Woran erkenne ich seriöse Tierschutzvereine?
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Tierschutzvereine leisten wertvolle Arbeit – sie retten Tiere aus Notlagen, vermitteln sie in gute Hände und klären über artgerechte Haltung auf. Leider gibt es aber auch Vereine, die es mit Transparenz und Tierwohl nicht so genau nehmen. Wer ein Tier aus dem Tierschutz adoptieren möchte oder eine Organisation anderweitig unterstützen möchte, sollte vorher genau hinschauen, ob der Verein seriös arbeitet.
Transparenz und Gemeinnützigkeit
Ein vertrauenswürdiger Tierschutzverein informiert offen über seine Arbeit, Finanzen und Strukturen. Auf der Website sollten Vereinsdaten, Ansprechpartner und ein Impressum leicht zu finden sein. Die allermeisten Tierschutzvereine tragen das e.V. hinter ihrem Namen - dies besagt lediglich, dass es sich um einen eingetragenen Verein handelt. Der Verein sollte darüber hinaus die Anerkennung auf Gemeinnützigkeit haben. Diese besagt, dass der Verein nicht gewinnorientiert arbeitet, sondern alle Gelder in den Tierschutz fließen und keine überhöhten Gehälter oder Gewinne gezahlt werden.
Spendenquittungen, Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtler und offen zugängliche Jahresberichte für die Mitglieder sind gute Zeichen für Transparenz. Meist entsteht durch das gesamte Auftreten, die Öffentlichkeitsarbeit und auch im persönlichen Kontakt mit Ehrenamtlern und interessierten Adoptanten ein zuverlässiges Gefühl dafür, wie transparent und engagiert in einem Verein Tierschutz betrieben wird.
Spendenaufrufe
Es ist im Tierschutz durchaus üblich, über Social Media Spendenaufrufe zu machen – zum Beispiel für ein Tier, das eine kostspielige Operation benötigt. Oder auch für die medizinische Erstversorgung von großen Beschlagnahmungen, also dann, wenn eine große Anzahl von Tieren in schlechtem Zustand gleichzeitig aufgenommen wird. Die Spendenaufrufe sollten nachvollziehbar sein und zeigen, wofür das Geld verwendet wird. Achtung bei Organisationen, die ständig dramatische Notfälle posten, aber keine konkreten Ergebnisse zeigen.
Tiervermittlung und Schutzvertrag
Seriöse Tierschutzvereine geben ihre Tiere nicht leichtfertig ab. Sie wollen, dass Adoptanten das Tier gut kennenlernen können. In ausführlichen Vorgesprächen zwischen Tierschützern und Adoptanten wollen sie mehr über die Menschen erfahren, die das Tier übernehmen. Manchmal wird auch ein Hausbesuch gemacht, die sogenannte Vorkontrolle. Dabei geht es nicht um Neugierde seitens der Tierschützer, sondern um das Wohl des Schützlings. Ein seriös arbeitender Tierschutzverein legt vor der Vermittlung auch etwaige Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitliche Probleme des zu vermittelnden Tieres (soweit bekannt) offen.
Tierheimtiere und Tiere aus dem Auslandstierschutz werden nicht selten aus widrigsten, grausamen Haltungsbedingungen befreit. Die Tierschützer stecken Arbeit und Herzblut in ihre Schützlinge und möchten sichergehen, dass es ihnen bei ihren neuen Haltern gutgeht. Hier ist auch Verständnis auf Seiten der Interessenten gefragt, offen über ihre Wohnsituation und die zukünftige Versorgung ihres neuen Tieres zu sprechen.
Auch ein Schutzvertrag mit klaren Rechten und Pflichten ist üblich. Die Schutzgebühr deckt die Kosten der Unterbringung und die medizinische Versorgung im Tierschutzverein – darüber hinaus hat sie auch einen symbolischen Wert, Tiere sollten nicht verschenkt werden. Tierschutztiere aus einem seriösen Verein werden gechippt, entwurmt und vollständig geimpft abgegeben. Bei Auslandstieren sollte der Verein gültige EU-Heimtierausweise und Transportpapiere vorlegen können.
Junge Tiere werden häufig noch unkastriert vermittelt, vor allem Katzen – dann aber mit der Auflage, sie nach der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen. Bei Hunden ist es ähnlich, variiert aber je nach Vereins-Philosophie. Es ist durchaus sinnvoll, Hunde nicht zu früh zu kastrieren, oder, falls keine medizinische Notwendigkeit besteht, auch gar nicht. Hier gehen die Meinungen im Tierschutz stark auseinander. Übergeordnetes Ziel sollte immer sein, eine weitere Vermehrung der vermittelten Tiere zu verhindern.
Ein offenes und ehrliches Aufeinanderzugehen ist bei der Vermittlung und generell im Tierschutz unerlässlich – sowohl auf Vereinsseite als auch auf Seite der Interessenten. Nur so kann Vertrauen entstehen und zum Wohl der Tiere gehandelt werden.
Wenn Sie erwägen, ein Tier aus dem Ausland zu adoptieren, kommen noch weitere Merkmale hinzu, an denen Sie seriöse Tiervermittlung erkennen können. Diese finden Sie hier:
Autorin: Katja Diepenbruck