Ein Beutel Dünger

Garten unterwegs: Dünger selbstmachen 

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Garten-Bloggerin Anja Klein zeigt in ihrem Garten, wie man Dünger einfach, nachhaltig und günstig selbst herstellt.   

Bananenschalen-Dünger

Eine Bananenschale

Nur Bio-Bananen verwenden.

Bananenschalen enthalten viel Kalium, Magnesium und Calcium, was besonders Tomaten und Rosen zugutekommt. Es sollten ausschließlich Bio-Bananen verwendet werden, da konventionelle Schalen oft mit Pestiziden belastet sind und sich schlechter zersetzen. Die Schalen in kleine Stücke schneiden und im Wurzelbereich direkt in die Erde einarbeiten. Alternativ können Sie die Schale trocknen und zu Pulver verarbeiten. Für einen Flüssigdünger etwa 100 Gramm Bananenschale mit einem  Liter Wasser aufkochen, über Nacht ziehen lassen, anschließend abseihen und im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt zum Gießen verwenden. 

Kaffeesatz-Dünger 

Kaffeesatz ist reich an Stickstoff, Kalium und Phosphor. Getrockneten Kaffeesatz kann man direkt als Mulch auf die Erde streuen oder leicht einarbeiten. Er eignet sich besonders für Gemüsepflanzen, Rosen und Beerensträucher. 

Brennnesseljauche 

Brennnesseln enthalten viel Stickstoff und fördern das Pflanzenwachstum. Für die Jauche frische Brennnesseln mit Wasser in ein Gefäß gegeben (etwa ein Kilogramm auf zehn Liter Wasser), abdecken und ein bis zwei Wochen gären lassen. Die fertige Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und als Flüssigdünger verwenden. 

Beinwell 

Würzige Wildkräuter

Beinwell ist ein pflanzlicher Kaliumlieferant.

Beinwell (Comfrey) wächst häufig in schmalen Streifen am Gartenrand. Die lila blühenden Pflanzen ziehen Insekten an und liefern wertvolles Kalium, das für die Aromaentwicklung und Blattfarbe von Pflanzen wichtig ist. Beinwell ergänzt selbsthergestellte Düngermischungen ideal. Im Gegensatz dazu ist Ackerschachtelhalm zwar für die Stärkung der Blattstruktur bekannt, gilt jedoch als sehr ausbreitungsfreudig und schwer kontrollierbar, weshalb von seiner Anpflanzung häufig abgeraten wird.  

Garten unterwegs: Dünger selbstmachen 

Hier und heute 02.06.2025 06:55 Min. Verfügbar bis 02.06.2027 WDR

Unkraut als Dünger 

Eine Hand in grünem Handschuh zupft Unkraut.

Wildkraut ist ökologisch wertvoll und nützlich für den Garten.

Die hartnäckigen Unkräuter Ackerwinde (Convolvulus arvensis) und Zaunwinde (Calystegia spp.) lassen sich prima zur Herstellung von Pflanzenjauche nutzen. Hierzu die oberirdischen Pflanzenteile der Winden nach dem Jäten sammeln, zerkleinern und in einem großen Gefäß mit Wasser ansetzen. Nach etwa ein bis zwei Wochen Gärzeit entsteht eine nährstoffreiche Jauche, die im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger für Gartenpflanzen verwendet werden kann. Diese Methode ermöglicht es, auch unerwünschte Pflanzenreste nachhaltig zu verwerten und dem Gartenkreislauf wieder zuzuführen. Wichtig ist dabei, keine Samen oder Wurzelstücke in die Jauche zu geben. So vermeidet man eine ungewollte Ausbreitung der Winden im Garten. 

Tipps zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit 

Um die Fruchtbarkeit des Bodens zu fördern, einfach eine wilde Ecke im Garten stehen lassen, in der Wildkräuter wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn und andere nährstoffreiche Pflanzen wachsen. Diese eignen sich hervorragend zur Herstellung von Jauchen und Brühen als Pflanzendünger. 

Mulchen Sie am besten mit organischen Materialien wie Laub, Rasenschnitt oder Holzschnitzeln, um die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und Nährstoffe langsam freizusetzen. 

Organischen Kompost aus Garten- und Küchenabfällen selbstherstellen und regelmäßig in den Boden einarbeiten, um die Bodenstruktur und das Bodenleben zu fördern. Auf chemische Dünger und Pestizide verzichten. Stattdessen auf Recycling und Kreislaufwirtschaft im Garten setzen. Alte samenfeste Sorten anbauen, um die Sortenvielfalt zu erhalten und die Pflanzen an den Standort anzupassen. 

Kompostbeet 

Ein Kompostbeet ist ein Beet, in dem Pflanzenreste, Garten- und Gemüseabfälle direkt gesammelt und gleichzeitig bepflanzt werden. In der Mitte des Beets wird ein durchlässiger Behälter oder ein Drahtkorb etwa 30 Zentimeter tief in die Erde eingelassen. In diesen Behälter kommen regelmäßig organische Abfälle wie abgestorbene Pflanzenteile, blütenfreies Unkraut, Blätter, ungekochte Küchenabfälle und Eierschalen. Durch die Zugabe von Regen- oder Mistwürmern werden die Abfälle zersetzt und in wertvollen Humus umgewandelt, der den umliegenden Pflanzen als Nährstoffquelle dient. Gerade stark zehrende Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Paprika gedeihen rund um den Kompostbehälter besonders gut, da sie kontinuierlich mit frischen Nährstoffen versorgt werden. Wichtig ist, keine Zwiebeln oder Knoblauch in den Behälter zu geben, da Kompostwürmer diese nicht mögen.