- Sendehinweis: Hier und heute | 27. April 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Der Bauergarten ist oft symmetrisch angelegt und in Beete unterteilt, die durch Wege getrennt sind. Hier findet sich eine Vielfalt an Obst, Gemüse, Kräutern und Blumen – harmonisch miteinander kombiniert. Diese Gärten sind für ihre naturnahe Bewirtschaftung ohne chemische Düngemittel bekannt. Sie sind schön und bieten die Möglichkeit, sich selbst mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Zudem fördern Bauerngärten die Biodiversität, weil sie zahlreichen Insekten und Vögeln als Lebensraum dienen.
Die Geschichte des Bauerngartens
Seine Wurzeln hat der Bauerngarten in der Tradition des bäuerlichen Gartens sowie der Schul- und Klostergärten, die früher hauptsächlich zur Selbstversorgung dienten. Auf begrenztem Raum wuchs dort Gemüse und Obst neben Heilkräutern und einigen Zierpflanzen. Trotz der begrenzten Fläche musste der Garten das ganze Jahr über ertragreich sein. Daher wurde die Bepflanzung genauestens durchdacht. 1913 wurde das Konzept im Botanischen Garten Hamburg weiterentwickelt und perfektioniert.
Seitdem dient der künstlich angelegte „Bauerngarten Hamburger Art“ als Vorbild für moderne Bauerngärten. Mittlerweile steht bei der Gestaltung eines Bauerngartens weniger die Selbstversorgung im Vordergrund, sondern vielmehr das Vergnügen am Naschen und die dekorative Gestaltung sowie eine Rückbesinnung auf naturnahes Gärtnern.
Klassischer Aufbau und Struktur
Der typische Bauerngarten nach „Hamburger Art“ ist rechteckig oder quadratisch und wird durch ein Wegkreuz in geometrische Abschnitte unterteilt. Der zentrale Punkt – oft ein Rondell – kann durch eine Rose, einen kleinen Baum oder ein rundes Beet betont werden. Alternativ bietet sich hier Platz für einen Brunnen oder ein Wasserauffangbecken.
Je nach Größe des Grundstücks kann der ganze Garten im Bauerngartenstil gestaltet werden oder nur ein Teil davon. Traditionell wird der Garten mit einem einfachen Latten- oder Staketenzaun umgeben, um Tiere abzuhalten. Auch die einzelnen Beete sind klar abgegrenzt.
Für die Wege zwischen den Beeten ist Kies eine gute Wahl.
Die Wege im Bauerngarten sind normalerweise nicht versiegelt, um den natürlichen Charakter zu bewahren. Eine kostengünstige Option sind Rasen- oder Kieswege, während Rindenmulch eine praktische Wahl darstellt, da er leicht zu verteilen ist und das Unkrautwachstum hemmt. Auch Klinker oder Naturstein beeindrucken als Wegbelag.
Typische Pflanzen für den Bauerngarten
Im Bauerngarten treffen Gemüse und Kräuter auf prächtige Blumenbeete. Die Idee dahinter ist, die Beete clever zu nutzen und die Gesundheit von Boden und Pflanzen zu fördern. Man kann in einem Beet beispielsweise altmodische Ringelblumen neben modernen Cocktail-Tomaten oder exotischem Blattkoriander und traditionellem Kohl finden. Sonnige Flecken werden mit Purpur-Sonnenhut, Duftnesseln und Federgras belebt, während rosarote Schafgarben für zarte Akzente sorgen. Aber Achtung bei der Pflanzenwahl: Tagetes (Studentenblume) sind zwar toll gegen bestimmte Schädlinge, locken jedoch auch Schnecken an, was dem Salat nicht bekommt.
In Bauerngärten können alte und neue Pflanzenarten kombiniert werden.
Es passen üppig blühende Stauden, Dahlien und Sommerblumen wie Wicken, Zinnien und Kapuzinerkresse, die man im Frühjahr leicht selbst ziehen kann. Diese Pracht lockt jede Menge Bienen und andere nützliche Insekten an. Duftende Rosen können die Beete oder den Gartenzaun schmücken, während vielseitige Gewächse wie Holunder und Beerensträucher dem Garten Struktur verleihen. Wer genug Platz hat, kann einen Obstbaum setzen. Freie Flächen lassen sich mit Gründüngungspflanzen wie Senf und Bienenfreund bepflanzen, die Unkraut fernhalten und den Boden mit wichtigen Nährstoffen versorgen.
Bauerngarten anlegen
Hier und heute. 27.04.2026. 07:39 Min.. Verfügbar bis 27.04.2028. WDR.