Symbolbild: penzija

Wie viel Rente wird’s am Ende? 

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Mit welcher Rentenhöhe Sie rechnen und was Sie tun können, wenn es nicht reicht, klären wir mit Finanzexpertin Simin Heuser. 

Blickt man auf die Renteninformation, befindet sich am rechten Rand ein Kästchen mit drei Zahlen. Die oberste zeigt, was man derzeit bekäme, wenn man voll erwerbsunfähig würde. Die zweite, wie hoch die Rente wäre, wenn man sofort in den Ruhestand ginge. Und die dritte, mit welcher Rente man rechnen kann, wenn man bis zur regulären Altersgrenze weiterhin so einzahlt, wie in den vergangenen fünf Jahren.

Auch das wird vermutlich nicht der Betrag sein, den man bei Renteneintritt bekommt, sagt Simin Heuser. Zwar könne dieser durch künftige Rentenanpassungen höher ausfallen. Beispiele findet man unter dem Punkt „Rentenanpassung“. Allerdings, sagt Simin Heuser: „Darauf kann man sich nicht verlassen."

Zudem werden noch Abzüge für Sozialversicherung und Steuern fällig. Hinzu kommt der Kaufkraftverlust. Denn das Geld verliert durch die Inflation kontinuierlich an Wert. So hätte eine Rente von heute 1500 Euro bei einer jährlichen Inflationsrate von 2 Prozent in zehn Jahren nur noch eine Kaufkraft von etwa 1230 Euro, in 20 Jahren lediglich von 1000 Euro und in 30 nur noch von 830 Euro.

So findet man heraus, ob die Rente reicht

Um herauszufinden, ob die gesetzliche Rente reicht oder nicht, muss man zudem schätzen, wieviel Geld man im Ruhestand braucht. Das ist natürlich sehr individuell. Grundsätzlich aber gehen Experten davon aus, dass man etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens benötigt, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Formular der Deutschen Rentenversicherung und obendrauf Kleingeld

Die Rente sollte rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen. 

Die Differenz zwischen der gesetzlichen Rente und dem, was man im Ruhestand an Geld braucht, bezeichnet man als „Rentenlücke“. Als Beispiel: Eine 50-jährige Frau mit einem aktuellen Bruttoverdienst von 40 000 Euro kann mit einer voraussichtlichen Nettorente von etwa 1100 Euro rechnen.

80 Prozent ihres aktuellen Nettoverdienstes von 2200 Euro wären 1760 Euro. Bei einer jährlichen Inflation von zwei Prozent entspricht das zum Zeitpunkt ihres Rentenbeginns einem Wert von 2450 Euro. Demnach hätte sie eine Rentenlücke von 1350 Euro. Wem die Rechnerei selbst zu aufwendig ist, kann dafür auch Rentenlückenrechner im Internet nutzen – zum Beispiel vom Deutschen Institut für Altersvorsorge unter www.ihre-rentenluecke.de

Wie viel Rente wird’s am Ende? 

Hier und heute 09.04.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 09.04.2028 WDR

Was man tun kann, wenn die Rente nicht reicht

Wer merkt, dass die Rente nicht reichen wird, hat verschiedene Möglichkeiten. Welche das sind, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit noch bis zum Renteneintritt bleibt. Sind es 15 Jahre oder mehr, lohnt in der Regel ein ETF-Sparplan – bei dem man jeden Monat einen festen Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds investiert.

Werbeprospekte für private Rentenversicherungen liegen übereinander.

Kurz vor dem Ruhestand kann sich eine private Rentenversicherung lohnen.

Steht man hingegen kurz vor der Rente, kann unter Umständen eine private Rentenversicherung Sinn machen. „Wer zum Beispiel etwas erbt oder anderweitig Geld zur Seite gelegt hat, kann es dort einzahlen“, sagt Simin Heuser. Und bekommt dann eine entsprechende lebenslange monatliche Rente.

Dabei gilt allerdings: Unbedingt auf die Konditionen achten und schauen, ob sich das Ganze tatsächlich rechnet. Je länger man lebt, desto eher lohnt sich eine solche Versicherung. Alternativen können Tages- oder Festgeldkonten sein – mit festgelegten Auszahlungsterminen.

Wer hingegen weder viel Zeit noch „etwas auf der hohen Kante“ hat, für den kann unter Umständen ein Mini-Job die Lösung sein, sagt Simin Heuser. Schließlich lasse sich die Rente damit beim aktuellen Mindestlohn mit lediglich rund fünf Arbeitstagen im Monat um etwa 600 Euro aufbessern. Und das Ganze habe in vielen Fällen nicht nur finanzielle Vorteile: Soziale Kontakte, das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun machten einen Minijob darüber hinaus für viele Rentnerinnen und Rentner attraktiv.