Unterwegs auf Gran Canaria
Wunderschön! . 09.11.2025. 01:28:40 Std.. UT. Verfügbar bis 09.11.2030. WDR.
Unterwegs auf Gran Canaria
Stand:
Das ganze Jahr Sommer, Sonne, Meer – Tamina Kallert reist auf die Kanareninsel Gran Canaria. Trotz Massentourismus bietet die Insel viele interessante Facetten. Zum Beispiel eignet sie sich zum Wandern, Naturphänomene inbegriffen: Die leuchtenden Gesteinsadern "Los Azulejos" entstanden vor Millionen Jahren durch das Aufeinandertreffen von Lava und Wasser.
- Sendehinweis: Wunderschön | 9. November 2025, 20.15 - 21.45 Uhr | WDR
Nicht weniger eindrucksvoll sind die Dünen von Maspalomas, eine der größten Touristenattraktionen der Insel. Tamina Kallert erfährt dort, dass in den scheinbar kargen Dünen erstaunlich viel Leben steckt. Auch im gleichnamigen Ort ist es sehr lebendig – Maspalomas ist äußerst beliebt bei Touristen und bekannt für seine Partymeile.
Informationen über die Region
Gran Canaria ist die drittgrößte Kanarische Insel. Sie liegt rund 200 Kilometer vor der nordwestafrikanischen Küste im Atlantik und gehört politisch zu Spanien. Das sonnige Wetter zieht jährlich zahlreiche Urlauber an, denn die Insel ist das ganze Jahr über ein Badeziel – selbst im November liegt die Wassertemperatur im Durchschnitt bei etwa 22 Grad Celsius. Die Hauptstadt Las Palmas ist die größte Stadt der gesamten Kanaren. Im Süden, rund um Maspalomas und die Ferienorte an der Küste, genießen Urlauber Sonne, Strände und Wassersport. Im Meer vor der Insel leben viele Fischarten, die man beim Schnorcheln oder Tauchen entdecken kann. Gleichzeitig bietet Gran Canaria ein bergiges Inselinneres mit einem ausgedehnten Netz an Wanderwegen. Wie die Nachbarinseln ist Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. Die letzte vulkanische Aktivität liegt etwa 2.000 Jahre zurück.
Tamina Kallert taucht im Meer. Vor der Insel leben viele Fischarten wie Brassen, Papageien- und bunte Rifffische, die man beim Schnorcheln entdecken kann.
Besiedlungsgeschichte
Die Geschichte der Insel ist eng mit ihrer besonderen Lage und Geologie verbunden. Lange bevor die Spanier hier ankamen, lebten auf Gran Canaria die sogenannten Altkanarier, die vermutlich aus Nordafrika stammend vor über 1.600 Jahren mit römischen Booten über das Meer gekommen waren. Sie siedelten in Höhlen und einfachen Steinhäusern, betrieben Ackerbau und Viehzucht und entwickelten eine eigenständige Kultur mit religiösen Riten, Bestattungsplätzen und kunstvollen Felszeichnungen. Zeugnisse dieser frühen Besiedlung findet man noch heute in archäologischen Stätten. Im 15. Jahrhundert eroberten die Spanier die Insel – ein blutiger Feldzug, der mit der fast vollständigen Auslöschung der Ureinwohner endete. Gran Canaria wurde daraufhin zu einem wichtigen Stützpunkt auf dem Weg nach Amerika und profitierte vom atlantischen Handel.
Entwicklung des Tourismus
Die touristische Entwicklung begann erst viele Jahrhunderte später. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war die Insel stark landwirtschaftlich geprägt. Mit dem Aufkommen des Massentourismus in den 1960er-Jahren wandelte sich das Bild. Zunächst zog es Reisende vor allem in den Norden rund um Las Palmas, bald aber entdeckte man den sonnensicheren Süden mit seinen Stränden von Playa del Inglés und Maspalomas. Die südliche Region entwickelte sich rasch zum touristischen Zentrum der Insel. Heute kommen jährlich über vier Millionen Besucher nach Gran Canaria, rund ein Drittel davon aus Deutschland. Trotz des anhaltenden Tourismusbooms bemüht sich die Insel, ihre landschaftliche und kulturelle Vielfalt zu bewahren.
Gran Canaria bietet ein großes Netz an Wanderwegen.
Waldbrände und Dürren auf Gran Canaria
Auch Gran Canaria leidet unter Dürren und Waldbränden. 2024 zum Beispiel war eines der heißesten und trockensten Jahren in der Geschichte der Insel, mit nur rund 100 Litern Regen pro Quadratmeter. 2019 brannte es besonders stark in der Region um Valleseco, mehrere Tausend Menschen mussten evakuiert werden. Viele Flächen wurden zerstört. Doch die Kanarische Pinie ist übrigens wegen des vulkanischen Ursprungs der Insel an Brände angepasst: Die dicke Rinde schützt den Baum, die Zapfen öffnen sich erst bei Temperaturen über 70 Grad. So können sie nach einem Feuer neue Samen freisetzen.
Die Kanarische Pinie hat sich an die schwierigen Bedingungen im Wald wie Dürre und Waldbrände angepasst.
Das Projekt Life Nieblas
Um Wasserknappheit zu bekämpfen, nutzt die Insel ein weiteres Naturprinzip. Das von der EU geförderte Projekt "Life Nieblas" sammelt Wasser aus den Passatwolken, die ständig über die Kanaren ziehen. Moderne Nebelkollektoren funktionieren wie die Nadeln der Pinie: Feuchtigkeit bleibt an den Lamellen hängen, tropft ab und wird gespeichert. Im ersten Jahr kamen so bereits rund 50.000 Liter zusammen. Das Wasser wird genutzt, um heimische Pflanzen wie den Lorbeerbaum wieder anzusiedeln. Das Verfahren gilt als so erfolgreich, dass es inzwischen weltweit angefragt und weiterentwickelt wird.
Lesetipps für Gran Canaria
Petra Sparrer
Glücksorte auf Gran Canaria. Fahr hin & werd glücklich
Droste Verlag, 2025
ISBN 978-3770026166
Preis: 16,00 Euro
Rolf Goetz
Bildatlas Gran Canaria
DuMont, 5. Aufl. 2023
ISBN 978-3616012933
Preis: 11,50 Euro
Izabella Gawin
Gran Canaria. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 85 Touren
Rother Bergverlag, 13. akt. Aufl. 2024
ISBN 978-3763346592
Preis: 16,90 Euro
Rolando G. Suárez
111 Orte auf Gran Canaria, die man gesehen haben muss
Emons Verlag, 2018
ISBN 978-3740804367
Preis: 16,95 Euro
Michael Kißling
Vorfreude auf Gran Canaria. Das Buch, das deinen Urlaub verlängert
Independently published, 2025
ISBN 979-8317247102
Preis: 12,95 Euro
Moderation: Tamina Kallert
Redaktion: Christiane Möllers
Autorin: Karen Flunkert
Internettext: Lina Engelhardt