Äpfel am Apfelbaum (Malus)auf einer Streuobstwiese in Kempen am Niederrhein.

Garten unterwegs: Apfelbaumpflege 

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Gartenbloggerin Anja Klein nimmt uns mit in ihren Garten. Sie gibt Tipps für die Apfelbaumpflege und zur einfachen Schädlingsbekämpfung. 

Apfelbäume werden am besten im Spätwinter bis frühen Frühjahr (Januar bis März, frostfreie Tage) geschnitten. Dann ist die Krone gut sichtbar, der Baum hat keine Blätter, und die Schnittwunden heilen schneller, weil der Saftstrom bald wieder einsetzt. Nach der Ernte im Herbst schneidet man Apfelbäume in der Regel nicht zurück – höchstens einzelne kranke, abgestorbene oder stark störende Äste. Der eigentliche Rückschnitt sollte also im Frühjahr erfolgen.  

Häufige Schädlinge am Apfelbaum 

Apfelwickler 

Die Larven fressen Gänge bis ins Kerngehäuse der Äpfel. Ein Befall mit dem Apfelwickler zeigt sich oft durch kleine Einstichlöcher an der Schale. Schneidet man den Apfel auf, sind braune Fraßgänge und Kotkrümel sichtbar, die sich bis zum Kern ziehen. 

Apfel-Gespinstmotte 

Erkennbar an dichten, weißen Gespinsten. Die Raupen fressen Blätter, sodass der Baum zeitweise ohne Laub dasteht. 

Blattläuse 

Sie befallen junge Triebe und Blätter. Folgen sind eingerollte Blätter, Honigtau und manchmal schwarzer Rußtau.

Frostspanner

Eine kleine Raupe auf einer Apfelblüte.

Frostspanner gehören zu häufigen Schädlingen am Apfelbaum.

Die Raupen schädigen Knospen, Blätter und junge Früchte. Die Äpfel entwickeln Narben oder Verformungen. Oft sind Löcher in den Blättern zu sehen, die der Frostspanner hineingefressen hat. 

Methoden gegen den Apfelwickler 

Apfelwicklerbefall richtig entsorgen 

Wenn Äpfel vom Apfelwickler befallen sind, sollten sie nicht direkt auf den Kompost gegeben werden. Eine wirksame Methode ist es, die betroffenen Früchte zunächst in einen Eimer mit Wasser zu legen. Dort sterben die Larven zuverlässig ab und können sich nicht weiterentwickeln. Erst danach werden die Äpfel auf dem Kompost entsorgt. 

Nematoden-Dusche im Herbst 

Nematoden sind winzige, fadenförmige Würmchen, die im Boden leben. Die Art Steinernema feltiae wird gezielt gegen den Apfelwickler eingesetzt. Sie sind mit bloßem Auge kaum sichtbar und gehören zu den nützlichsten Helfern im Obstbau. 
Wirkung: Die Nematoden suchen aktiv nach Larven des Apfelwicklers im Boden oder in Rindenspalten, dringen in diese ein und setzen Bakterien frei, die die Larven abtöten. In den toten Maden vermehren sich die Nematoden und wandern anschließend weiter. 
Sicherheit: Für Menschen, Haustiere, Pflanzen und andere Nützlinge sind sie völlig ungefährlich – sie wirken ausschließlich gegen bestimmte Schädlinge. 
Anwendung: Nematoden gibt es im Handel als Pulver oder Gel, das in Wasser aufgelöst wird. Mit einer Gießkanne oder einem Sprühgerät werden sie auf den Stamm, in Astgabeln und rund um den Baum verteilt. Wichtig ist eine Bodentemperatur über 10 °C sowie gleichmäßige Feuchtigkeit. Am besten wendet man sie im Herbst (September/Oktober) an, wenn die Larven in den Boden wandern. 

Garten unterwegs: Apfelbaumpflege und Apfelernte

Hier und heute 08.09.2025 06:32 Min. Verfügbar bis 08.09.2027 WDR

Rinde mit einer Bürste reinigen 

Der Apfelwickler

Die Rinde zu reinigen, kann dabei helfen, Schädlinge wie den Apfelwickler fernzuhalten.

Mit einer festen Bürste wird die Borke vorsichtig abgeschrubbt, sodass lose Rindenteile, Moos und kleine Verstecke entfernt werden. In diesen Spalten überwintern oft die Larven des Apfelwicklers oder andere Schädlinge. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Spätherbst nach dem Laubfall oder das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb. 

Wellpappe am Stamm anbringen 

Im Mai, wenn die Larven beginnen, den Baum zu verlassen, wird ein breiter Streifen Wellpappe (10–20 cm) eng um den Stamm gelegt und mit einer Kordel fixiert. Die Rillen bieten den Raupen ideale Verstecke, in die sie hineinkriechen, um sich zu verpuppen. Stattdessen können sie regelmäßig mitsamt der Pappe entfernt und entsorgt werden. 

Methoden gegen Frostspanner und Apfelgespinstmotte 

Leimringe einsetzen 

Leimringe sind Streifen aus Papier oder Folie, die mit einem speziellen, dauerhaft klebrigen Leim beschichtet sind. Sie werden eng um den Stamm gelegt und mit einer Kordel fixiert. 

Wirkung: Die flugunfähigen Weibchen des Frostspanners kriechen den Stamm hinauf, um ihre Eier abzulegen. Auch die Raupen der Apfelgespinstmotte wandern auf diese Weise in die Baumkrone. Die klebrige Schicht stoppt beide zuverlässig. 
Anbringung: Wichtig ist, dass der Leimring rundum dicht am Stamm anliegt. Auch Stützpfähle sollten versehen werden. Empfehlenswert sind grüne Leimringe, da gelbe zusätzlich viele nützliche Insekten anlocken würden. 
Zeitpunkt: Im September vor dem ersten Frost anbringen, da die Frostspanner-Weibchen dann schlüpfen. Im Dezember kontrollieren und ggf. erneuern, damit sich Vögel nicht am Leim verletzen. Im Februar endgültig entfernen, weil die Gefahr durch Frostspanner vorbei ist. 
Bezug: Leimringe gibt es im Gartenfachhandel, in Baumärkten und online. 

Nützlinge zur Unterstützung 

Schlupfwespen 

Schlupswespe

Schlupfwespen können dabei helfen, die Vermehrung von Schädlingen zu stoppen.

Schlupfwespen legen ihre Eier in die Larven oder Eier von Schädlingen wie Apfelwickler oder Blattläusen. So sterben die Schädlinge ab, und die Vermehrung wird gestoppt. Sie sind völlig ungefährlich für Mensch, Tier und andere Nützlinge. Im Handel gibt es sie auf Kärtchen oder in Röhrchen, die einfach in den Baum gehängt werden. 

Ohrwürmer fördern 

Ohrwürmer fressen große Mengen an Blattläusen und kleinen Raupen. Mit einem Tontopf, der mit Stroh oder Holzwolle gefüllt und kopfüber in den Baum gehängt wird, lassen sie sich gezielt ansiedeln. 

Vögel fördern 

Meisen und andere Vögel füttern ihre Jungen mit Raupen und Insekten. Mit Nistkästen kann man sie dauerhaft im Garten ansiedeln.