Gießkanne

Garten unterwegs: Richtig gießen im Sommer 

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Anja Klein gibt Tipps, wie man seine Pflanzen während der warmen Monate gießt und aus alten Flaschen ein Bewässerungssystem bastelt. 

Unsere Expertin rät: Gießen Sie nur die Pflanzen, die es wirklich nötig haben. Das Wasser direkt an die Wurzeln geben, nicht auf die Blätter. 
Die Faustregel: 20 Liter pro Quadratmeter, damit das Wasser 20 cm tief eindringt. Je nach Pflanzengröße reichen etwa zehn Liter pro Pflanze. 

Wasserbedarf an den Blättern erkennen 

auf einem Blatt sind Regentropfen

Weiche Blätter haben einen höheren Wasserbedarf.

Eine Hilfe bei der Bestimmung des Wasserbedarfs ist die Beschaffenheit der Blätter. Je weicher ein Blatt ist, desto mehr Wasser benötigt die Pflanze. Pflanzen mit harten, silbrigen Blättern (z. B. Rosmarin, Lavendel, Salbei) kommen mit weniger Wasser aus. Während der Blüte und Fruchtbildung steigt der Bedarf. 

Gezielt und gründlich gießen 

Das Gießen bringt nichts, wenn das Wasser nicht dort ankommt, wo die Pflanze es verwerten kann. Wasser auf den Blättern finden einige Pflanzen angenehm bei der Hitze, vorm Vertrocknen rettet sie aber nur ein ausreichend feuchter Boden, über den die Wurzeln Wasser aufnehmen können. Lieber mit Gießkanne oder Schlauch direkt an der Pflanzenbasis wässern. Besser durchdringend gießen, statt ständig kleine Mengen. 

Garten unterwegs: Richtig gießen im Sommer 

Hier und heute 02.06.2025 07:30 Min. Verfügbar bis 02.06.2027 WDR

Gießen als Entspannung nutzen 

Gießen kann meditativ wirken. Es bietet Gelegenheit, den Garten oder die Umgebung zu betrachten und die Pflanzen zu kontrollieren. Tipp: Schlauch ohne Düse direkt an die Pflanze legen, so läuft das Wasser langsam und tief ein. 

Zeitpunkt des Gießens 

Ob morgens, abends oder mittags: Hauptsache, die Pflanzen bekommen genug Wasser. Einmal pro Woche gründlich gießen reicht in normalen Sommern, bei extremer Hitze zweimal pro Woche. 

 

Spezielle Tipps für verschiedene Situationen 

Ob morgens, abends oder mittags: Hauptsache, die Pflanzen bekommen genug Wasser. 
Einmal pro Woche gründlich gießen reicht in normalen Sommern, bei extremer Hitze zweimal pro Woche. 
Spezielle Tipps für verschiedene Situationen 
Sie haben gerade frisch gesät? Dann decken Sie die Saat am besten mit Zeitung oder Jute ab und halten diese feucht, bis die Keimung beginnt. 
Eine Mulde um Gemüse und Kräuter formen, damit Wasser optimal aufgenommen wird. Töpfe mit Untersetzer verwenden. 
In Wintergarten oder Gewächshaus Schattentücher oder Matten aufhängen, um die Temperatur zu senken. Fenster und Türen Tag und Nacht offen lassen für gute Luftzirkulation. 
Topfpflanzen Abends gießen, bei Hitze morgens und abends. Untersetzer verwenden. 
In großen Gärten können automatische Bewässerungssysteme helfen. 
Mit Gras oder Holzschnitzeln mulchen, damit die Erde länger feucht bleibt. 
Pflanzen in Hängekörben täglich kontrollieren, mittags ggf. aus der Sonne holen. 
Für Balkonpflanzen selbstgemachte Wasserspeicher aus Plastikflaschen verwenden. Hierfür einfach den Flaschenboden abschneiden, Deckel mit Löchern versehen, kopfüber in die Erde stecken und mit Wasser füllen. 
Bei großer Hitze nicht düngen, da Dünger die Wasseraufnahme hemmen kann. 
Blumentöpfe an schattigere Plätze stellen oder beschatten. 

Gießwassermenge 

Es ist sinnvoll zu wissen, wie viel Gießwasser durch den Schlauch fließt, um den Wasserverbrauch gezielt zu steuern und an den Bedarf der Pflanzen anzupassen. Das hält die Pflanzen gesund, schont die Ressourcen und ist insgesamt nachhaltiger.  

Eine Hand an einem Wasserzähler

Der Wassermengenzähler misst den Wasserverbrauch sehr präzise.

Es gibt zwei praktische Methoden: Am einfachsten ist es, einen Durchflussmesser oder Wassermengenzähler zu verwenden, der direkt zwischen Schlauch und Spritzdüse angeschlossen wird. Dieses Gerät zeigt die Menge des durchfließenden Wassers in Litern an und ermöglicht so eine präzise Kontrolle des Verbrauchs. 

Ohne Messgerät einfach einen Zehn-Liter-Eimer mit dem Gartenschlauch füllen, während man die Zeit misst. Dabei kann man zum Beispiel leise zählen oder eine Stoppuhr verwenden. Wenn der Eimer voll ist, weiß man, wie lange der Schlauch braucht, um diese Wassermenge zu liefern. Beim späteren Gießen im Garten dieselbe Zeitspanne nutzen, um die Wassermenge ungefähr zu bestimmen. So lässt sich ganz unkompliziert kontrollieren, wie viel Wasser die Pflanzen bekommen, ohne spezielles Messgerät.  

