Burg Brüggen in der Nähe vom Borner See

Zwischen See, Burg und Munitionslager: Ausflug nach Brüggen am Niederrhein

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Ein Ausflug nach Brüggen am Niederrhein führt vom idyllischen See zur mittelalterlichen Burg bis zu einem ehemaligen Munitionslager. Ein Ort zum Wandern oder Fahrradfahren, der voller Überraschungen steckt.

Von Josefine Upel und Eda Engin (Text), Inga Drews (Multimedia)

Sanft weht der Wind über den Borner See und bringt das Wasser in Bewegung. Enten, Schwäne und andere Vögel ziehen gemächlich ihre Bahnen über die schillernde Oberfläche. Am Ufer wirft ein Angler seine Rute aus.

Vom Borner See nach Brüggen wandern

Entstanden ist der Borner See im 17. und 18. Jahrhundert durch den Abbau von Torf. In den 1970er-Jahren wurde er entschlammt und die Uferzone neu bepflanzt. Heute ist der See in Brüggen ein idealer Ausgangspunkt, um die idyllische Natur und Gemeinde am Niederrhein zu erkunden. Das ist wie Urlaub vor der Haustür, sagt Reisebloggerin Anke Schöps.

Reisebloggerin Anke Schöps: Wieso sich ein Ausflug am Niederrhein lohnt

00:18 Min. Verfügbar bis 09.09.2027

Vom Parkplatz des Sees aus starten mehrere Wanderwege. Einer davon ist der zwei Kilometer lange Patschelpfad, der einmal um den See herumführt. Wer mehr Abwechslung sucht und Zeit mitbringt, kann auch eine Rundwanderung vom Borner See nach Brüggen und zurück machen. Die Strecke ist etwa sechs Kilometer lang, hat flache Wege und ist dadurch für Familien mit Kindern und auch Senioren geeignet. Auch mit Kinderwagen oder Laufrad ist die Runde gut zu meistern.

Nach einer Runde um den See führt der Wanderweg durch abwechslungsreiche Natur. Über Felder geht es Richtung Schwalm und später Richtung Brüggen. Dabei passieren Wanderer oder Fahrradfahrer immer wieder kurze Brücken über die Schwalm, einen Nebenfluss der Maas. In Brüggen angekommen, läuft man direkt auf die Burg und die alte Mühle zu.

Historische Burg und Museum

Die mittelalterliche Burg Brüggen wird von einem breiten Wassergraben umgeben und sticht mit ihrem runden Eckturm heraus. Große Teile der Burg aus dem 13. Jahrhundert sind heute nicht mehr erhalten. Im 20. Jahrhundert wurden aber Teile gerettet und wiederaufgebaut. Besucher können heute den prächtigen dreistöckigen Palas und den daran gebundenen runden Südwest-Turm besichtigen.

Seit 1979 ist innerhalb der Burgmauern das regionale Jagd- und Naturkundemuseum beheimatet. Geschichtsinteressierte entdecken hier Ausstellungen über den Naturpark Maas-Schwalm-Nette, ausgestorbene heimische Tierarten oder das Leben in der Steinzeit. In und rund um die Burg finden auch regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt.

Von der Mühle zum Restaurant

Unmittelbar neben der Burg steht die alte Brüggener Mühle. Diese gibt es wahrscheinlich schon seit mindestens 1289 und war jahrhundertelang in Betrieb. Seit rund 50 Jahren ist darin ein Restaurant. Hier bekommen Besucher nicht nur deutsche Hausmannskost in rustikaler Atmosphäre, sondern können sich auch das Mahlwerk ansehen.

Die "Brüggener Mühle", eine Wassermühle am Unterlauf der Schwalm. Dahinter ein Burgtur.

Die "Brüggener Mühle", eine Wassermühle am Unterlauf der Schwalm

Nach dem Besuch der Mühle führt der Rundwanderweg wieder hinaus aus Brüggen, vorbei an Wäldern und zurück zum Wanderparkplatz am Borner See. Wer noch Zeit und Entdeckungslust hat, kann von Brüggen aber auch nordwestlich in das Naturschutzgebiet weiterziehen.

Abstecher zum ehemaligen Munitionsdepot

Auf rund 1300 Hektar erstreckt sich im Brachter Wald ein "Mosaik aus Heiden und Wäldern auf Flugsanddünen", wie es die NRW-Stiftung beschreibt. Bis Mitte der 1990er-Jahre war das Gebiet noch das größte Munitionsdepot Westeuropas und streng abgeriegelt.

Im Brachter Wald gibt es einiges zu entdecken

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Die britische Rheinarmee lagerte hier an der niederländischen Grenze riesige Mengen Munition. Hinter einem 18 Kilometer langen Zaun hatte die Natur rundherum jahrzehntelang Ruhe, sich zu entfalten. Mit etwas Glück entdeckt man heute unter anderem Damhirsche und Wildpferde. Sie sind Landschaftspfleger auf vier Beinen und halten unter anderem das Heidekraut niedrig. Die Heideflächen im Brachter Wald zählen zu den bedeutendsten in NRW.

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