- Sendehinweis: Hier und heute | 14. Juli 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Beerensträucher wie Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren sind unkompliziert. Man kann jedes Jahr viel ernten – vorausgesetzt, man widmet ihnen nach der Ernte etwas Aufmerksamkeit, sagt Anja Klein. Der richtige Rückschnitt sei das Geheimnis für gesunde Pflanzen.
Erntezeit – der Höhepunkt im Beerenjahr
Im Hochsommer, wenn die Beeren voll ausgereift sind, beginnt die Erntezeit. Johannisbeeren und Stachelbeeren kann man meist von Juni bis Juli pflücken. Himbeeren und Brombeeren reifen je nach Sorte bis in den Herbst hinein. Möglichst morgens und bei trockenem Wetter pflücken, dann sind sie am aromatischsten und halten länger. Wer regelmäßig ernetet, verhindert, dass Früchte überreif werden oder faulen.
Der richtige Standort
Beerensträucher lieben sonnige bis halbschattige Plätze mit lockerem, humusreichem Boden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, die mögen weder Johannisbeeren noch Stachelbeeren.
Rückschnitt – das Geheimnis vitaler Beerensträucher
Direkt nach der Ernte ist der ideale Zeitpunkt für den Schnitt. Der Rückschnitt sorgt dafür, dass die Pflanzen jung und kräftig bleiben, sich gut verzweigen und viele neue Fruchttriebe bilden.
Schwarze Johannisbeeren
Schwarze Johannisbeeren gehören aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts zu den vitaminreichsten Obstsorten.
Schwarze Johannisbeeren fruchten am vorjährigen Holz. Anja Klein empfiehlt, die fruchttragenden Triebe bereits vor der Ernte bodennah herauszuschneiden; das erleichtert das Abernten. Nicht immer muss der ganze Zweig entfernt werden: Wenn ein fruchttragender Trieb im unteren Drittel einen Neuaustrieb hat, nur den oberen Teil oberhalb des Neuaustriebs abschneiden. Nach dem Schnitt bleiben nur die jungen, hellen Triebe stehen – an diesen wachsen im nächsten Jahr die Beeren. Der Strauch sollte nach dem Schnitt luftig sein, damit die Pflanze ihre Kraft in den Neuaustrieb stecken kann.
Weiße und rote Johannisbeeren
Weiße und rote Johannisbeeren fruchten am besten am zwei- und dreijährigen Holz. Das Alter der Triebe lässt sich an der Farbe erkennen: Zwei- bis dreijährige Triebe sind grau und glatt, ältere Triebe sind dunkelbraun und rau. Entfernt wird, was herunterhängt, vergreist ist oder zu eng steht. Am Ende sollten acht bis zwölf Triebe pro Strauch stehenbleiben, einschließlich der Neuaustriebe des aktuellen Jahres und der älteren Triebe der letzten beiden Jahre. Die älteren Triebe um etwa ein Drittel einkürzen. Alte Zweige können entweder ganz unten entfernt oder auf einen Neuaustrieb abgeleitet werden (oberhalb des Neuaustriebs abschneiden).
Nach dem Schnitt sollte der Strauch einen luftigen Aufbau haben. Die verbliebenen älteren Triebe können zusätzlich auf jüngere Seitentriebe abgeleitet und eingekürzt werden. Nach dem Schneiden dem Strauch etwas Kompost geben, damit er gut weiterwächst.
Das Geheimnis gesunder Beerensträucher
Hier und heute. 14.07.2025. 06:28 Min.. Verfügbar bis 14.07.2027. WDR.
Himbeeren
Der Rückschnitt von Himbeeren ist einfach, wenn die Sorte bekannt ist. Es gibt zwei Haupttypen: Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren.
Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte an zweijährigen Ruten. Nach der Ernte im Sommer werden die Ruten, die Früchte getragen haben, bodennah abgeschnitten. Die jungen, diesjährigen Ruten bleiben stehen, da sie im nächsten Jahr Früchte tragen. Falls zu viele junge Ruten vorhanden sind, wird ausgedünnt: Pro Meter maximal acht bis zehn kräftige Ruten stehen lassen.
Himbeeren gedeihen besonders gut, wenn der Boden gleichmäßig feucht und nährstoffreich ist.
Herbsthimbeeren tragen an den einjährigen Ruten. Nach der letzten Ernte alle Ruten bodennah abschneiden. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist zwischen Februar und März, wenn die Pflanzen ihr Laub verloren haben. Einen Rückschnitt im Herbst empfiehlt Anja Klein nicht, da die Blätter die Pflanze noch mit Energie versorgen.
Tipp: Die abgeschnittenen Ruten kann man kurz im Beet liegen lassen, damit Nützlinge von dort auf neue Triebe umziehen können.
Nachsaat im Gemüse- und Hochbeet und Salbeiernte
Nach der Ernte im Gemüsebeet direkt nachsäen. Besonders für die Nachsaat im Sommer geeignet, sind Sorten wie Schnittsalat, Radieschen, Rucola, Spinat oder Feldsalat. Vor der Aussaat den Boden gründlich lockern, Unkraut entfernen und gegebenenfalls Kompost einarbeiten, damit die Jungpflanzen gut anwachsen. Eine gleichmäßige Bewässerung ist besonders im Sommer wichtig, damit die Samen gut keimen.
Salbei ernten
Salbei wird idealerweise kurz vor der Blüte an einem trockenen Vormittag geerntet. Junge Triebe oder Blätter werden mit einer scharfen Schere abgeschnitten, ohne die Pflanze zu beschädigen. Zum Trocknen werden die Triebe locker gebündelt und an einem luftigen, schattigen Ort aufgehängt. Die Blätter sind fertig, wenn sie rascheln und leicht zerbröseln. Getrockneter Salbei sollte in einem dunklen, luftdichten Gefäß aufbewahrt werden, um das Aroma zu erhalten.