Gartenwasserzähler 

Mit einem Gartenwasserzähler kann man Abwassergebühren sparen, da nur das Wasser berechnet wird, das tatsächlich in die Kanalisation gelangt – nicht das, was im Garten versickert. Der Zähler wird an der Leitung zum Außenwasserhahn installiert und misst die Menge des für die Gartenbewässerung genutzten Leitungswassers, die dann von der Abwasserrechnung abgezogen werden kann. Die Installation und Handhabung des Wasserzählers ist jedoch je nach Gemeinde unterschiedlich geregelt und kann zusätzliche Kosten verursachen, etwa für Einbau, Wartung oder Grundgebühren. Das Sparpotenzial hängt vom tatsächlichen Wasserverbrauch im Garten ab; bei geringem Verbrauch lohnt sich der Einbau oft nicht. Wer viel gießt, kann jedoch über die Jahre hinweg deutlich sparen, sollte aber vorher die Bedingungen beim örtlichen Wasserversorger genau prüfen. 

Bewässerungs-Tipps für Balkon- und Topfpflanzen 

Am einfachsten ist es, einen netten Nachbarn zu bitten, die Pflanzen während der Abwesenheit zu gießen. Ideal ist jemand, der selbst Pflanzen hat und zuverlässig ist. 

Balkonkübel mit integriertem Bewässerungssystem 

Leere Gefäße

Pflanzengefäße mit Wasserreservoir sind ideal bei längerer Abwesenheit.

Pflanzgefäße mit Wasserreservoir helfen, die Pflanzen länger mit Feuchtigkeit zu versorgen. Man kann solche Systeme auch selbst bauen: Abzugslöcher abdichten. Eine Schicht Blähton, Splitt oder Tonscherben einfüllen. Mit Vlies oder Zeitung abdecken. Überlaufloch bohren. Mit Erde auffüllen und bepflanzen. So hält das Reservoir je nach Größe und Wetter für mehrere Tage. 

Bewässerung mit Plastikflaschen 

Leere Plastikflaschen mit durchbohrtem Korken füllen, verschließen und kopfüber in die Erde stecken. Bei Sonne gibt die Flasche das Wasser langsam ab. Mit Tonkegeln aus dem Gartencenter funktioniert das System noch besser. 

 

Tipp

Flüssigdünger ins Wasser geben, um die Pflanzen gleichzeitig zu versorgen.

DIY-Bewässerung für Pflanzenbabys 

Für Anzuchten auf der Fensterbank: PET-Flasche halbieren, den oberen Teil mit Löchern versehen, mit Erde füllen und bepflanzen. Der untere Teil dient als Wasserreservoir. 

Tongranulat ins Substrat mischen 

Ein Drittel Tongranulat oder Perlit im Pflanzsubstrat speichert Wasser und reduziert das Gießintervall. Große Tonkügelchen sparen zudem Gewicht. 

Mulchen bei Balkon- und Topfpflanzen 

Mulchschichten (z.B. Schafwolle oder Mulchpellets) verhindern das schnelle Verdunsten von Gießwasser und wirken leicht düngend. 

Hochbeet-Bewässerung aus Ollas  

Ollas (sprich: Ojas) sind bauchige, unglasierte Tontöpfe, die in die Erde eingegraben und mit Wasser gefüllt werden. Durch die porösen Wände geben sie das Wasser langsam und gezielt an die Wurzeln ab, wodurch diese optimal mit Feuchtigkeit versorgt werden. 

Ein Tontopf verkehrt herum in der Erde

Ollas sind eine Abwässerungsmethode aus Lehm.

Die Ollas sind denkbar einfach nachzubauen. Zubehör bekommt man für ein paar Euro im Baumarkt. Es dauert nur ein paar Minuten, bis die Ollas zusammengebaut sind. Nur zum Trocknen muss man ein bisschen Zeit einplanen. Eingegraben werden sie erst am nächsten Tag. 

Über den Durchmesser der Töpfe bestimmt man die Menge der Ollas. Je nachdem reichen etwa sieben Liter um einen Quadratmeter Hochbeet zu bewässern. Die Tontöpfe müssen dann ca. einmal pro Woche aufgefüllt werden. Zwei Tontöpfe mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern fassen 4,5 Liter Wasser. 

DIY-Bewässerung aus Tontöpfen 

Das braucht man 

  • 2 unlasierte Tontöpfe, Durchmesser 15-17 cm 
  • 1 Tube Silikon 
  • 1 Tonscherbe 

So geht’s 

Bei einem Tontopf das Loch mit Silikon und einer Tonscherbe verschließen. Den Rand des zweiten Tontopfs mit Silikon bestreichen. Den anderen Tontopf daraufsetzen. Überschüssiges Silikon mit den Fingern glattstreichen. Ollas über Nacht trocknen lassen. Vor dem Vergraben einmal testen, ob sie dicht sind. Nach dem Vergraben darf der obere Teil ein bisschen herausschauen. Gefüllt werden sie mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch.