Ausgewogene Ernährung

Power auf dem Teller: Gesunder Neustart

Stand:

Nach den Feiertagen sehnt sich der Körper nach Entlastung. Ernährungsexpertin Isabell Heßmann über „Detoxen“ und „Poweressen“ und darüber, wie ein sanfter Neustart mit leichter Kost und ausreichend Bewegung gelingt.

Detox – was bedeutet das wirklich?

Detox ist die Kurzform von „Detoxification“ und beschreibt medizinisch die Entgiftung über Leber, Nieren, Darm, Haut und Lunge. Im Alltag steht der Begriff meist für eine bewusste Entlastungsphase nach Stress oder üppigem Essen. Wissenschaftlich gilt: Ein gesunder Körper entgiftet sich selbst, die sogenannte Schlacken-Theorie ist nicht belegt. Als Einstieg in eine ausgewogenere Ernährung mit viel frischen Lebensmitteln und weniger Alkohol kann eine Detox-Phase dennoch sinnvoll sein.

Wissenschaftlich belegte Effekte des Fastens

  • Positiver Einfluss auf Stoffwechsel, Blutzucker, Blutfette und Blutdruck
  • Reduktion entzündlicher Prozesse (z. B. bei Rheuma, Arthrose, Darmerkrankungen, MS)
  • Aktivierung zellulärer Reinigungsprozesse (Autophagie)

Fastenformen im Überblick

Null-Diät: Verzicht auf feste Nahrung über längere Zeit. Führt zu schnellem Gewichtsverlust, aber auch zu Muskelabbau und ist nicht nachhaltig.

Saftfasten: Weniger streng als Wasserfasten, da Vitamine und Mineralstoffe zugeführt werden. Nur kurzfristig sinnvoll, entlastet Verdauung, greift Fettreserven kaum an.

Leberfasten: Low-Carb-orientiertes Konzept (nach Nicolai Worm) mit proteinbetonter mediterraner Ernährung. Bereits 5 % Gewichtsreduktion können die Leber deutlich entlasten.

Intervallfasten: Esspausen ohne strenge Lebensmittelvorgaben, z. B. 16:8 oder 5:2. Fördert Autophagie und lässt sich gut in den Alltag integrieren.

Wann braucht der Körper einen Reset?

Weingalerie

Alkohol und einfache Kohlenhydrate können den Stoffwechsel blockieren.

Typische Anzeichen nach den Feiertagen: Völlegefühl, praller Bauch, Müdigkeit, Antriebslosigkeit. Besonders Alkohol und viele einfache Kohlenhydrate belasten die Leber und können den Stoffwechsel blockieren.

Gespräch mit Isabell Heßmann

Hier und heute 07.01.2026 08:05 Min. Verfügbar bis 07.01.2028 WDR

Ernährung für neue Energie

Eine Ernährung für neue Energie sollte reich an Gemüse und Salat sein, ausreichend Protein enthalten (etwa 1,2–1,5 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag), rund 30 g Ballaststoffe täglich liefern sowie gute Fette wie Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren einschließen. Zusätzlich sind Bitterstoffe aus Lebensmitteln wie Chicorée, Rucola oder Artischocken empfehlenswert. Ein alkoholfreier Januar („Dry January“) entlastet zudem Leber, Herz und Haut und kann den Schlaf verbessern. Kohlenhydrate sollten insgesamt reduziert werden bzw. bevorzugt aus ballaststoffreichen Quellen stammen

Sanfter Neustart statt radikaler Diät

Hilfreich ist es, regelmäßig drei Hauptmahlzeiten zu essen und auf ständiges Snacken zu verzichten. Zucker sollte schrittweise reduziert werden, um dem Körper Zeit zur Umgewöhnung zu geben. Bewährt hat sich außerdem, mit ein bis zwei Veränderungen zu beginnen und diese nach und nach auszubauen. Die sogenannte „4-von-7“-Strategie kann dabei unterstützen, indem man sich an vier Tagen pro Woche bewusst und ausgewogen ernährt. Ein proteinreiches Frühstück sorgt für einen stabilen Start in den Tag. Gute Vorbereitung – etwa durch Vorkochen oder bereits geschnittenes Gemüse im Kühlschrank – erleichtert die Umsetzung im Alltag erheblich.

Trinken – wie viel und warum?

Frau trinkt aus einer Wasserflasche. Gegenlichtaufnahme. Sonne im Hintergrund.

Ausreichend trinken ist aus vielen Gründen wichtig!

Ausreichendes Trinken ist wichtig für die Gesundheit. Empfohlen werden mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag beziehungsweise etwa 35 bis 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Am besten eignen sich Wasser sowie Kräutertees, zum Beispiel aus Löwenzahn oder Brennnessel. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Transport von Nährstoffen und Abfallstoffen, hilft bei der Regulation der Körpertemperatur und ist wichtig für eine gut funktionierende Verdauung, einen aktiven Stoffwechsel sowie eine gesunde Haut.

Ernährung und Energielevel

Ein stabiler Blutzuckerspiegel ist entscheidend für eine konstante Energiezufuhr. Zuckerreiche Snacks sorgen für kurze Hochs und schnelle Tiefs. Eine Kombination aus Protein, Gemüse, Ballaststoffen und guten Fetten verhindert diese „Achterbahn“.

Bewegung als Ergänzung

Alltagsbewegung wie Spaziergänge ist wertvoll. Zusätzlich ist Krafttraining wichtig, um Muskulatur zu erhalten – im Studio oder zu Hause.

Häufige Ernährungsfehler

Viele bunte Gummibärchen

Häufige Ernährungsfehler sind häufiges Snacken und ein hoher Konsum von Süßigkeiten.

Häufige Ernährungsfehler sind zu häufiges Snacken und ein hoher Konsum von Süßigkeiten. Auch das Auslassen von Mahlzeiten kann den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen. Zudem wird häufig zu wenig Protein aufgenommen, was sich negativ auf Sättigung und Muskelmasse auswirkt. Unregelmäßiges Essen verstärkt diese Effekte zusätzlich und kann zu Energieschwankungen führen.

Leichtigkeit langfristig erhalten

Motivation entsteht durch umsetzbare Ziele: kleine Verhaltensziele statt fixer Zahlen. Keine strikten Verbote, sondern flexible Spielräume – so bleibt der neue Lebensstil dauerhaft realistisch.