Für NRW meldet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform aus Neuss in den ersten sechs Monaten 3.290 Unternehmensinsolvenzen - ein Plus von 3,5 Prozent im Jahresvergleich und der höchste Stand seit 2016. Bundesweit gab es 2013 zuletzt höhere Zahlen.
Pleite-Statistik: Folgen der Wirtschaftskrise in NRW
WDR. 23.06.2026. 03:36 Min.. Verfügbar bis 22.06.2028. WDR Online.
Iran-Krieg treibt Insolvenzen
Ein wesentlicher Faktor ist laut Creditreform der Iran-Krieg, der zu einem Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise führte. Der erhoffte Konjunkturaufschwung sei durch die monatelange Blockade der Straße von Hormus bisher ausgeblieben, erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.
"Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen, die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft wurde." Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung
Bundesweit seien von den Insolvenzen im ersten Halbjahr rund 165.000 Arbeitsplätze betroffen - im selben Zeitraum 2025 waren es etwa 143.000. Zudem sei der Pleite-Höhepunkt noch nicht erreicht, so Hantzsch: "Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst - nach jetzigem Stand also frühestens 2027."
Insolvenzen oft bei kleineren Firmen
Den Großteil der Insolvenzen registrierte Creditreform bei kleineren Unternehmen mit höchstens zehn Beschäftigten - auf sie entfallen mehr als vier von fünf Insolvenzfällen.
Bei den Branchen hat es zuletzt vor allem den Dienstleistungssektor und das Baugewerbe getroffen. Im Handel sind die Insolvenzen dagegen entgegen dem Trend sogar leicht zurückgegangen.
Zahl der Insolvenzen in NRW steigt
WDR. 23.06.2026. 00:36 Min.. Verfügbar bis 22.06.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Creditreform Wirtschaftsforschung
Sendung: WDR 5 "Das Wirtschaftsmagazin", 23.06.2026, 13:35 Uhr
Sendung: WDR Aktuell, 23.06.2026, 11 Uhr