NRW-Studie: Megatrends der Arbeitswelt - wie sich Jobs verändern

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Zur Arbeitswelt im Wandel liegt nun eine Studie im Auftrag des NRW-Arbeitsministeriums vor. Bei Digitalisierung und künstlicher Intelligenz fragt sie auch nach den Folgen für die Beschäftigten.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) | Bildquelle: dpa, Henning Kaiser

Die Studie des des Forschungsinstituts Prognos liest sich wie eine Art Beipackzettel: Es geht um Chancen und Risiken der modernen Arbeitswelt durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Zum Beispiel bei so genannter Plattformarbeit - Jobs, die über Online-Plattformen vermittelt werden wie bei Lieferdiensten. Vorteile: Flexibilität und Zusatzeinkommen. Nachteile: schwache soziale Absicherung und oft niedrige Verdienste. Zudem geht es um mobiles Arbeiten etwa im Homeoffice, bei dem die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischen kann. Für NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigt all das: es braucht gute Beratung, lebenslange Fortbildung – und einen engen Austausch von Arbeitgebern und Beschäftigten, um die neue Arbeitswelt „verlässlich zu gestalten“.

Arbeitswelt: Das Neue vielfach bereits Alltag

Podiumsdiskussion bei der Studienvorstellung | Bildquelle: WDR

Wer arbeitet bereits mit künstlicher Intelligenz? Fast alle Hände gehen nach oben. Bei wem hat sich der Job deutlich verändert? Das gleiche Bild. Die kurze Zufallsbefragung bei der Studienvorstellung im NRW-Arbeitsministerium zeigt: für viele ist das Neue bereits Alltag. Für NRW-Arbeitsminister Laumann gehört Veränderung zur Arbeitswelt – nicht aber in der heutigen Geschwindigkeit. "Das macht natürlich Menschen auch Angst."

Beispiel Digitalisierung: Sie hat durch die Pandemie einen echten Schub erlebt. In NRW haben zuletzt vor allem Kleinunternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten aufgeholt und konnten so die Lücke zu mittleren und Großunternehmen etwas schließen. Gleichzeitig räumt die Studie mit Erwartungen auf – etwa der, dass mehr Geld für Digitales automatisch zu Produktivitätssteigerungen führt. Studienleiterin Alice Greschkow sieht Veränderungsbereitschaft nicht bei Beschäftigten gefordert – etwa durch regelmäßige Fortbildungen -, sondern auch bei Unternehmen.

Es sei zentral für Arbeitgeber, Möglichkeiten zu schaffen, damit sie viele Beschäftigte im Arbeitsmarkt halten. Frauen, Ältere, Menschen mit ungeraden Lebensläufen. Flexibilisierung sei da ein großes Thema. Studienleiterin Alice Greschkow

Radikaler Schritt: Alle Schulferientage frei

Einen großen Schritt ist dabei die Knappschaft Kliniken Westfalen GmbH gegangen: durch Gehaltsverzicht kann eine begrenzte Zahl der Beschäftigten sämtliche Schulferientage in NRW sowie die Brückentage frei bekommen. Das Modell "FerienFreiZeit" werde man in diesem Jahr in allen 13 Knappschaftskrankenhäusern in Deutschland einführen, sagt Pflegedirektor Klaus Böckmann. Auch wenn es anfangs laute Kritik gab. Das Gegenargument sei gewesen: das wecke so viel Begehrlichkeiten, dass am Ende keiner mehr am Patienten arbeitet. Am Ende sei das Gegenteil eingetreten, auch, weil Teilzeit-Mitarbeitende aufstockten, da die Kinderbetreuung in den Ferienzeiten nun kein Problem mehr war.

„Neue Formen der Arbeit“: Arbeitsminister Laumann stellt Studie vor

WDR 5 Westblick - aktuell 15.04.2026 04:12 Min. Verfügbar bis 15.04.2027 WDR 5

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Für Laumann liegt die Lösung auf die neuen Fragen in einem alten Modell: der Sozialpartnerschaft, also dem Miteinander von Arbeitgebern und Beschäftigten. Das funktioniert natürlich in großen, tarifgebundenen Unternehmen einfacher als in der neuen Kleinteiligkeit flexibler Arbeitsmärkte. Laumann prangert deshalb teils ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse an und fordert gemeinschaftliche Lösungen. In der Studie heißt es: „Technologie allein schafft keine Produktivitätsgewinne“. Die eigentliche Herausforderung der digitalen Transformation sei keine technische, sondern eine menschliche und kulturelle.

Unsere Quellen:

  • Podiumsdiskussion im NRW-Arbeitsministerium anlässlich der Studienvorstellung
  • Interview mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann
  • Interview mit Studienleiterin Alice Greschkow
  • Interview mit Pflegedirektor Klaus Böckmann der Knappschaft Kliniken Westfalen GmbH
  • Prognos Studie im Auftrag des NRW-Arbeitsministeriums

Sendung: WDR 5, Westblick, 15.04.2026, 17:40 Uhr