten, in Dortmund, Gelsenkirchen, Lünen, Duisburg sowie an der Grenze zwischen Recklinghausen und Castrop-Rauxel fanden heute Führungen über die jeweiligen Baustelle statt. Erste Projekte sind schon sichtbar, wie ein Skatepark, der noch erweitert wird oder ein Skywalk.
Arbeiten an 5 Standorten im Ruhrgebiet
Lydia Frotscher ist die Leiterin der gärtnerischen Ausstellung
Insgesamt 194 Hektar werden für die IGA umgestaltet. Bestehende Parks werden modernisiert, brachliegende Flächen neu entwickelt oder Radwege gebaut. Wichtig ist den Verantwortlichen eine Verbindung zwischen Wasser und Grünflächen. Lydia Frotscher ist die gärtnerische Ausstellungsleiterin aller Fünf Zukunftsgärten der IGA. "Ich bin begeistert von der Größe des Projekts und freu mich schon, wenn die Menschen die Parks mit Leben erfüllen."
Ein Jahr ohne Park – und danach wird’s teuer? Kritik aus Hochfeld
Moritz Grybowski beschäftigt sich akademisch mit dem Stadtteil Hochfeld.
Auch Moritz Grzybowski ist auf dem Baustellenfest. Der Duisburger hat seine Bachelorarbeit über die Entwicklung des Stadtteils Hochfeld geschrieben. Er beschäftigt sich seit Jahren mit den Menschen und ihrer Umgebung hier. "Es verlangt den Menschen im Moment viel ab, denn noch ein ganzes Jahr lang müssen sie ohne Park auskommen. Dabei ist gerade hier das Grüngebiet in Rheinnähe enorm wichtig für den Stadtteil", sagt er.
Das sieht auch Jörg Schröder und seine Partnerin so. Sie sind ein wenig traurig, hier heute zum letzten Mal zu sein. "In diesem Jahr wirds ja nichts wegen der Baustelle und dann ist die Internationale Gartenausstellung und die ist teuer. Das werden sich in Hochfeld nicht viele leisten können", sagt Jörg Schröder und lässt sich in seinen Gartenstuhl fallen. Fast 30 Euro soll für Erwachsene ein Tagesticket während der IGA im kommenden Jahr kosten. Eine Dauerkarte 140 Euro. Immerhin werden Kinder bis 14 Jahren freien Eintritt haben und für Schüler, Azubis etc. gibts günstigere Tickets.
Über 100 Millionen Euro kostet die IGA
10 Jahre wird bereits an der IGA geplant. 6.000 Veranstaltungen soll es während der Ausstellung an den Standorten geben. Ein Highlight dabei: Das Ruhrgebiets-Picknick, ein Event, dass so legendär werden soll, wie im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 das Stillleben auf der Autobahn A40.
Die Planungskosten belaufen sich gesamt auf 107 Millionen Euro. Wie hoch die Kosten am Ende für jede Kommune sind, wird sich noch zeigen. Schon jetzt ist klar: Es wird wohl an allen Standorten teurer werden.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung IGA
- Pressesprecher IGA
- Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 23.04.2026, 09:31 Uhr