Von der automatisierten Stromtrassen-Kontrolle bis hin zum führerlosen Forschungsschiff zeigt die Branche, wie autonome Systeme den Alltag und die Wirtschaft revolutionieren könnten. Doch neben zivilen Innovationen rückt auch die Rüstungsindustrie verstärkt ins Rampenlicht.
Ein Highlight der Messe ist eine Drohne von Beagle Systems, die bereits heute zeigt, was technisch möglich ist. Mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h und einer beeindruckenden Reichweite von bis zu 150 Kilometern kontrolliert sie völlig selbstständig Stromtrassen und spürt Defekte auf.
Antonin Rebensburg von Beagle Systems betont die Autonomie des Systems: "Die Drohne weiß genau, wo sie lang fliegen muss. Sie startet, fliegt und landet automatisch." Ein Pilot überwacht das Geschehen zwar noch aus der Ferne, muss aber nur im Notfall eingreifen.
Fliegende Inspektoren und Geisterschiffe auf dem Fluss
Ähnlich visionär geht es auf dem Wasser zu. Das Forschungsschiff Nova kreuzt über den Rhein, während der Steuermann hunderte Meter entfernt in einer Messehalle vor Monitoren sitzt. Ziel der Entwicklung ist jedoch die vollständige Autarkie.
Frédéric Kracht vom Entwicklungszentrum für Schifffahrtstechnik erklärt, dass das Schiff durch Kameras und Sensoren ein eigenes Lagebild erstellt: "So kann das Schiff manövrieren", indem es andere Verkehrsteilnehmer eigenständig erkennt und darauf reagiert.
Rüstungsgüter aus der Nachbarschaft
Trotz der zivilen Fortschritte ist die Messe nicht frei von Kontroversen, denn unter den 360 Ausstellern ist die Rüstungsindustrie prominent vertreten. Besonders im Fokus steht eine sogenannte Kamikaze-Drohne von Rheinmetall, die künftig im Werk in Neuss produziert werden soll. Patrick Rohmann von Rheinmetall bestätigt den Wandel am Standort: "Das Werk wird aktuell von Autoteilen auf Rüstungsgüter umgestellt." Man hoffe für die Neuentwicklung bald auf größere Aufträge, unter anderem für NATO-Kunden.
Dieser Fokus auf Militärtechnik stößt in der Düsseldorfer Stadtgesellschaft auf Kritik. Gegner befürchten eine schleichende Normalisierung von Kriegswaffen im öffentlichen Raum. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller stellt sich jedoch hinter die Messe. Für ihn gehört die Verteidigungsindustrie zu einer wehrhaften Demokratie dazu: "Deshalb ist es auch richtig, dass hier Verteidigungsgüter zu sehen sind", so der Stadtchef beim Rundgang mit Bundespolitikern.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
Sendehinweis: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 24.03.2026, 19:30