Eine Hand dreht an einem Heizthermostat

Profitipps vor Beginn der Heizsaison

Stand:

Mit Thomas Zwingmann, Energieberater bei der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen, klären wir, wie sich Energie sparen lässt und man möglichst günstig durch die bevorstehende Heizsaison kommt.

Der Griff eines Fensters

Sind die Fenster dicht? Machen Sie die Probe!

Was Energieberater Thomas Zwingmann zunächst empfehlen würde: „Prüfen, ob die Fenster und Türen auch wirklich dicht sind.“ Denn sind sie es nicht, entweicht darüber viel Wärme – und die Heizkosten steigen unnötig. Kontrollieren kann das jeder selbst mit einem einfachen Trick: „Man nimmt ein Stück Papier, hält es an den Rahmen und schließt das Fenster“, sagt Thomas Zwingmann. „Wenn man das Papier anschließend leicht wieder herausziehen kann, müssen entweder die Dichtungen erneuert oder die Beschläge nachgestellt werden.“

Profi bitten

Übernehmen sollte das dann aber möglichst immer ein Profi, rät Zwingmann. So sollten auch Mieter in einem solchen Fall ihren Vermieter informieren und ihn bitten, sich darum zu kümmern. Von Dichtungsbändern hält er hingegen wenig. Zum einen hielten sie oft nicht. Zum anderen könne man das Fenster beschädigen, wenn man etwas falsch macht.

Profitipps vor Beginn der Heizsaison

Hier und heute 09.10.2025 12:10 Min. Verfügbar bis 09.10.2027 WDR

Heizkörper und Heizungssystem checken

Ein Heizungsventil wird mit einem Heizungsschlüssel entlüftet

Die Heizung kann man mit einem Heizungsschlüssel eigenständig entlüften.

Zudem sollte man die Heizkörper vor Beginn der Heizsaison entlüften, rät Zwingmann. So stelle man sicher, dass die Heizung auch wirklich effizient arbeitet. Auch das kann jeder mit dem Entlüftungsschlüssel selbst machen. Man stellt eine kleine Schüssel unter das Ventil an der Seite der Heizung und lässt darüber die überschüssige Luft entweichen.
Allerdings: „Man sollte immer den Vermieter oder Hausmeister informieren, dass man das gemacht hat“, sagt Zwingmann. Denn gegebenenfalls muss anschließend Wasser in das Heizungssystem nachgefüllt werden. Der Füllstand lässt sich an der Druckanzeige des Heizkessels ablesen.
Außerdem sollte das gesamte Heizungssystem regelmäßig gewartet werden – idealerweise vor Beginn der Heizsaison. Ein Profi könne dann schauen, ob es Optimierungsbedarf gibt, sagt Zwingmannn. Dabei sei es egal, ob es sich um eine klassische Öl- oder Gasheizung oder Wärmepumpe handele.

Tipps zum richtigen Heizen

Eine Frau dreht am Thermostat eines Heizkörpers

Die Heizung amm besten nach Bedarf hoch- oder runterdrehen.

Doch auch während der Heizsaison könne man mit ein paar einfachen Tipps und Tricks noch Energie und Kosten sparen, sagt Thomas Zwingmann. Zunächst sollte man sicherstellen, dass die Heizkörper nicht zugestellt sind und sie von Staub und Schmutz befreien.
Helfen könnten zudem sogenannte Zugluftstopper. „Diese Textilwürste legt man von innen vor die Wohnungs- oder Haustür“, sagt Zwingmann. „Und die helfen schon ganz gut dabei, dass nicht zu viel Wärme nach außen entweicht.“ Außerdem steigerten sie in der Regel die Behaglichkeit, da der Boden nicht so stark auskühlt.
Ob man durch den Einbau von programmierbaren Thermostaten Heizkosten spart, hänge vom Tagesablauf und Heizverhalten ab. „Wer immer zur gleichen Zeit das Haus verlässt und wieder nach Hause kommt, für den kann das Sinn machen“, sagt Zwingmann. „Andernfalls spart man mehr, wenn man die Heizung selbst nach Bedarf rauf- und runterdreht.“

Und klar: Man sollte nur dort und so viel heizen, wo und wie es nötig ist. Während es im Wohnzimmer 20 bis 22 Grad sein sollten, reichten in Flur und Schlafzimmer sicher 18 bis 20 Grad. Denn schon kleine Temperatur-Unterschiede können am Ende einen großen Unterschied machen: Jedes Grad weniger spart schließlich sechs Prozent Energiekosten.