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Apfelbäume für Balkon und Garten

Äpfel sind mit Abstand unser Lieblingsobst. Warum also nicht selbst Äpfel anbauen und ernten? Dafür braucht es nicht unbedingt einen Garten – da reicht schon ein sonniger Balkon! Doch welche ist die beste Sorte?

Das Angebot an Apfelsorten ist riesig! Jede Sorte unterscheidet sich von anderen in mindestens einer Eigenschaft. In den letzten Jahren liegen vor allem alte Apfelsorten im Trend und tragen so klangvolle Namen wie Goldparmäne, Roter Gravensteiner oder Rheinischer Winterrambur. Sie enthalten oft besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Polyphenole. Dennoch sind die alten Sorten nicht zwangsläufig den modernen Züchtungen überlegen.

Tipp: Veranstaltungen mit Apfelverkostungen in der Nähe des Wohnorts besuchen und sich durch die verschiedenen Sorten probieren: Dann weiß man, welcher Apfel einem besonders gut schmeckt und in der Region auch besonders robust ist.

Möglichst lang Äpfel ernten

Wer intelligent plant, kann über einen langen Zeitraum frische Äpfel ernten, denn die Saison beginnt je nach Wetterlage mit den frühesten Sorten im August und endet erst mit den Frösten irgendwann im späten November mit der Ernte der Lageräpfel. Es gibt auch sogenannte Familienbäume oder Kinderbäume, bei denen mehrere Sorten zusammen auf einem Stamm wachsen.

Jede Sorte ist es wert, erhalten zu bleiben, denn die genetische Vielfalt ist nicht zu unterschätzen, vor allem in Hinblick auf den Klimawandel, aber auch mit Blick auf Allergiker.

Apfelsorten für Apfelallergiker

Wichtig, es gibt nicht nur eine Apfelallergie, sondern es sind mindestens vier Allergene bekannt, die entweder alle vier in einer Sorte vorkommen können, die aber auch in wechselnder Anordnung bis hin zu nur einem Allergen pro Sorte reichen. Hier ist Rat vom Allergologen gefragt, will man Gewissheit haben.

Falsch ist jedenfalls die Aussage, dass nur alte Sorten für Allergiker geeignet sind. Doch sind viele alte Sorten zumindest für jeweils einen Teil der Allergiker aus den vier Gruppen genießbar. Die Gefahr bei gut gemeinten Tipps ist jedoch, dass nicht alle als unbedenklich eingestuften Sorten auch von allen vertragen werden, solange man nicht seine eigene Allergie kennt und solange nicht die Allergene in der jeweiligen Sorte bekannt sind. Also: Was Allergiker A verträgt, kann bei Allergiker B große Probleme verursachen.

Wer sichergehen möchte, greift zu modernen Züchtungen, die als besonders allergiefreundlich gelten. Dieses Jahr kommt hierzu die neue Sorte "Pompur" in den Handel, gezüchtet wurde sie von der Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der Züchtungsinitiative Niederelbe.

Die passende Wuchsform

Es gibt eine Fülle verschiedener Wuchsformen, entweder sortenbedingt oder künstlich erzeugt. Der Buschbaum steht ideal am Grundstücksrand an Zäunen. Die Ernte ist einfach, da niedrig. Ein Hochstamm ist nur für große Wiesen geeignet, die Ernte ist schwierig, da eine Leiter notwendig ist.

Der Halbstamm ist für einen mittelgroßen Hausgarten im freien Stand geeignet – es handelt sich um kleinere Bäume mit hohem Ertrag und leichter Ernte. Für kleine Gärten empfehlen sich Buschbäume oder Halbstämme. Von einigen speziellen Sorten gibt es auch Spindelbäume und Säulenbäume, die sehr schlank und unverzweigt wachsen. Eine Sonderform sind Spalierbäume, die durch Schnitt künstlich schmal gehalten werden und platzsparend an Hauswänden stehen können.

Was tun, wenn der Baum keine Früchte trägt

Oft wird die Schuld am  Misserfolg dem Wetter oder der Sorte in die Schuhe geschoben, in Wahrheit aber sind die Blüten nur nicht fruchtbar bestäubt worden. Denn Apfelbäume sind von Natur aus selbststeril, um Inzucht zu vermeiden. Sie brauchen immer einen anderen Apfelbaum als Pollenspender. Die Bestäubungsbiologie ist kompliziert! Wichtig zu wissen ist, dass Bäume nur mit dem richtigen Bestäubungspartner befriedigend tragen.

Eine früh blühende Apfelsorte kann von einer spät blühenden nicht befruchtet werden – zudem gibt es Sorten, die unter einander nicht fruchtbar sind. Ideal ist, wenn in der Nähe (maximal 400 Meter) bereits Apfelbäume stehen, um eine gute Bestäubung mit gutem Fruchtansatz zu erhalten. Ansonsten kommt man um den Kauf eines zweiten Baumes als geeignete Bestäubersorte nicht herum, so können sich beide gegenseitig befruchten und man erhält reiche Ernte.

Tipp: Zieräpfel können alle Apfelsorten erfolgreich bestäuben und sind (eingeschränkt) ebenfalls nutzbar/essbar – sie sind nur in der Regel weniger süß.

Linktipps

Autorinnen: Anja Koenzen und Anja Friehoff
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten – Apfelbäume für Balkon und Garten WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 19.09.2025 06:59 Min. Verfügbar bis 19.09.2026 WDR 5

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